Definitionen der Geoökologie
Kurzdefinition des VGöD
"Geoökologie ist eine an Umweltproblemen orientierte, interdisziplinäre Naturwissenschaft. Sie zielt auf das Verständnis der Funktions- und Wirkungsweise der Umwelt, insbesondere um Probleme im Zusammenhang mit der menschlichen Nutzung zu erkennen und zu lösen."
Ausfühliche Definition der Geoökologie, erstellt durch die Hochschulkonferenz für Geoökologie (HSK Geoökologie) 2025, welche auch auf die Kenntnisse und Fähigkeiten eines Geoökologen und die Studieninhalte eingeht:
Die Geoökologie ist eine interdisziplinäre Umweltnaturwissenschaft. Sie zielt auf das Verständnis der Funktions- und Wirkungsweise von Stoff-, Wasser- und Energieflüssen sowie Organisationsprozessen in Ökosystemen und ihren Elementen ab, um komplexe Zusammenhänge und Wechselwirkungen zu erkennen, zu analysieren und Lösungen für aktuelle gesellschaftliche Umweltprobleme zu entwickeln. Dies umfasst den Schutz natürlicher Ressourcen und deren nachhaltige Nutzung sowie die Renaturierung und Stärkung der Anpassungsfähigkeit von Ökosystemfunktionen.
Zur Bewertung von Mensch-Umwelt-Systemen auf verschiedenen Skalen integriert die Geoökologie ein breites naturwissenschaftliches Methoden-Repertoire. Neben Grundlagen in Mathematik, Informatik, Geologie, Biologie, Chemie und Physik umfasst das Profil der Geoökologie das Verständnis und die Wechselwirkungen der verschiedenen Sphären untereinander: Geo-, Bio-, Hydro-, Kryo-, Pedo-, Atmo- und Anthroposphäre.
Als natur- und geowissenschaftliche Systemwissenschaft vereint die Geoökologie methodische Kompetenzen der wissenschaftlichen Datenerhebung und des Monitorings im Labor und im Gelände, der quantitativen und computergestützten Datenauswertung, der Modellierung sowie der räumlichen und zeitlichen Analyse. Feld- und Labormethoden, Praktika und Übungen im Gelände und am Computer erweitern die theoretischen Grundlagen durch anwendungsorientierte Inhalte.
Studierende werden befähigt, komplexe Mensch-Umwelt-Systeme ganzheitlich zu erfassen: Sie lernen, Komponenten, Prozesse und deren Wechselwirkungen über verschiedene räumliche und zeitliche Skalen hinweg zu analysieren, zu bewerten und in ihrer Entwicklung vorherzusagen. Diese Systemkompetenz ermöglicht es Absolvent:innen, als Spezialist:innen für Umweltzusammenhänge wissenschaftsbasierte Handlungsempfehlungen zu entwickeln, die sowohl gesellschaftliche Rahmenbedingungen als auch komplexe ökologische Wechselwirkungen integrieren.
Geoökolog:innen arbeiten dort, wo interdisziplinäres Systemverständnis und Analysen für Umweltfragen gebraucht werden: in Forschung und Lehre, in Behörden, Ingenieur- und Planungsbüros, in der Industrie sowie bei Verbänden und NGOs. Typische Arbeitsfelder sind Umweltgutachten und Folgenbewertung, Monitoring und Kartierung, Gewässer-, Boden- und Naturschutz, Umweltbildung, Klimaanpassung, Altlastenbearbeitung sowie räumliche Planung.
Larissa Donges hat in 2005 beschrieben, wie sie Dritten erläutert, was Geoökologie ist (beste Erklärung in einer Umfrage unter Studierenden):
Du guckst dir die Pflanzen um dich rum an und kannst sie bestimmen, weißt Bescheid wie sie funktionieren. Du guckst in den Himmel und weißt über das Wetter und alles was damit zusammen hängt Bescheid. Du guckst auf den Boden und kannst die Minerale und Gesteine bestimmen, weißt wo sie herkommen und wo sie hingehen. Du guckst dich um und weißt wie die Erde auf der du lebst, entstanden ist und wie sie sich verändert. Vor allem aber weißt du dieses Wissen zu kombinieren, Prognosen daraus zu erstellen, Szenarien zu modellieren und dir Gedanken zu machen, was für einen Einfluss unser menschliches Dasein auf die Umwelt hat... wenn du Geoökologie studiert hast.