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Umweltstudiengänge

Umweltstudiengänge

Mit dem berühmten Blick über den Tellerrand möchten wir hier Umweltstudiengänge aus Deutschland und auch aus dem Ausland außerhalb der Geoökologie vorstellen. Die Beiträge stammen aus Veröffentlichungen des FORUM der Geoökologie seit der Ausgabe 1/2008.

Die Studiengänge umfassen sowohl Bachelor- als auch Master-Studiengänge an Universitäten und Fachhochschulen. Weitere Umweltstudiengänge werden laufend ergänzt.

Uni Augsburg: Masterstudiengang Klima- und Umweltwissenschaften

Masterstudiengang Klima- und Umweltwissenschaften am Institut für Geographie der Uni Augsburg

Aus FORUM der Geoökologie 23 (1), 2012
Von J. Jacobeit & K.-F. Wetzel, Augsburg

Hintergrund und Einordnung

Der Masterstudiengang Klima- und Umweltwissenschaften wurde an der Universität Augsburg zum WS 2011/12 eingeführt. Er ist integriert in das bayerische Netzwerk der Umweltkompetenz, zu dem neben der Universität und ihrem Wissenschaftszentrum Umwelt vor allem das Bayerische Landesamt für Umwelt und eine Vielzahl privater Consultingunternehmen zählen. Der Studiengang selbst ist eingebunden in Kooperationen mit verschiedenen außeruniversitären Forschungseinrichtungen wie dem Institut für Meteorologie und Klimaforschung, Bereich Atmosphärische Umweltforschung, dem Deutschen Fernerkundungsdatenzentrum oder dem Meteorologischen Observatorium Hohenpeißenberg sowie der Umweltforschungsstation Schneefernerhaus an der Zugspitze mit ihren renommierten Konsortialpartnern (Foto).

Der globale Klimawandel und seine vielfältigen Konsequenzen auf unterschiedlichen räumlichen und zeitlichen Skalen werden als bedeutendste und folgenträchtigste Umweltproblematik des 21. Jahrhunderts eingestuft. Dieses Themenfeld steht in engstem Zusammenhang mit den meisten Teildisziplinen aus dem Bereich der Geowissenschaften und der Geographie. Vor diesem Hintergrund befasst sich der neu konzipierte Masterstudiengang mit den naturwissenschaftlichen Grundlagen des Klimasystems, vermittelt ein vertieftes Verständnis seiner Dynamik und schafft die Voraussetzungen, künftige Entwicklungen wissenschaftlich fundiert beurteilen zu können. Darin eingeschlossen sind die Folgen des globalen Klimawandels auf verschiedene Umweltbereiche (z.B. Wasserhaushalt, Vegetation oder Ressourcengeographie) sowie die spezifischen Auswirkungen auf kleinerer räumlicher Skala (regionale bis lokale Dimension).

Konzept und Aufbau

Der Studiengang vermittelt zum einen fortgeschrittene Kenntnisse fachwissenschaftlicher und methodischer Art im Bereich der Klimaforschung und bietet zum anderen ein spezifisches Spektrum an Wahlpflichtmodulen aus dem Bereich der Umweltwissenschaften an, wobei drei der vier angebotenen Disziplinen nach individueller Schwerpunktsetzung auszuwählen und zu belegen sind. Das Spektrum umfasst Themenbereiche, die eng mit der Akzentuierung Klimaforschung verbunden sind und hervorgehobene Bedeutsamkeit im Kontext der Klimafolgenforschung besitzen. Als besonderes Merkmal ist die substanzielle Einbindung außeruniversitärer Forschungseinrichtungen in das Qualifizierungskonzept zu erwähnen, wodurch die Anbindung an spezifische Forschungsfronten und potenzielle Beschäftigungs-perspektiven gezielte Verstärkung erfährt. Den Studierenden wird dabei die Möglichkeit eingeräumt, an einer außeruniversitären Forschungseinrichtung Teile der im Studium vorgesehenen Kompetenzaneignungen zu absolvieren. Dieser außeruniversitäre Aufenthalt wird in enger Abstimmung zwischen Universität und aufnehmender Institution durchgeführt und kann als Vorbereitung für die Masterarbeit genutzt werden.

Übersicht Wahlpflichtmodule

Das Studium gliedert sich in vier Klimamodule (K1-K4) und vier Umweltmodule (U1-U4), von denen drei ausgewählt werden müssen. Im vierten Semester ist das Abschlussmodul (AL) mit der Masterarbeit vorgesehen (vgl. Tabelle).

Beschäftigungsaussichten

Die zuvor skizzierte Bedeutung von klima- und umweltwissenschaftlichen Aufgabenstellungen impliziert eine steigende Nachfrage nach Expertise auf diesem Gebiet; dies gilt nicht nur im Bereich der Grundlagenforschung und der angewandten Wissenschaft (z.B. Klimafolgenforschung, Entwicklung von Anpassungs- und Dämpfungsstrategien), sondern auch in vielfältig betroffenen Bereichen der Wirtschaft, bei Behörden, politischen Organisationen, Gesellschaften und Verbänden.

Voraussetzungen für ein erfolgreiches Studium

Die Qualifikation für den Masterstudiengang Klima- und Umweltwissenschaften wird nachgewiesen durch den Abschluss eines Bachelorstudiengangs aus dem naturwissenschaftlichen Bereich der Klima- und Umweltwissenschaften an einer deutschen Hochschule (wie z.B. Geographie, Meteorologie, Ökoklimatologie, Hydrologie, Umweltphysik, Geoökologie, Landschaftsökologie, Forst- und Agrarwissenschaften) mit einer Gesamtnote von mindestens 2,99 nach der Allgemeinen Prüfungsordnung der Universität Augsburg. Auch sonstige, diesen Studiengängen gleichwertige in- oder ausländische naturwissenschaftliche Abschlüsse mit einer gleichwertigen Gesamtnote können nach einem Prüfverfahren anerkannt werden.

Neben den formellen Aspekten bilden Basiskenntnisse der wichtigsten klimatischen, hydrologischen, biologischen und geoökologischen Prozesse im Erdsystem die Grundlage für ein erfolgreiches Studium. Darüber hinaus werden ein sicherer Umgang mit gängiger Studien-Software und Kenntnisse der grundlegenden geostatistischen Methoden erwartet.

Bewerber/Bewerberinnen können vorläufig immatrikuliert werden, wenn sie in einem entsprechenden Studiengang Leistungen im Umfang von 140 ECTS-Punkten erbracht haben. Spätestens bis zum Ende des auf die erstmalige Immatrikulation in den Masterstudiengang Klima- und Umweltwissenschaften folgenden Semesters muss dann der Abschluss eines Studiengangs mit einer Gesamtnote von mindestens 2,99 nachgewiesen werden. Studienbewerber, die ihre Studienqualifikation nicht an einer deutschsprachigen Einrichtung erworben haben, müssen vor Beginn des Studiums hinreichende deutsche Sprachkenntnisse nachweisen.

Informationen zum Studiengang und zur Bewerbung finden Sie auf den Seiten der Universität Augsburg, Institut für Geographie.

 

Uni Bayreuth: Studiengänge M.Sc. Biodiversität und Ökologie sowie M.Sc. Global Change Ecology

zum M.Sc. Global Change Ecology

Der M.Sc.-Studiengang "Biodiversität und Ökologie" an der Universität Bayreuth

Aus FORUM der Geoökologie 19 (3), 2008
Von Pedro Gerstberger, Bayreuth

Bayreuth (75.000 Einwohner), Sitz der Bezirksregierung von Oberfranken und weltweit berühmt durch die 1876 von Richard Wagner begründeten Opernfestspiele, ist eingebettet zwischen der Fränkischen Alb mit imposanten weißen Dolomitfelsen und tief eingeschnittenen Tälern sowie dem Fichtelgebirge, das mit dem Schneeberg eine Höhe von gut 1000 m ü. NN erreicht. Die unterschiedliche geologische Situation ist Grundlage einer reich gegliederten, äußerst reizvollen Naturlandschaft mit hohem Waldanteil und kleinbäuerlich gegliederten Dorf- und Feldfluren. Umringt ist Bayreuth von mehreren Naturparken, die alljährlich von vielen Wanderern und Kletter-Enthusiasten aufgesucht werden. Außerdem zählt die Umgebung von Bayreuth zu den Regionen mit der weltweit höchsten Dichte an Klein- und Privat-Bierbrauereien.

1975 wurde die Bayreuther Universität gegründet, die seit ihrem Bestehen unter anderem einen Schwerpunkt in den Ökologie- und Umweltwissenschaften aufweist. Überregionale Bedeutung erlangten verschiedene universitäre, interdisziplinäre Forschungseinrichtungen, wie das Bayreuther Institut für Terrestrische Ökosystemforschung (BITÖK, bis 2004) und das Bayreuther Zentrum für Ökologie und Umweltforschung (BayCEER, seit 2004). In den zahlreichen bundesdeutschen Hochschul-Rankings schneidet die Biologie an der Universität Bayreuth stets überdurchschnittlich gut ab, was mit hohen Leistungsstandards und einem günstigen Zahlenverhältnis zwischen den Lehrenden und Studierenden begründet ist. Mit Beginn des Wintersemesters 2008/09 wurde das Studienangebot in Biologie durch einen neuen Masterstudiengang "Biodiversität und Ökologie" erweitert. Daneben werden noch zwei weitere Masterstudiengänge in der Biologie angeboten: "Biochemie und Molekulare Biologie" sowie "Molekulare Ökologie" (www.biologie.uni-bayreuth.de/biologie/de).

Der Masterstudiengang Biodiversität und Ökologie (Biodiversity and Ecology) verfolgt das Ziel, Absolventen im Rahmen eines Vertiefungsstudiums von vier Semestern so auszubilden, dass sie sich weitgehend selbständig in eine Fragestellung aus der Forschung und/ oder Praxis einarbeiten sowie zur Bearbeitung geeignete wissenschaftliche Methoden herausfinden und anwenden können. Auf der Grundlage des Wissens über ökologische Zusammenhänge vermittelt der Studiengang ein Bild der Anzahl und Diversität der Organismen auf der Erde, ihrer Evolution und ihrer genetischen Variabilität. Er untersucht das Ausmaß der Interaktionen einzelner Organismen mit ihrer Umwelt, miteinander und mit benachbarten Organismen, und beschäftigt sich mit den Beiträgen verschiedener Organismentypen zum "Funktionieren" komplexer Gemeinschaften und Ökosysteme.

Um zu einem Verständnis der Biodiversität zu gelangen, sind Methoden zur Erforschung und Beurteilung der vorhandenen Artenausstattung unerlässlich. Daher stellen aktuelle Methoden zur Erfassung von Biodiversität, zur räumlichen Verteilung von Gesellschaften, zu biogeographischen Mustern auf unterschiedlichen Raum- und Zeitskalen und ihrer Variation die tragenden Teile des Masterstudiengangs dar. Er spielt eine wichtige Rolle innerhalb des Forschungsschwerpunktes "Ökologie und Umweltwissenschaften" an der Universität Bayreuth, der die Beziehungen und Rückkopplungen zwischen Ökosystemdynamik und der Struktur der Biodiversität untersucht. Zentrale Themen im Studiengang sind Veränderungen von Ökosystemen z.B. durch Invasion von Fremdarten und die Änderung von Verbreitungsarealen, der Erhalt der Biodiversität und ihre Wiederherstellung. Insbesondere wird untersucht, wie Biodiversität zur Struktur, Funktion und dem Nutzen von Ökosystemen beiträgt.

Feldarbeiten und biologische Exkursionen ins Ausland stellen eine weitere unentbehrliche Lerngrundlage für die Studierenden des M.Sc. dar. Dies wird unterstützt durch mehrere Hochschulpartnerschaften mit ausländischen Universitäten. Beispielsweise wurde kürzlich ein umfangreiches Studentenaustausch- und Stipendienprogramm mit der Kangwon National University in Chuncheon (Südkorea) gegründet (TERRECO). In der Fachgruppe Biologe besteht ferner eine enge Abstimmung mit dem M.Sc.-Studiengang "Molekulare Ökologie", mit dem gemeinsame Wahlpflichtmodule angeboten werden. In den Geowissenschaften an der Universität Bayreuth besteht in der Lehre eine enge Koordination mit den Masterstudiengängen Global Change Ecology (im Elitenetzwerk Bayern) und Geoökologie. Mit diesen Studiengängen werden ebenfalls gemeinsame Module angeboten.

Studienverlauf

Das viersemestrige, jeweils 30 Leistungspunkte (LP) pro Semester umfassende Studium ist folgendermaßen gegliedert:
In den beiden ersten Semestern sind sechs Fachmodule, davon vier Pflichtmodule sowie zwei Wahlmodule mit jeweils 5 LP aus einem Katalog der angebotenen Lehrveranstaltungen abzuleisten (siehe Modulhandbuch im Web). Während der vorlesungsfreien Zeit finden Geländearbeiten und Exkursionen statt (insgesamt 10 LP). Im dritten Semester ergänzen zwei Wahlpflichtmodule sowie zwei Pflichtmodule ("Schlüsselqualifikationen" und "Projektarbeit") den Fächerkanon (4 x 5 LP). Dabei soll die Projektarbeit in dem Fach bzw. an dem Lehrstuhl durchgeführt werden, in dem der Studierende im vierten und letzen Semester auch seine Masterarbeit (30 LP) anfertigt. Der M.Sc. "Biodiversität und Ökologie" stellt außerdem einen Zugang zur Weiterqualifizierung durch eine Promotion an der Universität Bayreuth dar.

Mögliche Berufsfelder

Kenntnisse, die die Absolventen des Masterstudiengangs erworben haben, eröffnen ihnen ein weites Spektrum beruflicher Möglichkeiten:

  • Forschung und Lehre an Universitäten, Fachhochschulen und öffentlichen Forschungsinstituten;
  • Planungs- und Umsetzungsaufgaben innerhalb staatlicher, nationaler und internationaler Behörden und Non-Governmental-Organisationen (NGOs), die mit der Umweltgesetzgebung befasst sind;
  • Beurteilung von Biodiversitätsfragen innerhalb laufender nationaler und internationaler Schutzprogramme;
  • Verbreitung von Umweltinformation in Presse und anderen Medien.

Zulassungsvoraussetzungen

Voraussetzung für die Aufnahme in den Masterstudiengang "Biodiversität und Ökologie" sind ein mit der Prüfungsnote gut (bis 2,5) absolvierter universitärer Bachelor-Studiengang in Biologie oder Geoökologie oder verwandter Studienfächer. Bewerber, die diese Qualifikation nicht besitzen, können jedoch im Rahmen eines persönlichen Eignungsfeststellungsverfahrens zugelassen werden. Das Studium kann sowohl im Winter- also auch im Sommersemester begonnen werden. Für die Bewerbung steht ein Formular als Web-Download zur Verfügung.

Dr. Pedro Gerstberger
Lehrstuhl für Pflanzenökologie
Universität Bayreuth
Universitätsstr. 30
95440 Bayreuth
gerstberger at uni-bayreuth.de
Weitere Informationen über das Konzept des Masterstudiengangs "Biodiversität und Ökologie", zur Studienordnung und das komplette Modulhandbuch finden sich auf den Webseiten: www.bayceer.uni-bayreuth.de/ecosys

 

Der Internationale M.Sc.-Studiengang Global Change Ecology an der Universität Bayreuth

Aus FORUM der Geoökologie 19 (3), 2008
Von Carl Beierkuhnlein, Stephanie Thomas und Volker Audorff, Bayreuth

Im Jahr 2006 wurde am ältesten Geoökologie-Standort Bayreuth der englischsprachige internationale Masterstudiengang Global Change Ecology (M.Sc.) (GCE) etabliert. Damit wurde an diesem Standort eine substanzielle Erweiterung des geowissenschaftlich-ökologischen Studienangebotes erzielt. Das umweltwissenschaftliche Profil der Universität Bayreuth kann damit weiter gestärkt werden. Der Studiengang steht Bachelorabsolventen der Geoökologie, aber auch benachbarter Disziplinen aus dem In- und Ausland offen. Er bietet eine zusätzliche Option zu den drei Vertiefungsrichtungen des Masterstudiengangs Geoökologie (Umweltmanagement, Umweltanalyse, Umweltschutz) im Hinblick auf die globale Perspektive und in Bezug auf eine verstärkte Einbeziehung sozio-ökonomischer, ethischer, politischer und rechtlicher Aspekte. Ziel ist die Ausbildung hochqualifizierter und motivierter Führungskräfte für Forschung, Administration und internationale Verbände sowie für die Politik- und Wirtschaftsberatung. Jahrgangsstärken von weniger als 20 Studierenden pro Jahr werden angestrebt und bislang eingehalten.

Globale Umweltveränderungen und die Analyse ihrer Ursachen und Folgen für Ökosysteme weltweit sowie ihre direkten und indirekten Folgen für die Menschen stehen im Fokus dieses "Elitestudienganges", der im Rahmen des "Elitenetzwerks Bayern" (ENB) finanziell gefördert wird. Aufgrund der sehr guten Personalausstattung durch diese Unterstützung bietet das Global Change Ecology-Studienprogramm eine enge fachliche und organisatorische Betreuung der Studierenden (Abb. 1). Über 20 Dozenten der Universitäten Augsburg, Bayreuth und Würzburg engagieren sich für die GCE-Studierenden. Hinzu kommen Gastdozenten aus renommierten Forschungsinstituten (Max-Planck-Institute und Helmholtz-Zentren, International Institute for Applied Systems Analysis (IIASA), Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt (DLR)). Künftig werden auch renommierte Gastprofessoren aus dem Ausland zeitweise in Bayreuth unterrichten. Internationale Summer und Winter Schools ergänzen das Angebot als Pflichtmodule.

Großer Wert wird auf die fachliche Qualität der insgesamt zwölf Wochen Praktika bei leistungsstarken und auf den Globalen Wandel fokussierten Partnern im In- und Ausland gelegt. Diese werden direkt vermittelt und können als erste Option in Wirtschaft oder Forschung sowie als zweite Option in Verwaltung oder einer internationalen Organisation absolviert werden. Die Beispiele Münchener Rück, Auswärtiges Amt, IUCN, Nature, Helmholtzzentrum für Umweltforschung UFZ belegen, dass den Studierenden direkte Einblicke in mögliche zukünftige Berufsfelder und Arbeitsweisen eröffnet werden.

Die GCE-Studierenden bekommen Zugang zu internationalen und hochkarätig besetzten Konferenzen und Workshops und damit Einblick in den aktuellen Fachdiskurs. Nur eines von vielen Beispielen war die diesjährige 9. Vertragsstaatenkonferenz des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (UN Convention on Biological Diversity) in Bonn, wo unsere Studierenden als "Observer" offiziell akkreditiert waren (Abb. 2). Damit bot sich eine großartige Gelegenheit, direkt der politischen Entscheidungsfindung auf internationaler Ebene beizuwohnen.

Steckbrief Global Change Ecology M.Sc.

Abschlussart: Master of Science
Studiendauer: 4 Semester
Studienort: Bayreuth
Zugangsvoraussetzungen: Bachelor (oder Master, Diplom) in einem umweltwissenschaftlichen oder verwandten Fach
Unterrichtssprache: Englisch
Bewerbungsfrist: 15. Juli, Start nur im Wintersemester
Von den Kandidaten werden Interesse an ökologischen und gesellschaftlichen Fragen, hervorragende naturwissenschaftliche Kenntnisse und die Fähigkeit zur Reflexion komplexer Zusammenhänge erwartet. Außerdem erfordert die Auseinandersetzung mit globalen Umweltproblemen neben natur-, umwelt- und gesellschaftswissenschaftlichen Fachkenntnissen transdisziplinäres Denken, Teamfähigkeit und Kreativität.

Zugangsvoraussetzungen

Die Qualifikation für das Masterstudium im Rahmen des Internationalen Elitestudiengangs Global Change Ecology (M.Sc.) besitzt, wer:
1. über die allgemeine Hochschulreife oder einschlägige fachgebundene Hochschulreife verfügt und
2. einen überdurchschnittlich guten Bachelorabschluss in Geoökologie, Biologie, Hydrologie, Meteorologie, Umweltphysik, Umweltinformatik, Landschaftsökologie, Geographie, Forst- und Agrarwissenschaften oder einen exzellenten Abschluss eines gleichwertigen Studiums nachweisen kann und
3. die Eignungsfeststellungsprüfung für den internationalen Elitestudiengang Global Change Ecology (M.Sc.) an der Universität Bayreuth erfolgreich absolviert.
Details zum Auswahlverfahren regelt die Eignungsfeststellungssatzung, die Interessierte unter www.global-change-ecology.de einsehen können.

Studienablauf und Inhalte

Die Studieninhalte im Studiengang Global Change Ecology sind in thematischen Modulgruppen organisiert. Der quantitative Schwerpunkt der Kurse liegt in diesem naturwissenschaftlichen Masterstudiengang verständlicherweise auf den Modulgruppen "Global Change" und "Ecology". Allerdings erscheint gerade die Integration der gesellschaftlichen Aspekte bei der Thematik des Globalen Wandels unabdingbar (Abb. 3).

Die Unterrichtsformen sind sehr vielfältig. So werden Lerninhalte neben den klassischen Vorlesungen durch multimediale und interdisziplinäre Vorlesungen ergänzt. Modellierungsübungen, Diskussionsgruppen, E-Seminare, Geländeübungen und Praktika, Internationale Workshops (Sommer- und Winterschule), Lernen in Kleingruppen, aber auch Einzelgespräche werden angeboten. Regelmäßig bietet ein "Jour fixe" die Gelegenheit zum Austausch mit den Organisatoren und mit Dozenten.

Studieninhalte und Studienablauf des Masterprogramms Global Change Ecology
1. Semester (WS)
A1 Driving Forces of Global Change Einführung in die Thematik
Vermittlung von naturwissenschaftlichem Grundlagenwissen
Theorien und Methoden
A2 Global Climate Changes
A3 Regional Changes in Aquatic and Terrestrial Ecosystems
B1 Ecosystem Variability and Change
B2 Spatial Modelling in Ecology
C1 Resource Management
2. Semester (SS)
A4 Ecosystem Research and Experiments Methodologische Vertiefung und Erfahrung mit ökologischer Geländearbeit in Experimenten
Interdisziplinäre Teamarbeit
Eigenständige Beiträge und Leistungen der Studierenden
Entwicklung einer eigenen Position auf der Grundlage des Standes der Forschung
A5 Extreme Events and Natural Hazards
B3 Life on Earth
B4 Biogeochemical Fluxes
B5 Biodiversity and Ecosystem Functioning
ABC1 International Summer School
3. Semester (WS)
C2 Ecological Services Übertragung des Wissens in die Praxis
Internationaler Austausch
Kommunikation mit Studierenden anderer Länder
Erfahrungen an außeruniversitären Einrichtungen
C3 Laws and Regulations
ABC2 International Winter School
ABC3 Internship in Economy or Science
ABC4 Internship in Administration or International Organisation (e.g. NGO, UN)
ABC5 Coordination and Communication
4. Semester (SS): Master Thesis
Übertragung der erworbenen Kenntnisse auf eine aktuelle Umweltfragestellung. Auseinandersetzung mit globalen Problemfeldern. Durchführung einer Analyse komplexer Zusammenhänge im Rahmen eines transdisziplinären Ansatzes. Einsatz moderner Methoden und Ansätze (z.B. Remote Sensing, Ecological Modelling, Experimental Ecosystem Manipulation, Nutzung großer Datenbanken, Verknüpfung verschiedener Datenquellen).

Weitere Informationen:
www.global-change-ecology.de
Sprecher des Studienganges: Prof. Dr. Carl Beierkuhnlein, Lehrstuhl Biogeografie
Koordination: Volker Audorff, Stephanie Thomas
gce at uni-bayreuth.de
Universitätsstr. 30
95440 Bayreuth
Tel.: 0921/552364

 

FU Berlin, Nanjing University (China): Masterstudiengänge Environmental Earth Sciences und Geographische Wissenschaften

zum M.Sc. Geographische Wissenschaften

Der Doppelmasterstudiengang "Environmental Earth Sciences" an der Freien Universität Berlin / Nanjing University (VR China)

Aus FORUM der Geoökologie 24 (1), 2013
Von Rabea Imjela, Berlin

Im Wintersemester 2012/13 wurde an der Freien Universität Berlin (FUB) der vom DAAD geförderte Doppelmasterstudiengang Environmental Earth Sciences eingeführt. Der Studiengang ist interdisziplinär angelegt und vereint in einer Kooperation die Kompetenzen des Fachbereichs Geowissenschaften der Freien Universität sowie der School of Geography and Oceanography der Nanjing University (NJU).

Der viersemestrige Studiengang thematisiert die umweltwissenschaftlichen Zusammenhänge zwischen der festen Erde, der Hydrosphäre und der Biosphäre. Die Studierenden erlangen Kenntnisse über die vielfältigen Prozesse zwischen den verschiedenen Sphären und können diese analysieren und interpretieren. Damit sind sie in der Lage, den Herausforderungen und der Komplexität von Umweltbelangen und -problemen zu begegnen.

Das Studium beinhaltet Pflicht- sowie Wahlpflichtmodule aus den Bereichen Geographische Wissenschaften, Geologische Wissenschaften und Meteorologie, wodurch die Studierenden neben dem Kerncurriculum einen eigenen Studienschwerpunkt im Rahmen des Angebots definieren können. Der obligatorische Studienaufenthalt an der Nanjing University im zweiten Semester fördert die Kenntnisse regionaler Umweltsysteme sowie geowissenschaftlicher Prozesse und ermöglicht einen Einblick in die chinesische Kultur.

Ein besonderer Schwerpunkt des Studiengangs liegt in der Projektarbeit im dritten Semester. Die Studierenden der Freien Universität Berlin und der Nanjing University analysieren und interpretieren anhand eines Fallbeispiels der aktuellen Forschung marine und kontinentale Ökosysteme des Phanerozoikums hinsichtlich zeitlich-räumlicher Änderungen und der Interaktion zwischen Pflanzen- und Tiergesellschaften, ihren Habitaten und dem Klima. Dies ist eine gute Vorbereitung auf die Masterarbeit im 4. Semester bzw. die Projektarbeit kann den Grundstein für die folgende Masterarbeit bilden.

Absolventinnen und Absolventen erschließen sich durch Abschluss des Studiums Berufsmöglichkeiten im öffentlichen Bereich, vor allem an Hochschulen, in Forschungseinrichtungen und bei fachspezifischen Landes- und Bundesämtern. Durch die im Studium an der Nanjing University erworbenen regionalen Kenntnisse eröffnen sich ebenfalls Berufsfelder in China.

Zugangsvoraussetzung für das Studium ist ein berufsqualifizierender Abschluss eines Hochschulstudiums in den Fächern Geologische Wissenschaften, Geographische Wissenschaften, Meteorologie, Biologie, Geoökologie oder eines naturwissenschaftlichen Hochschulstudiums mit einem Anteil von 15 LP aus den Bereichen Geologische Wissenschaften, Geographische Wissenschaften oder Meteorologie. Da die Unterrichtssprache Englisch ist, sind zudem Englischkenntnisse im Umfang der Niveaustufe C1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GER) nachzuweisen.

 

Der Masterstudiengang "Geographische Wissenschaften" an der Freien Universität

Aus FORUM der Geoökologie 24 (1), 2013
Von Rabea Imjela, Berlin

Seit dem Wintersemester 2007/2008 bietet die Freie Universität Berlin am Institut für Geographische Wissenschaften den Masterstudiengang "Geographische Wissenschaften" an. Bewerber/innen, die sich für den Studiengang entscheiden, haben durch die Wahl eines Schwerpunktes die Möglichkeit, die inhaltliche Ausrichtung ihres Studiums mitzugestalten.

Der viersemestrige Masterstudiengang umfasst insgesamt 120 Leistungspunkte (LP), die in inhaltlich definierten Einheiten (Modulen) aus, in der Regel, mehreren thematisch aufeinander aufbauenden Lehr- und Lernformen erbracht werden müssen. Das Studium gliedert sich in einen geographisch-wissenschaftlichen Kernbereich (25 LP), einen der möglichen Studienschwerpunkte Terrestrische Systeme, Umwelthydrologie oder Geographische Entwicklungsforschung, inklusive affiner Wahlpflichtmodule (zusammen 65 LP). Die Masterarbeit bildet mit 30 LP den Abschluss des Studiums. Geoökologische Fragen stehen dabei in den beiden Schwerpunktbereichen Terrestrische Systeme und Umwelthydrologie im Fokus.

Der Kernbereich vermittelt vertiefende Kenntnisse der geographischen Informationsverarbeitung von raum- und zeitbezogenen Raster- und Vektordaten, der komplexen Wechselwirkungen zwischen Mensch und Umwelt (vgl. Abbildung Studienaufbau) sowie Einblicke in die geographische Berufspraxis, unter anderem durch ein fachbezogenes Praktikum im Umfang von mindestens vier Wochen.

Der anwendungsorientierte Schwerpunkt Umwelthydrologie befasst sich zum einen mit den Gesetzmäßigkeiten des Wasserkreislaufs in natürlichen und anthropogen überprägten Systemen. Auf Grundlage naturwissenschaftlicher Theorien und Methoden werden dabei räumliche Strukturen und Prozesse der Ressource Wasser behandelt, um zum anderen die erlangten Erkenntnisse für planerische und prognostische Zwecke einzusetzen. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf hydrologischen Extremereignissen (Hochwasser, Dürren) sowie ihren gesellschaftlichen Folgen. Im Fokus stehen außerdem die Auswirkungen des globalen Klimawandels auf den Wasserhaushalt sowie Strategien für das Management der begrenzten Ressource Wasser. Darüber hinaus bietet das Studium die Möglichkeit, sich intensiv mit den Themenkomplexen Monitoring, Hydrologische Modellierung und daraus ableitbaren Managementstrategien (Hochwasserrisikomanagement, Einzugsgebietsmanagement) zu befassen, womit eine praxisnahe Ausbildung ermöglicht wird. Die begrenzte Anzahl der Studienplätze gewährleistet, dass die Studierenden in aktuelle internationale Forschungsprojekte einbezogen werden können. Mit den erworbenen Fachkenntnissen ergeben sich für die Absolventinnen und Absolventen Berufsfelder im Bereich Ressourcenmanagement von Oberflächen- und Grundwasser (inklusive hydrologischer Extremsituationen), im Landschafts- und Naturschutz, in wasserwirtschaftlichen Unternehmen sowie in kommunalen, regionalen oder Bundesbehörden.

Studierende mit dem Studienschwerpunkt Terrestrische Systeme befassen sich mit den Grundlagen naturwissenschaftlicher Theorien, Modelle und Methoden sowie räumlichen Strukturen und Prozessen der Natur- und Kulturlandschaftsentwicklung vor einem paläoklimatischen und aktuellen klimatischen Hintergrund. Dazu gehören auch Methoden zur Erhebung und Bewertung von Proxy-Daten sowie ergänzende Methoden der Paläoumweltforschung. Ziel ist es dabei, zeitliche und regionalisierte Prozessabläufe mit und ohne menschlichen Einfluss zu unterscheiden und die Erkenntnisse für planerische und prognostische Maßnahmen nutzbar zu machen.

Die Sichtweise auf den menschlichen Einfluss in der jüngeren Erdgeschichte wird durch die Einbeziehung landschaftsarchäologischer Kenntnisse verstärkt. Darüber hinaus können die Studierenden entsprechend ihrer eigenen Präferenzen weitere Kenntnisse und Kompetenzen aus den Bereichen Archäologie, Meteorologie oder Geologie erwerben. Die Absolventinnen und Absolventen besitzen Fachkenntnisse und Fertigkeiten, die für eine Berufstätigkeit im Bereich Ressourcenmanagement von Gestein, Boden und Wasser, im Landschafts- und Naturschutz und in der Beratung von kommunalen, regionalen oder Bundesbehörden eingesetzt werden können.

Unabhängig vom Studienschwerpunkt sind die Absolventinnen und Absolventen befähigt, den beruflichen Anforderungen in Wissenschaft und Praxis mit modernen Methoden gerecht zu werden.

Für die Bewerbung zum Masterstudiengang Geographische Wissenschaften ist ein berufsqualifizierender Abschluss eines geowissenschaftlichen Hochschulstudiums mit einem geographisch wissenschaftlichen Anteil von 120 Leistungspunkten nachzuweisen.

Weitere Informationen rund um die beiden Masterstudiengänge sowie die Bewerbung finden Sie auf der Homepage der FU Berlin.

TU Dresden: Master-Studiengang Raumentwicklung und Naturressourcenmanagement

Der Master-Studiengang Raumentwicklung und Naturressourcenmanagement an der TU Dresden

Aus FORUM der Geoökologie 20 (2), 2009
Von Juliane Schnur und Martin Stumpler, Dresden

Im Wintersemester 2008/2009 wurde an der Technischen Universität Dresden der interdisziplinäre und forschungsorientierte Master-Studiengang "Raumentwicklung und Naturressourcenmanagement" eingeführt. Der neugeschaffene Studiengang basiert einerseits auf dem Erfahrungsschatz der traditionsreichen umwelt- und raumwissenschaftlichen Lehre an der TU Dresden (u.a. im bisherigen postgradualen Aufbaustudiengang "Umweltschutz und Raumordnung") und andererseits auf der vielfältigen Kooperation natur-, ingenieur-, wirtschafts- und sozialwissenschaftlicher Fachgebiete der Universität. Über die Interdisziplinarität innerhalb der TU Dresden hinaus wird auf die Einbindung außeruniversitärer Einrichtungen mit raum- und umweltwissenschaftlicher Forschung sowie auf eine europäische und internationale Ausrichtung hoher Wert gelegt. Bereits in der Konzeptionsphase wurde der neue Studiengang vom Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) sowie von der Dresdner Niederlassung des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung mitgestaltet.

Lehre an der Schnittstelle von Raum- und Umweltwissenschaften

Das Hauptaugenmerk des Studiengangs, zugleich seine wesentliche Besonderheit, liegt in der Verknüpfung raumwissenschaftlicher und natur- bzw. umweltwissenschaftlicher Kenntnisse sowie von sozioökonomischem, ökologischem und planerischem Wissen. Aus dieser Verknüpfung ergeben sich für den Master-Studiengang "Raumentwicklung und Naturressourcenmanagement" folgende Schwerpunkte:

  • die Probleme und Lösungsansätze einer nachhaltig und ökologisch ausgerichteten Stadt- und Regionalentwicklung,
  • die Entwicklung natürlicher und gestörter Ökosysteme sowie der Schutz und die Regeneration der Umweltmedien und der genetischen Ressourcen und
  • der Erwerb methodischer Fertigkeiten, u.a. in Geoinformatik und Fernerkundung, in der Analyse von Schadstoffen, der Indikation und Bewertung von Umweltbelastungen sowie hinsichtlich von Konfliktlösungsmethoden.

Interdisziplinarität, Anwendungsbezug und Internationalität

Ziel des Studiums ist somit, Grundfragen und Probleme aus den Bereichen Raumentwicklung und Naturressourcenmanagement interdisziplinär zu analysieren und zu bewerten sowie praxisorientierte Lösungen zu erarbeiten. Wissenschaftliche und anwendungsorientierte Fragestellungen werden dabei nicht nur im nationalen, sondern auch im europäischen und internationalen Kontext betrachtet. In Projekten und Seminaren, etwa zur internationalen Raumentwicklung, wird darüber hinaus der direkte Austausch mit Universitäten im Ausland gepflegt, beispielsweise zu Fragen der nachhaltigen Entwicklung von Stadtregionen mit Universitäten in Chile und den USA.

Studienablauf und Fächerangebot

Das Studium mit einer Regelstudienzeit von vier Semestern ist modular aufgebaut. Das Lehrangebot ist auf die ersten drei Semester verteilt. Es umfasst zehn Pflichtmodule und vier Wahlpflichtmodule. Für die Bearbeitung der Master-Arbeit mit einem Kolloquium steht das vierte Semester zur Verfügung. Einzelheiten zu Studienablauf und Modulangebot können der Abbildung entnommen werden.

Studienablauf

Die Lehrveranstaltungen des ersten Semesters dienen einerseits dazu, die unterschiedlichen Fachkenntnisse der Studierenden bezüglich planerischer, sozioökonomischer und naturwissenschaftlicher Grundlagen anzugleichen und ermöglichen andererseits eine Orientierung im Hinblick auf den weiteren Studienverlauf. Nach der Orientierungsphase folgt im zweiten Semester die individuelle Schwerpunktsetzung in einer der beiden Vertiefungsrichtungen "Raumentwicklung" oder "Naturressourcenmanagement" nach Wahl der Studierenden. Eine Besonderheit stellt die Möglichkeit dar, eines der insgesamt vier zu belegenden Wahlpflichtmodule im 2. und 3. Semester aus dem Bereich der jeweils anderen Vertiefungsrichtung zu belegen.

Während des viersemestrigen Studiums sind insgesamt 120 Leistungspunkte zu erwerben. Auf den allgemeinen Pflichtbereich entfallen 55 Leistungspunkte, auf den Pflichtbereich in der jeweiligen Vertiefungsrichtung 15 und auf den Wahlpflichtbereich 20 Leistungspunkte. Für die Master-Arbeit mit einem abschließenden Kolloquium werden 30 Leistungspunkte vergeben. Das Studium schließt mit dem Hochschulgrad "Master of Science" (M.Sc.) ab.

Praktikum

Ein sechswöchiges Berufspraktikum im Laufe des Studiums ermöglicht den Studierenden, zusätzlich zu praxisorientierten Lehrveranstaltungen und Projekten eigene praktische Erfahrungen und persönliche Kontakte für den späteren Werdegang zu sammeln. Zur Durchführung dieses Praktikums können die Studierenden des Master-Studiengangs auf ein bewährtes Netzwerk von Praxispartnern bestehend aus Unternehmen, Forschungsinstituten und öffentlichen Einrichtungen zurückgreifen, das bereits im Rahmen des bis 2007 angebotenen Aufbaustudiengangs "Umweltschutz und Raumordnung" gewachsen war. Zugleich zeigen sich auch in dieser Hinsicht Vorteile aus der direkten Einbindung außeruniversitärer Forschungseinrichtungen in den neuen Master-Studiengang.

Berufsfelder

Obwohl der im letzten Wintersemester gestartete Studiengang noch keine Absolventen vorweisen kann, sind vielfältige Einsatzmöglichkeiten an Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen, in der öffentlichen Verwaltung (beispielsweise in der Stadt-, Regional- und Landesplanung), im Bereich der Fachplanungen sowie in der Umweltüberwachung zu erwarten. Im Zuge der wachsenden Bedeutung von Public-Private-Partnerships sind darüber hinaus Möglichkeiten einer Tätigkeit in privaten Planungsbüros und im Consulting-Bereich, insbesondere auch direkt in der Energie-, Rohstoff- und Bauwirtschaft sowie dem Beratungs- und Versicherungssektor denkbar. Ein mögliches Alleinstellungsmerkmal der Absolventen wird sein, dass sie mit den Besonderheiten an der Schnittstelle von räumlicher Planung und Umweltentwicklung gut vertraut sind: ein wesentlicher Unterschied zur Ausbildung in entweder eher naturwissenschaftlich oder eher sozialwissenschaftlich geprägten Studiengängen.

Zugangsvoraussetzungen und Bewerbungsfrist

Voraussetzung für die Aufnahme des Master-Studiengangs "Raumentwicklung und Naturressourcenmanagement" ist ein im Inland oder Ausland an einer Universität oder gleichgestellten Hochschule erworbener Abschluss in fachnahen Studiengängen mit mindestens sechssemestriger Regelstudienzeit. Außerdem sind Kenntnisse der deutschen und englischen Sprache obligatorisch. Die internationale Ausrichtung des Studiengangs zeigt sich nicht nur bei den behandelten Inhalten, sondern auch daran, dass einzelne Lehrveranstaltungen in englischer Sprache abgehalten werden.

Das Studium kann jeweils zum Wintersemester aufgenommen werden.Weitere Hinweise zur Bewerbung finden Studieninteressierte unter: http://tu-dresden.de/imma/bewerbung.

Die Autoren sind als studentische Hilfskräfte am Lehrstuhl Raumentwicklung der TU Dresden bzw. am Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung tätig.

Ansprechpartner und weitere Informationen:
Komm. Studiendekan und Vorsitzender des Prüfungsausschusses:
Prof. Dr. Dr. h.c. Bernhard Müller
Tel.: 0351 467 9210 (Sekretariat: Frau Bodó)
bernhard.mueller at tu-dresden.de
Studienfachberater:
Dr. Carsten Brackhage
Tel.: 035203 38 31328
carsten.brackhage at forst.tu-dresden.de
www.tu-dresden.de/renrm

FH Eberswalde: Umweltstudiengänge

Die Umweltstudiengänge an der Fachhochschule Eberswalde

Aus FORUM der Geoökologie 19 (2), 2008
Von Tillmann K. Buttschardt, Eberswalde

Die Umwandlung der Studiengänge innerhalb des Bolognaprozesses hat nicht nur ihre Auswirkung auf die einzelnen Fächer oder Abschlüsse, sondern das ganze deutsche Hochschulsystem unterliegt einem tief greifenden Wandel: Die blühenden neuen Landschaften der Bildungswelt sind deutlich diverser geworden. Die Zunahme rührt natürlich einmal daher, dass die Abschlussmöglichkeiten via Bachelor und Master praktisch verdoppelt wurden. Zum andern ist aber den Universitäten neue und ernst zu nehmende Konkurrenz entstanden. Die Fachhochschulen bieten mit ihren angewandten Studiengängen eine tatsächliche Alternative oder - und dies scheint wirklich eine Bereicherung zu werden - eine sinnvolle Ergänzung zum Universitätsdiplom. Die Fachhochschule Eberswalde bietet eine ganze Reihe interessanter Aufbaumöglichkeiten für AbsolventInnen eines Geoökologie-Bachelor Studienganges. Der umgekehrte Weg, der Abschluss im Studiengang Landschaftsnutzung und Naturschutz (B.Sc.) und die Fortsetzung des Studiums im M.Sc. Geoökologie dürfte aufgrund der Aufnahmebeschränkungen und der fehlenden Grundlagen derzeit noch Zukunftsmusik sein. Dieser Beitrag stellt die Studienmöglichkeiten an der Fachhochschule Eberswalde vor und diskutiert, inwiefern sich die Universitäten und auch der VGöD auf diese neue Situation einstellen sollten.

Studiengänge an der FH Eberswalde (Studiengänge mit dezidiertem Umweltbezug sind fett gedruckt)
Name Abschluss Interessant für AbsolventInnen mit B.Sc. Geoökologie
Forstwirtschaft B.Sc.  
International Forest Ecosystem Management B.Sc.  
Forest Information Technology M.Sc. Spezialisierung im Tätigkeitsfeld wald- und umweltorientierter Informationstechnologien; englischsprachig; in Zusammenarbeit mit der Warschauer Naturwissenschaftlichen Universität, Polen
Global Change Management M.Sc. Vertiefung und Spezialisierung im Bereich des Ressourcenmanagements und der entwicklungszielorientierten Anpassung wissenschaftlich fundierter Lösungsansätze der Umweltproblematik; englischsprachig; in Zusammenarbeit mit Partnern (PIK, Gemanwatch, Münchner Rück, NABU, GTZ, vTI)
Landschaftsnutzung und Naturschutz B.Sc.  
Ökolandbau und Vermarktung B.Sc.  
Öko-Agrarmanagement M.Sc. Vertiefung im Bereich Landwirtschaft und Management; deutschsprachig; in Kooperation mit der Landwirtschaftlich-Gärtnerischen Fakultät der Humboldt-Universität in Berlin
Regionalentwicklung und Naturschutz M.Sc. Vertiefung mit konkretem regionalen und auf Europa ausgerichtetem Bezug. Als Spezialisierungen werden Bodenschutz und Umweltbildung angeboten. Bewerbung mit B.Sc. Geoökologie ist möglich.
Nachhaltiges Tourismusmanagement M.A. Vertiefung in einem der wichtigsten globalen Berufsfelder mit einem dynamische Wachstum und immensen Umweltauswirkungen. Die Akkreditierung für den "höheren Dienst" eröffnet allen FH-Absolventen den Zugang zum höheren Dienst; zweisprachig (englisch und deutsch); großes Partnernetzwerk
Holztechnik B.Sc.  
Finanzmanagement B.A.  
Regionalmanagement B.A.  
Unternehmensmanagement M.A.  
Marketing-Management M.A.  


Die FH Eberswalde

Die Barnimer Kreisstadt Eberswalde ist mit ihren knapp 40.000 Einwohnern und der Lage 50 km nördlich von Berlin den meisten nur durch die Pommersche Eisrandlage und das dazugehörige Urstromtal bekannt. Als Locus typicus quartärer Eiszeitforschung besitzt sie jedoch durch eine mustergültig aufgebaute glaziale Serie ein für die Erdwissenschaften hervorragendes didaktisches Umland. Nach der Wende hat die Kommune durch Abwanderung deutlich an Einwohnern verloren, befindet sich jedoch heute wieder im Aufwind - auch wegen des attraktiven Umlandes (Seenreichtum, Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin, Nationalpark Unteres Odertal) und die exzellente Verkehrsverbindung nach Berlin (35 Minuten bis Berlin Hauptbahnhof). Nicht nur deshalb steigen die Zahlen der Studierenden, die etwa zu gleichen Teilen aus den alten und den neuen Bundesländern kommen. Auch die Wohnmöglichkeit in Berlin, das attraktive Fächerspektrum und die Gebührenfreiheit im Land Brandenburg tragen dazu bei, dass von Jahr zu Jahr mehr Studierende an der FHE beginnen.

Gegründet wurde die FH 1991 mit dem Ziel einer nachhaltigen Entwicklung des ländlichen Raumes. Allerdings war dies nicht eine Neugründung, sondern das Aufnehmen und Erweitern einer alten Tradition: Die "Höhere Forstliche Lehranstalt" wurde bereits 1821 als Ausgründung der damaligen Berliner Friedrich-Wilhelm-Universität ins Leben gerufen. Ziel war, eine preußische Forstakademie an einen kleinen Ort in die durch Ausbeutungswirtschaft degradierten Waldungen zu legen und durch gezielte Forschung dem Bemühen um eine nachhaltige Waldwirtschaft Rechnung zu tragen. Stolz sind die Eberswalder zu Recht auf Alfred Möller (Direktor der Akademie 1906-1922), der mit seiner Vision vom Dauerwald als Begründer einer naturgemäßen Waldwirtschaftsidee gilt. Die Institution wurde in den 1960er Jahren von der DDR geschlossen. 1991 kamen dann zu dem klassischen Fachbereich "Wald und Umwelt" die Fachbereiche "Landschaftsnutzung und Naturschutz", "Wirtschaft" und schließlich "Holztechnik" hinzu.

Das Studienangebot

Insgesamt 14 Studiengänge bietet die FH derzeit an (Tabelle 1). Hiervon besitzen acht einen klaren Umweltbezug. Neben dem Studiengang "Landschaftsnutzung und Naturschutz", der sozusagen die der Geoökologie verwandtesten Inhalte aufweist, wurden in den letzten Jahren vor allem im Bereich der ökologisch orientierten Landwirtschaft neue Studienangebote geschaffen.

Im Bachelor-Bereich ist vor allem der Studiengang Landschaftsnutzung und Naturschutz als Alternative zum Studiengang Geoökologie aufzufassen. Allerdings besitzt dieser eine deutlich geringere Durchdringung in den mathematischen, chemischen und physikalischen Grundlagenfächern. Dafür wird von Anfang an ein Anwendungsbezug hergestellt. Viele methodisch orientierte Lehrveranstaltungen in der Bodenkunde, Hydrologie und die biotischen Teilfächer werden vom ersten Semester an angeboten. Sehr stark ist auch die tierökologische Feldausbildung. Der vom selben Fachbereich angebotene Bachelor-Studiengang Ökolandbau und Vermarktung soll Nachwuchskräfte für die großen Betriebe im Osten Deutschlands ausbilden und den wachsenden Bedarf an Betriebsleiter/innen decken, die im Segment des Biolandbaus bei dessen Expansion benötigt werden. Auch hier bringen Partnerbetriebe eine starke Anwendungskomponente in den Ausbildungsgang. Durch seine agrarische Ausrichtung lässt sich dieser Studiengang allerdings nicht mit der Geoökologie vergleichen.

Fachhochschulstudiengänge sind im Allgemeinen deutlich verschulter. Sie verwenden semesterweise Stundenpläne mit straffem Programm. An die Vorlesungszeit schließt sich die Prüfungszeit von mehreren Wochen an. Überschneidungen oder Probleme im Studienablauf sind weitestgehend unbekannt. Sollte dennoch einmal eine Schwierigkeit auftreten, sorgt der/die Semestersprecher/in (mit Hiwi-Vertrag) umgehend für eine Klärung. Eine weitere Praxiskomponente ist das Praktische Studiensemester. Volle sechs Monate lang leisten die Studierenden in einer Einrichtung ihrer Wahl ein Praxissemester ab. Begleitet wird dies durch Lehrveranstaltungen zur Vor- und Nachbereitung.

Master-Studiengänge

Für Absolvent/innen der Geoökologie könnten vor allem die Angebote im Master-Bereich eine sinnvolle Alternative darstellen. Die Fachhochschule Eberswalde hat hier bewusst neue Akzente gesetzt, um nicht in den disziplinären Ausbildungskorridoren zu verharren. So versteht sich der Studiengang Regionalentwicklung und Naturschutz nicht als bloße Vertiefung des Bachelorangebotes. Vor dem Hintergrund der föderalen Struktur Deutschlands und auch Europas bildet die Region die Dimension, in welcher nachhaltige Entwicklung stattfinden kann. Dabei wird Regionalentwicklung deutlich weiter gefasst als die Regionalplanung. In der Entwicklung steckt der Ansatz der Prozessgestaltung, -begleitung und -initiation. Hierzu braucht es Fachkräfte, die Kompetenzen im Bereich der Ökologie haben, aber auch über soziale, politische, ökonomische, rechtliche und psychologische Kenntnisse verfügen. Der Studiengang erschließt somit ein Feld, das in den Angeboten der Geoökologie nicht in dieser Form abgedeckt ist.

Der Master-Studiengang "Regionalentwicklung und Naturschutz" ergänzt gewissermaßen das Angebot des nachgenannten Studienganges auf der europäischen Ebene und erschließt das klassische Dreieck der Nachhaltigkeit Wirtschaft-Gesellschaft-Umwelt. Den räumlichen Hintergrund bildet die Ebene der Region. Viele Erkenntnisse deuten darauf hin, dass im Globalisierungsprozess "regionale Identitäten" wieder stärker an Bedeutung gewinnen werden und dass die Lösung vieler Probleme nicht auf kleineren Maßstabsebenen gelingen kann. Für eine Erweiterung der naturwissenschaftlichen Kompetenzen der Absolventen des B.Sc. Geoökologie ist das durchaus ein attraktives Angebot. In den ersten beiden Semestern werden vor allem fachwissenschaftliche Grundlagen und Methoden gelehrt, die dann durch konkrete Projekte in Teamarbeit im dritten Semester ergänzt werden.

Andere Beispiele dieser Art sind die forstwissenschaftlich ausgerichteten englischsprachigen Masterstudiengänge Global Change Management und Forest Information Technology. Der erstgenannte Studiengang setzt auf neue Lehrformate. So ist im 3. Semester ein eigenständiges Forschungsprojekt an der Hochschule bzw. an den Partnerinstitutionen im In- und Ausland angesiedelt, das in der Masterarbeit fortgesetzt werden kann. Im Abschlusssemester soll ein integrales Modul "Designing climate change mitigation projects" neben der Master-Arbeit angefertigt werden. Dies zeigt, dass auch an Fachhochschulen forschungsorientiert studiert werden kann. Der Studienführer enthält denn auch den selbstbewussten Hinweis: "Der Abschluss Master of Science qualifiziert zur Promotion an einer Universität."

Schließlich sei noch auf den Studiengang Nachhaltiges Tourismusmanagement (B.A.) hingewiesen, ein Angebot, das in dieser Form in Deutschland wohl einzigartig ist. Getragen wird der Studiengang von den Fachbereichen Landschaftsnutzung und Naturschutz sowie Wirtschaft. Eine große Zahl an Praxispartnern macht den Studiengang praxisnah. Im Mittelpunkt der Ausbildung steht die strategische und unternehmerische Umsetzung des Nachhaltigkeitsgedankens auf dem Gebiet des Tourismus. Daher werden landschaftsbezogene, planerische und wirtschaftliche Grundlagen unterrichtet, die dann in Projekten mit regionalen, nationalen und internationalen Tourismusakteuren umgesetzt werden.

FH-Studiengänge: Konkurrenz oder Ergänzung?

Der Bologna-Prozess hat eine Tür aufgestoßen, und vor uns liegen Möglichkeiten, die das althergebrachte System grundlegend verändern werden. Durch die gestuften Studiengänge werden - auch wenn die Menschen derzeit noch in der Tradition verharren - deutlich vielfältigere Lernbiographien verwirklicht werden. Der B.Sc. Geoökologie bietet ein gutes und solides Fundament für vielfältige Weiterentwicklungen in ganz unterschiedliche Richtungen. Da sind zum einen die naturwissenschaftlich Orientierten, die auch in dieser Richtung weiterhin verbleiben werden. Hierzu bieten sich inzwischen breite Möglichkeiten - auch abseits der Geoökologie. Doch auch alle nicht-naturwissenschaftlichen Bereiche, die interdisziplinär die aktuellen Umweltthematiken aufgreifen, sind durch die Umstellung nicht nur interessant, sondern auch studierbar geworden.

Neben der Verbreiterung des Fächerspektrums in Richtung auf sozial- und wirtschaftswissenschaftliche Inhalte findet die Erweiterung der Hochschullandschaft statt. Hier werden künftig stärker die Hochschulen - wie sich viele Fachhochschulen inzwischen nennen - als Konkurrenten um Studierende den Universitäten gegenübertreten. Für viele Studienanwärter könnte die Praxisnähe, der Verbund mit den Institutionen der Praxis, die effizientere Organisation der Studienabläufe oder die Nähe zu den DozentInnen der Fachhochschulen ausschlaggebend sein. So ist derzeit bereits ablesbar, dass auch für den VGöD diskutiert werden muss, inwiefern die "reine Geoökologie" als gemeinsame Basis der Mitgliedschaft ausreichen kann. Vielmehr gilt es anzuerkennen, dass die Fachhochschulen mit der Gestaltung ihrer Studienprogramme, der Umstellung auf das B.Sc./M.Sc.-System und die Akkreditierung häufig schon sehr viel weiter sind als die Universitäten. Bleibt abzuwarten, wann die Bastion des Promotionsrechtes gestürmt werden wird. In den Startlöchern sitzen die Hochschulen schon.

Prof. Dr. Tillmann K. Buttschardt
Fachgebiet Landschaftskunde
Fachhochschule Eberswalde
Friedrich-Ebert-Straße 28
16225 Eberswalde
tbuttschardt at fh-eberswalde.de

Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt: MS Geographie - Bildung für nachhaltige Entwicklung

MS Geographie - Bildung für nachhaltige Entwicklung an der katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt

Aus FORUM der Geoökologie 23 (3), 2012
Von Ingrid Hemmer und Péter Bagoly-Simó, Eichstätt

Master für die Bildung

An der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt wurde am 1.12.2010 das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung für die Bereiche Forschung, Lehre und Campusmanagement beschlossen. Der MA-Studiengang "Geographie: Bildung für nachhaltige Entwicklung" ist im Bereich der Lehre ein wichtiger Pflasterstein oder gar Meilenstein auf dem Weg hin zu einer nachhaltigeren Universität. Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) spielt eine Schlüsselrolle bei der Implementierung des Leitbildes der nachhaltigen Entwicklung in unserer Gesellschaft (vgl. dazu auch Löwenfeld & Sturm-Hentschel, Forum 2/12). Obwohl es eine Reihe von Studiengängen gibt, die sich mit Aspekten der Nachhaltigkeit beschäftigen, existieren mit Ausnahme des berufsbegleitenden kostenpflichtigen Masterstudiengangs Umwelt und Bildung an der Universität Rostock keine auf den Bildungsbereich ausgerichteten Bachelor- oder Masterstudiengänge.

Diese Lücke will der interdisziplinäre Studiengang MA "Geographie: Bildung für nachhaltige Entwicklung" schließen. Er ist zwar im Laufe der Entwicklung der neuen Fachmaster- und Lehramtsstudiengänge im Fach Geographie im Wintersemester 2010/11 entstanden, richtet sich jedoch bewusst nicht nur an Geographen, sondern an alle Zielgruppen, die einen Hochschulabschluss in einem Studiengang mit Bezug zur Nachhaltigkeit absolviert haben, wie z.B. Geographie, Geoökologie, Biologie, Erziehungswissenschaften, Kulturwissenschaften und Lehramt. Das Fach Geographie hat eine besondere Affinität zur nachhaltigen Entwicklung und kann inhaltliche und methodische Kernkompetenzen für alle drei Pole des sogenannten Nachhaltigkeitsdreiecks, also Umwelt, wirtschaftliche Entwicklung und soziale Situation, auf verschiedenen Maßstabsebenen, von der lokalen bis zur globalen, liefern. Bedeutsame Elemente des Konzepts der BNE sind die ethischen Aspekte. Darum wird im Studiengang die theologisch-ethische Perspektive ganz explizit mit einem eigenen Modul aufgegriffen. Daneben und damit korrespondierend werden in einem weiteren Modul wirtschafts- bzw. unternehmensethische Aspekte erörtert. Ein besonderes Gewicht in diesem "Bildungsmaster" haben die fachdidaktischen und pädagogischen Module. Das Masterangebot wird interdisziplinär durch Module aus Soziologie, Biologie und Psychologie angereichert. Durch diese Ausrichtung unterscheidet sich dieser Master von den eher naturwissenschaftlich-technisch ausgerichteten Studiengängen, die bisher im Forum der Geoökologie vorgestellt wurden.

Eine Verknüpfung zwischen Lehre, Forschung und Campus-Management wird angestrebt. So sind einige Masterstudierende derzeit in die Vorbereitung einer wissenschaftlichen Nachhaltigkeits-Tagung eingebunden, andere haben den Prozess der Umstellung des Campus auf Ökostrom begleitet. Besonderer Wert wird auch auf die so genannte transdisziplinäre Zusammenarbeit mit externen Partnern aus der näheren und weiteren Umgebung gelegt, die vor allem im Rahmen der Exkursionen sowie des Praktikums erfolgt. Darüber hinaus sind Lehrbeauftragte aus dem NGO-Bereich eingebunden. Der Masterstudiengang wurde für den Zeitraum 2010/2012 als Projekt der UN-Dekade BNE zertifiziert.

Aufbau des Studiengangs

Die verpflichtenden Basismodule sind aus der Abbildung ersichtlich. Im Modul "BNE-Grundlagen Bildung für nachhaltige Entwicklung" eignen sich die Studierenden grundlegende Kenntnisse über Begriffe, Genese, Theorien, Forschungsansätze, -methoden und -ergebnisse des Bereichs BNE an und lernen Kriterien sowie Methoden für die eigene Konzeption von BNE-orientierten Bildungsprozessen kennen. Ein Teilmodul richtet sich dabei stärker auf den Bereich der schulischen Umsetzung, ein zweites stärker auf den außerschulischen Bereich. Zwei Exkursionstage in außerschulische Bildungseinrichtungen, wie z.B. das Wildniscamp im Nationalpark Bayerischer Wald (vgl. Foto unten), runden dieses fachdidaktisch-pädagogisch ausgerichtete Modul, das gemeinsam mit einer Lehrbeauftragten aus der außerschulischen Bildungsarbeit durchgeführt wird, ab. Ein weiteres Pflichtmodul, "Entwicklungsprobleme und Globales Lernen", fördert akzentuiert die Kompetenzen der Studierenden in diesem wichtigen Teilbereich der BNE, der stark an dem Postulat der globalen Gerechtigkeit ausgerichtet ist. Auch dieses Modul, das Fachdidaktik und Fachwissenschaften gemeinsam durchführen, wird mit einer Exkursion abgeschlossen, die die Kenntnisse vertieft. Bisherige Exkursionsziele waren z.B. die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) und die Bank für Kreditwirtschaft in Frankfurt.

Die beiden weiteren Pflichtmodule des ersten Semesters, "Räumliche und regionale Entwicklung" sowie "Geomorphologische und hydrologische Umweltprozesse und Naturgefahren", liefern wichtige inhaltliche Fundamente.

Im zweiten Semester erfolgt im Rahmen des Moduls "Theologisch-ethische Aspekte einer BNE" eine reflektierte Auseinandersetzung mit der Thematik, die als Blockseminar im Kloster Plankstetten stattfindet.

Zum Pflichtprogramm gehört eine große Exkursion von mindestens acht Tagen, die explizit auf Nachhaltigkeitsgesichtspunkte ausgerichtet ist. So besuchen die Studierenden z.B. Einrichtungen (Schulen, Hochschulen, außerschulische Bildungseinrichtungen, Kommunen etc.), die sich dem Leitbild der nachhaltigen Entwicklung bzw. der BNE verpflichtet fühlen, und überprüfen Strukturen und Prozesse, die im Exkursionsraum stattfinden, auf ihre Nachhaltigkeit bzw. Nichtnachhaltigkeit. Exkursionsziele waren bedingt durch bestehende internationale Kontakte und eine Gastdozentur 2011 Rumänien und 2012 die Schweiz.

Neben zwei Wahlpflichtmodulen, die aus einem Modulpool aus den Bereichen Geographie, Biologie, Wirtschaftsethik, Soziologie und Psychologie gewählt werden können, ist im zweiten bzw. dritten Semester ein achtwöchiges Praktikum mit Projektcharakter zu absolvieren. Die Studierenden suchen sich ihren Praktikumsplatz häufig schon mit Blick auf die Masterarbeit und ein späteres potentielles Berufsfeld aus. Anregungen dazu liefern die Exkursionen; aber auch die gute Vernetzung mit den BNE-Einrichtungen in der Region bietet viele Möglichkeiten, die erworbenen Kompetenzen vor Ort anzuwenden. Das dritte Semester bietet als Pflichtmodul einen Blick in einen der wichtigsten Wirtschaftsbereiche, den Tourismus, und bietet ansonsten im Rahmen von drei Wahlpflichtmodulen und einem Wahlmodul viel Freiheit, selbst gewählte Schwerpunkte zu vertiefen. Das vierte Semester ist schließlich ganz der Masterarbeit gewidmet. Derzeit laufen Überlegungen, wie man, um die Attraktivität des Masters noch weiter zu erhöhen, Veranstaltungen der Virtuellen Akademie Nachhaltigkeit in den Master einbinden könnte.

Studienziele

Die Ziele des Studiengangs liegen im Aufbau von Kompetenzen im Bereich nachhaltige Entwicklung - bzw. in deren Vertiefung und Erweiterung - und der Förderung von Gestaltungskompetenz im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung. Zusätzlich gefördert werden Fähigkeiten, die für eine Multiplikatorentätigkeit im Bereich BNE notwendig sind. Darüber hinaus erwerben die Studierenden Kompetenzen, Bildungsprozesse zu konzipieren und durchzuführen, die in alle Bereiche, die Bildung für nachhaltige Entwicklung implementieren, zu transferieren sind.

Beschäftigungsaussichten

Der Masterstudiengang befähigt die Absolventen, an Institutionen als Multiplikatoren für Bildung für nachhaltige Entwicklung tätig zu werden. Wichtige Einsatzfelder liegen in den verschiedenen außerschulischen Bildungsbereichen, z.B. Umweltzentren, Geoparks, Museen, GIZ, ggf. aber auch Kommunen und Unternehmen. Der Masterstudiengang bereichert das Profil und die Kompetenz zukünftiger Lehrkräfte. Schulbuchverlage und außerschulische Organisationen benötigen Fachkräfte für die Erstellung geeigneter Lehrmaterialien. Forschungsorientierte Absolventen und Absolventinnen erwerben die Voraussetzung zur Promotion in Bereichen wie z.B. der Geographiedidaktik.

Bewerbung und Zulassungsverfahren

Die Studienaufnahme zum viersemestrigen Master findet jeweils im Wintersemester statt. Ein Teilzeitstudium ist möglich. Voraussetzung zur Bewerbung ist ein Hochschulabschluss in BNE-affinen Fächern mit einer Note von mindestens 2,9. Für die Bewerbung müssen 135 ECTS nachgewiesen werden. Der erfolgreiche Studienabschluss kann im Laufe des ersten Semesters nachgeliefert werden. Die Bewerbung ist im Regelfall bis zum 15. August einzureichen. Im Netz stehen ein Bewerbungsformular und eine Liste der einzureichenden Unterlagen, darunter ein Motivationsschreiben, zur Verfügung.

Weitere Informationen:

www.ku.de/mgf/geographie/didaktik/masterbne
Fragen zum Studienablauf beantwortet gerne die Leiterin der Studiengangs Prof. Dr. Ingrid Hemmer 08421/931394, ingrid.hemmer at ku.de

 

Uni Frankfurt/Main: Masterstudiengang Umweltwissenschaften

Masterstudiengang Umweltwissenschaften an der Uni Frankfurt/Main

Aus FORUM der Geoökologie 24 (3), 2013
Von Prof. Dr. Wilhelm Püttmann und Anastasia Swonkow, Frankfurt

An der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main haben die Umweltwissenschaften eine lange Tradition. In der Lehre wurden jedoch umweltrelevante Fragestellungen bis 2009 vorwiegend fachbereichsbezogen dargestellt. Eine rein disziplinäre Herangehensweise an die Erkundung der Prozesse in unserer Umwelt wird der Tatsache nicht gerecht, dass viele umweltrelevante Prozesse an der Schnittstelle von mindestens zwei der vier Kompartimente Biosphäre, Geosphäre, Hydrosphäre und Atmosphäre angesiedelt sind. Zudem haben die letzten Jahrzehnte deutlich gemacht, dass der immer stärker werdende Eingriff des Menschen in unsere Umwelt zu einer massiven Veränderung der Stoffkreisläufe mit zum Teil noch unbekannten Folgen führt. Dies hat zur Einbeziehung eines weiteren Kompartiments (der Anthroposphäre) in die Betrachtung umweltrelevanter Prozesse geführt. Vor diesem Hintergrund ist im Jahr 2008 an der Goethe-Universität der Masterstudiengang "Umweltwissenschaften" unter Beteiligung der vier Fachbereiche Biowissenschaften, Geowissenschaften/Geographie, Biochemie/Chemie/Pharmazie und Gesellschaftswissenschaften ins Leben gerufen und im Mai 2009 erfolgreich akkreditiert worden (vgl. Abbildung).

Ausbildungsziel

Die Folgen des immer stärker werdenden Eingriffs des Menschen in die Umwelt stellen eine große Herausforderung an Wissenschaft und Gesellschaft dar. Beispiele sind der globale Klimawandel, der voranschreitende Ressourcenverbrauch sowie der Eintrag von Fremdstoffen in die Umwelt. Um diesen Veränderungen effektiv begegnen zu können, ist es notwendig, die Vorgänge und die komplexen Wechselwirkungen in den verschiedenen Umwelt-Kompartimenten zu verstehen und darüber hinaus die gesellschaftswissenschaftlichen Aspekte der globalen Umweltveränderungen zu berücksichtigen. Aspekte wie Konsumverhalten und Nachhaltigkeit stehen dabei im Vordergrund. Studierende lernen zwischen natürlichen und anthropogen bedingten Veränderungen in unserer Umwelt zu differenzieren und diese nach Möglichkeit auch zu quantifizieren. Das Masterstudium soll den Studierenden die dafür erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten vermitteln, sie zu selbstständigem Denken anleiten sowie zu verantwortlichem Handeln führen. Der inter- und zugleich transdisziplinäre Studiengang bietet eine gleichermaßen auf Forschung und Anwendung ausgerichtete Orientierung.

Struktur des Studiengangs

Die Regelstudienzeit umfasst vier Semester. Im Teilzeitstudium darf sich die Studienzeit gegenüber der Regelstudienzeit maximal verdoppeln. Das Masterstudium sollte bevorzugt im Wintersemester begonnen werden, da dann die meisten Basiskomponenten angeboten werden. Diese umfassen die Fächer Biologie, Chemie, Statistik, Meteorologie und Klimatologie (Abb. 2). Sie können je nach Vorkenntnissen aus dem Bachelorstudium anerkannt werden. Die nicht anerkannten Bestandteile der Basiskomponenten sind dann Pflichtveranstaltungen. Weiterhin dienen die Veranstaltungen "Einführung in die Umweltwissenschaften" und "Einführung in die soziale Ökologie" dazu, einen Überblick über das gesamte Angebot in den Schwerpunktfächern zu schaffen und die Schwerpunktwahl zu erleichtern. Die folgenden sechs Schwerpunktfächer stehen zur Auswahl: Biologie/Ökologie, Atmosphärenwissenschaften, Hydrologie/Bodenkunde, Stoffkreisläufe/Stoffflüsse, Umweltchemie und soziale Ökologie. Aus diesem Angebot müssen mindestens zwei und dürfen maximal drei Schwerpunkfächer für das weitere Studium ausgewählt werden. Die Module aus den Schwerpunktfächern werden bevorzugt im 2. und 3. Semester belegt. Das 4. Semester dient zur Anfertigung der Masterarbeit. Sie basiert auf einem zuvor entwickelten Forschungsprojekt, dessen Thematik nach Möglichkeit an der Schnittstelle zwischen zwei der gewählten Schwerpunktfächer angesiedelt sein sollte. Alle Vorlesungen und Übungen werdend auf Deutsch gehalten.

 

Profil des Masters

Der Masterstudiengang "Umweltwissenschaften" führt Bachelor-AbsolventInnen aus unterschiedlichen naturwissenschaftlichen Bereichen zusammen. Dadurch wird ein Wissensaustausch zwischen den Studierenden aus den verschiedenen naturwissenschaftlichen Fächern geschaffen und die Interdisziplinarität des Studiengangs gewährleistet. Durch die Einbeziehung gesellschaftswissenschaftlicher Aspekte und insbesondere der Pflichtveranstaltung "Soziale Ökologie" erhält der Studiengang zudem eine transdisziplinäre Komponente.

Gute Berufsaussichten

Der erfolgreiche Abschluss des Masterstudiengangs soll die Studierenden auf anspruchsvolle Tätigkeiten in den Bereichen Wirtschaft und Verwaltung, Wissenschaft, Forschung und Lehre vorbereiten. Die Studierenden sind nach Beendigung des Studiums in der Lage, sich schnell mit neuen Entwicklungen vertraut zu machen und sich in kurzer Zeit in neue Gebiete einzuarbeiten. AbsolventInnen des Masterstudiengangs "Umweltwissenschaften" sollen kreativ zur weiteren Entwicklungen ihres jeweiligen Fachgebiets beitragen können.

Potenzielle Tätigkeitsfelder für AbsolventInnen des Masterstudiengangs liegen beispielsweise bei den Umweltämtern auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene, den biologischen Bundes- und Landesanstalten, den Wasserbehörden sowie bei Untersuchungs- und Aufsichtsbehörden. Ein weiteres Arbeitsfeld sind staatliche und private Laboratorien (z.B. Umwelt-, Wasser- und Lebensmittelanalytik). Im industriellen Bereich bieten sich unter anderem Tätigkeiten als Umweltbeauftragte sowie in den Bereichen Entsorgung, Chemikalienregistrierung und Forensik an. Potenzielle Arbeitgeber sind außerdem Ingenieur- und Consultingbüros, die auf dem Gebiet der Altsanierung, des Flächenrecyclings und der Umweltberatung tätig sind. Eine Tätigkeit als freiberufliche UmweltwissenschaftlerIn ist ebenfalls möglich. Nicht zuletzt haben sich bisher etwa 30% unserer AbsolventInnen für ein anschließendes Promotionsstudium entschieden.

Voraussetzungen und Bewerbung

Zugangsvoraussetzung zur Aufnahme des Masterstudiums "Umweltwissenschaften" ist ein abgeschlossenes Bachelorstudium in den Bereichen Biowissenschaften, Chemie, Geowissenschaften, Geographie, Geoökologie, Meteorologie, Physik oder in einem anderen Studiengang mit Bezug zu den Umweltwissenschaften. Auch ein Staatsexamen in einem naturwissenschaftlichen Studiengang wird als Zugangsvoraussetzung anerkannt. Der Masterstudiengang nimmt jährlich ca. 30 Studierende auf.

Interessierte Studierende bewerben sich über das zentrale Online-Portal uni-assist

Weitere Informationen:

Uni Frankfurt

Prof. Dr. Wilhelm Püttmann
Fachstudienberatung und Vorsitzender des Prüfungsausschusses

Institut für Atmosphäre und Umwelt
Altenhöferallee 1 D- 60438 Frankfurt am Main
Telefon: 069/79840225
E-Mail: Prof. Dr. Wilhelm Püttmann

 

Uni Freiburg: B.Sc. Umweltnaturwissenschaften und M.Sc. Geographie des Globalen Wandels

B.Sc. Umweltnaturwissenschaften und M.Sc. Geographie des Globalen Wandels in Freiburg

zum M.Sc. Geographie des Globalen Wandels

Der Bachelor-Studiengang "Umweltwissenschaften"

Aus FORUM der Geoökologie 21 (1), 2010
Von Dirk Niethammer, Freiburg

Die Fakultät für Forst- und Umweltwissenschaften der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg hat zum Wintersemester 2009/10 den neuen B.Sc.-Studiengang Umweltnaturwissenschaften eingerichtet.

Hintergrund

Umweltprobleme stehen heute mehr denn je im Brennpunkt des öffentlichen Interesses. Die bereits begonnenen globalen Klimaveränderungen mit ihren unübersehbaren Auswirkungen, übermäßige Inanspruchnahme und Kontaminationen von natürlichen Ressourcen wie Boden, Wasser und Luft, drohende Auseinandersetzungen gerade um die zunehmend knapper werdende Ressource Wasser und andere Probleme bedrohen weltweit die Stabilität und nachhaltige Nutzungsfähigkeit unserer Ökosysteme. Die damit verbundenen Umweltthemen sind grundsätzlich interdisziplinär, d.h. sie erfordern zu ihrer Lösung Kenntnisse in einer Reihe verschiedener Fachdisziplinen.

Mit dem Studiengang Umweltnaturwissenschaften soll erreicht werden, dass Studierende am Ende ihres Studiums eine umfassende Kenntnis der verschiedensten Ansätze der Naturwissenschaften haben, um kompetent zu grundlegenden und aktuellen Umweltfragen Stellung beziehen und diesbezügliche Handlungsalternativen entwickeln zu können. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den naturwissenschaftlichen Aspekten, jedoch soll auch zumindest ein Grundeinstieg in geschichtliche, politische und wirtschaftliche Aspekte erfolgen, da Umweltfragen stets auch in diesen Kontext eingebettet sind. Die Fakultät für Forst- und Umweltwissenschaften in Freiburg kann dabei auf ein umfangreiches Kompetenznetz der hier tätigen Forscher und Lehrenden zurückgreifen und zudem einzelne Spezialkompetenzen aus anderen Fakultäten abrufen. Damit denken wir, dem Ziel einer umfassenden, umweltbezogenen Ausbildung sehr nahe kommen zu können. Im gesamten Studiengang besteht ein enger Praxisbezug, Exkursionen und Geländeübungen gehören ebenso zum Programm wie Laborpraktika oder Gastbeiträge aus der Berufspraxis.

Grundstruktur der Module im B.Sc.-Hauptfach Umweltnaturwissenschaften und der möglichen Nebenfächer an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Studieninhalte und Kompetenzen

Die Studierenden sollen Fachkompetenzen in den verschiedensten Bereichen erwerben, wobei in der Gesamtkonzeption die fachlichen Synergien zu den Nachbarstudiengängen Geographie und Waldwirtschaft und Umwelt in vollem Umfang ausgenutzt werden. Im Einzelnen wird die Vermittlung von Fachwissen und Fertigkeiten in folgenden Bereichen angestrebt (vgl. Abbildung 1):

  • Grundlegende naturwissenschaftliche Kenntnisse (Mathematik, Physik, Chemie, Zoologie, Botanik, Mikrobiologie, Bodenkunde, Ökologie etc.)
  • Verständnis der ökologischen und biologischen Gesetzmäßigkeiten von Ökosystemen
  • Verständnis der Bedeutung von Umweltfaktoren für Klima, Boden, Wasser- und Luftqualität und deren Rückwirkung auf die Umwelt
  • Grundlegende Kenntnisse statistischer Methoden, Informatik, Tabellenkalkulation, Datenbanken und Datenmanagement
  • Umgang mit Chemikalien und Gefahrenstoffen sowie quantitative Analyse von Stoffgemischen im Labor
  • Grundlegende Kenntnisse der Kartographie, Fernerkundung und Geographischer Informationssysteme
  • Grundlegende Kenntnisse unterschiedlicher Aspekte der Landespflege (Ökologie, Historie, Landnutzung, Normen, Planung und Kartographie)
  • Grundlegende Kenntnisse geo-morphologischer Formenvielfalt und einzelner geomorphologischer Forschungstechniken
  • Geschichtliche, wirtschaftliche und politische Aspekte von Umweltproblemen und Umweltvorsorge
  • Verständnis der Bandbreite mikrobieller Lebensformen, der ökologischen Rolle ihrer Stoffumsetzungen in verschiedenen Ökosystemen und des experimentelle Umgangs mit Mikroorganismen
  • Fachwissen zu Stoffkreisläufen und deren Auswirkungen auf Umweltsysteme in verschiedenen räumlichen und zeitlichen Skalen
  • Fachwissen zu Modellen und zur Umweltsystemmodellierung.

Profilbildung

Eine Besonderheit der Studienstruktur ist die Möglichkeit, sich passend zum Hauptfach Umweltnaturwissenschaften ein individuelles Profil zuzulegen. Einerseits kann durch die Wahl eines der Nebenfächer

  • Umwelthydrologie
  • Meteorologie und Klimatologie
  • Naturschutz und Landschaftspflege
  • Internationale Waldwirtschaft

ein zusätzliches Themenfeld fachlich vertieft studiert werden. Durch die Festlegung von speziellen Zeitfenstern ist eine Studierbarkeit mit jeder Kombination garantiert. Aber auch der Wahlpflichtanteil mit ca. 20% des Studienumfangs sowie die Themenwahl der Bachelorarbeit bieten die Chance, individuelle Stärken und Kompetenzen auszubilden und zu dokumentieren. Zusätzlich können durch das vorgesehene Praktikum (Mindestdauer 8 Wochen) Berufsfelder erkundet und wichtige Hilfestellungen für den Einstieg in den Arbeitsmarkt gegeben werden. Abgerundet wird das persönliche Profil durch Module aus dem Bereich Berufsfeldorientierte Kompetenzen, die an der Universität Freiburg fachübergreifend angeboten werden.

Außerdem ist für das 5. Semester ein "Auslandsfenster" sowohl für das Hauptfach als auch für die Nebenfächer vorgesehen, indem hier ausschließlich Module aus dem Wahlpflichtbereich bzw. dem Projektbereich liegen. Durch den Verzicht auf Pflichtmodule fällt ein größeres Problem der Anerkennung von äquivalenten und inhaltlich fest vorgeschriebenen, im Ausland erworbenen Studienleistungen weg; dagegen können über den Wahlpflichtbereich die meisten extern erworbenen Leistungen ohne große Probleme angerechnet werden. Dies bedeutet einen wesentlichen Fortschritt gegenüber der früheren Situation und ist eine wesentliche Voraussetzung zur Steigerung der Auslandsaktivitäten innerhalb des Bachelorstudiums, ebenfalls ein wichtiger Beitrag zur individuellen Profilbildung der Studierenden.

Perspektiven nach Abschluss des Studiums

Mit der Ausbildung im B.Sc.-Studiengang Umweltnaturwissenschaften soll der Einstieg in folgenden Karrierekategorien ermöglicht werden:

  • Berufe mit direktem Bezug zur individuellen Profilbildung: Ein Teil der Absolventinnen und Absolventen wird unmittelbar nach dem B.Sc.-Abschluss in beruflichen Positionen arbeiten, in denen die fachspezifischen Grundlagen (Hydrologie, Naturschutz, Meteorologie, Klimatologie, Energie und Rohstoffe etc.) aus dem Studium genutzt und umgesetzt werden können.
  • Tätigkeiten in der Forschung: Die Studiengänge vermitteln den Absolventinnen und Absolventen die notwendigen Grundlagen, um sich im Rahmen der Masterausbildung und von Doktorarbeiten auf höchstem internationalem Forschungsniveau bewegen zu können. Hier bietet gerade Freiburg mit seinem nahtlos weiterführenden Master-Studiengang Hydrologie, aber auch mit den Masterprogrammen Forest Ecology and Management und Renewable Energy Management eine interessante Auswahl, wobei die Absolventen/innen auch gern gesehene Interessenten für andere Master-Studiengänge im In- und Ausland sein werden.
  • Berufliche Karrieren, die nicht unmittelbar umweltorientiert sind, in denen aber die vermittelten Fertigkeiten zur Aneignung fachübergreifenden Wissens, die sozial-kommunikative Kompetenz und die Fähigkeit zum vernetzten Denken von entscheidender Bedeutung sind. Zudem müssen Umweltaspekte natürlich zunehmend in fast jedem Industriezweig und anderen Tätigkeitsbereichen bei Entscheidungen mitberücksichtigt werden, so dass profunde Umweltkenntnisse in den vielfältigsten Beschäftigungsverhältnissen einen Wettbewerbsvorteil darstellen werden.

Steckbrief B.Sc. Umweltnaturwissenschaften
Dauer 6 Semester
Beginn Wintersemester (Mitte Oktober)
Studienplätze Wintersemester 2009/10: zulassungsfrei
Wintersemester 2010/11: angestrebt werden 75 Plätze
ECTS-Punkte 180 (Hauptfach und Nebenfach)
Bewerbung bis 15. Juli

Weitere Informationen
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Fakultät für Forst- und Umweltwissenschaften
Fakultätsassistent Dirk Niethammer
dirk.niethammer at ffu.uni-freiburg.de
weitere Informationen zum Studiengang

 

 

Der Masterstudiengang "Geographie des Globalen Wandels"

Aus FORUM der Geoökologie 21 (2), 2010
Von Helmut Saurer, Freiburg

Der Begriff des Globalen Wandels bezeichnet eine Vielzahl von Prozessen, die durch menschliches Handeln ausgelöst wurden und sowohl im gesellschaftlichen Rahmen wie auch im Naturraum zu grundlegenden Veränderungen geführt haben. Die Auswirkungen sind von der globalen Dimension bis in die lokale Skala spürbar. In Geschwindigkeit und Ausmaß übersteigt dieser anthropogen bedingte Wandel viele natürlich ablaufende Veränderungen mittlerweile deutlich. In dem zweijährigen Masterstudiengang "Geographie des Globalen Wandels" werden spezifische Aspekte des Globalen Wandels exemplarisch vertieft, die komplexen Wirkungszusammenhänge analysiert sowie Problemlösungsstrategien diskutiert und weiterentwickelt. Der Studiengang ist forschungsorientiert, beinhaltet jedoch gleichzeitig viele Anwendungsaspekte.

Hintergrund

Seit Jahren lassen sich tiefgreifende ökologische, ökonomische, soziale, politische und kulturelle Veränderungen beobachten, die zum Prozessverständnis und zur Abmilderung unerwünschter Folgen eine spezifische integrative Auseinandersetzung damit erfordern. Vor dem Hintergrund der Bevölkerungsentwicklung und eines Trends zur Urbanisierung verschärfen sich z.B. Fragen der sozialen Armut und Ausgrenzung, der Ernährungssicherung, der Hygiene und Gesundheit, des Zugangs zu Bildung und Bildungseinrichtungen, der Aneignung von Ressourcen sowie der politischen Teilhabe und der Entwicklung von Governance-Strukturen. Der Wandel ist induziert durch die wirtschaftliche und soziale Globalisierung, die weitergehende Konsequenzen hat. Beispiele wie Klimawandel, der Verlust an Biodiversität durch die Veränderung natürlicher Landoberflächen, die sich zuspitzende Wasserproblematik sowie ganz allgemein die stoffliche Umgestaltung der Erde verdeutlichen die aktuelle Dynamik und die vielfältigen Rückwirkungen von Mensch und Gesellschaft auf natürliche Prozesse, die zum Teil immer weitreichendere Folgen in Gang setzen. Es handelt sich daher um einen komplexen und mehrfach rückgekoppelten Wirkungszusammenhang.

Eine geographische Perspektive ist geeignet, um die skizzierten Phänomene als Strukturen und Prozesse innerhalb räumlich differenzierter Zusammenhänge zu betrachten. Dabei stehen die folgenden Fragestellungen im Mittelpunkt:

  • die Untersuchung von Verflechtungen und Interdependenzen zwischen natürlichen Systemen und menschlichen Entscheidungen bzw. Eingriffen, deren Auswirkungen auf lokaler, regionaler und globaler Ebene zu beobachten sind,
  • die Erforschung von Anpassungsstrategien gesellschaftlicher und natürlicher Systeme, ihrer Resilienzen und Reaktionen sowie damit verbunden
  • die Identifizierung und Vermeidung von Risiken und Gefahren für Mensch und Gesellschaft innerhalb des "Systems Erde".

Eine Besonderheit des Globalen Wandels besteht in der raum-zeitlichen Entkopplung von Verursachern und Betroffenen. So kann der aktuelle Klimawandel als Folge der europäischen Industrialisierung angesehen werden, d.h. erst in unserer Zeit wirkt sich aus, was mehr als drei oder vier Generationen zuvor in Gang gesetzt wurde. Die gravierendsten Folgen des globalen Klimawandels werden jedoch in erster Linie künftige Generationen zu tragen haben. Dies ist einer der Gründe, weshalb sich Maßnahmen zur Global Governance in diesem Bereich nur schwer durchsetzen lassen: Die meisten Vertreter der heutigen Generation sind noch nicht spürbar betroffen. Hinzu tritt eine entscheidende räumliche Komponente: Die bedeutendsten Verursacher des globalen Klimawandels sind in den Industriestaaten beheimatet, während dessen Auswirkungen, wie z.B. der Meeresspiegelanstieg, zunächst auf kleinen Südseeinseln und dann in den küstennahen Megastädten der Dritten Welt zu spüren sein werden. Die Industriestaaten werfen sozusagen einen "ökologischen Schatten" auf die Peripherie. Damit greifen klassische Denkmuster wie das "Verursacherprinzip" nicht mehr. Ursache und Wirkung sind zeitlich und räumlich entkoppelt.

Studienverlauf

Den Studierenden des Masterstudiengangs "Geographie des Globalen Wandels" werden auf der Grundlage natur-, sozial- und kulturwissenschaftlicher Ansätze Konzepte und Theorien sowie Arbeitstechniken und Methoden vermittelt, die für ein Verständnis und eine Bewertung der Veränderungen im Zuge des Globalen Wandels relevant sind und auf deren Grundlage Lösungsansätze entwickelt werden können. Dabei wird ein Bewusstsein für die verschiedenen räumlichen, zeitlichen und sozialen Skalen geschaffen. Ein besonderes Augenmerk gilt regionalen Fallbeispielen, die aus einer geographischen Perspektive untersucht werden.

Studienverlaufsplan Master Geographie des Gloablen Wandels

Als Einführung in den Themenbereich dient die als Ringvorlesung konzipierte Veranstaltung "Global Change/Regional Response" (siehe Abbildung), in der die Themenkreise Bevölkerungsentwicklung und Urbanisierung, Klimawandel, Landnutzungswandel, Landdegradation und Desertifikation, Biodiversität und Waldnutzung, Wassernutzung, Küsten und Meere, Ressourcennutzung, Umweltwandel und menschliche Gesundheit angesprochen werden.

Die Vermittlung aktueller Methoden und Konzepte, mit denen diese Inhalte verknüpft sind, erfolgt in den Seminaren "Neuere Forschungsansätze der Physischen Geographie" und "Gesellschaftliche Dimension des Globalen Wandels". Die intensive Beschäftigung mit Fall- und Projektstudien dient dazu, die Grundlagen zur Untersuchung des Globalen Wandels exemplarisch anzuwenden und deren Potenzial zur Entwicklung konkreter Lösungsansätze zu überprüfen. Die Studierenden werden damit in die Lage versetzt, eigenständig fall- und projektbezogene Konzepte zu erarbeiten, und erwerben auf diese Weise eine fundierte methodische und konzeptionell-analytische Kompetenz.

Die Forschungsorientierung des Studiengangs wird durch die Anbindung der Veranstaltungen an laufende Forschungsprojekte erreicht, die im Kontext des globalen Wandels stehen. Im Studienverlauf sind in diesem Zusammenhang Wahlpflichtmodule sowie die gekoppelten Module "Internationale Dimensionen des Globalen Wandels" und "Projektstudie" zu nennen (vgl. Abbildung). Diese beiden Module schließen in der Regel einen Geländeaufenthalt mit ein. Die Studierenden gewinnen auf diese Weise Einblicke in die Bearbeitung von Forschungsprojekten und werden unter anderem mit den Grundlagen von Ausschreibung, Konzeption, Management und Durchführung sowie Finanzplanung von Projekten vertraut gemacht. Dadurch erhalten die Studierenden eine arbeitsmarktorientierte und zugleich forschungsnahe organisatorische Expertise.

Weiterhin wird über Wahlpflichtmodule eine individuelle Schwerpunktsetzung erreicht. Im Rahmen dieser Module kann als technisch orientiertes Bindeglied zwischen inhaltlichen, konzeptionellen und spezifisch projektbezogenen Ansätzen Gewicht auf die Geokommunikation gelegt werden. Auf diesem Arbeitsfeld kommt der Datenbeschaffung und der kritischen Datenbewertung eine besondere Rolle zu.

Die Ausbildung am Standort Freiburg zielt somit darauf ab,

  • die Themen und Inhalte von Global Change aktuell und problembezogen zu vermitteln (inhaltliche Expertise),
  • Methoden und Konzepte sowie Theorieansätze zu analysieren, die auf diese breiten Themen fokussiert werden können sowie eigene fallbezogene Analyserahmen zu entwickeln (methodisch-konzeptionelle Expertise),
  • an konkreten Fallbeispielen im Rahmen einer integrativen, transdisziplinären und auch technisch hinterlegten Umsetzung Ausschreibung, Planung sowie Durchführung von Projekten praxisnah zu erproben (organisatorische und regionale Expertise),
  • eine handwerkliche Qualifizierung im Bereich der Geomatik zu erreichen (technische Expertise).

Zielgruppe

Entsprechend des interdisziplinären Ansatzes der Thematik bietet der Studiengang eine Perspektive für Absolventinnen und Absolventen unterschiedlicher B.Sc.-Studiengänge. Neben der Geographie kommen als Basis sowohl stärker naturwissenschaftlich ausgerichtete Studiengänge wie Umweltnaturwissenschaften, Geoökologie oder Geowissenschaften in Frage als auch angewandte Kulturwissenschaften, Ethnologie oder Soziologie. Jährlich stehen jeweils zum Wintersemester sechzehn Studienplätze zur Verfügung.

Berufsfelder

Der Studiengang ist perspektivisch ausgerichtet und soll nach einem erfolgreichen Studienabschluss grundsätzlich eine Weiterqualifikation im Rahmen einer Promotion ermöglichen und damit Grundlage für Tätigkeiten in Forschungseinrichtungen sein. Die Profilierung des Studiengangs zielt darüber hinaus auf den Erwerb von Kompetenzen ab, die eine Qualifizierung für verschiedene Arbeitsfelder und Arbeitsmärkte außerhalb der Forschung sicherstellen. Diese liegen

  • im Bereich der höheren Planung und Verwaltung (Behörden und Ämter),
  • im Consultingbereich,
  • bei internationalen Organisationen wie der Food and Agriculture Organization (FAO), der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), dem Deutschen Entwicklungsdienst (DED), dem Auswärtigen Amt, dem United Nations Environmental Programme (UNEP) sowie
  • den entsprechenden EU-Organisationen wie z.B. der Europäischen Umweltbehörde (EEA),
  • bei Stiftungen und
  • im Bereich der Medien.

Steckbrief M.Sc. Geographie des Globalen Wandels
Dauer: vier Semester
Umfang: 120 ECTS-Punkte (davon 45 in Pflichtmodulen, 35 in WP-Modulen, 10 im Berufspraktikum, 30 in der Masterarbeit)
Beginn: jeweils zum Wintersemester
Bewerbung: jeweils bis 1.Juli
Plätze: 16
Sprache: deutsch
Dauer: vier Semester

Weitere Informationen
Dr. Helmut Saurer, Geographische Institute
Werthmannstr. 4, 79085 Freiburg, Tel. 0761/203-3537
helmut.saurer at geographie.uni-freiburg.de
www.master-geographie.uni-freiburg.de

Uni Greifswald: Landschaftsökologie und Naturschutz

Der Studiengang Landschaftsökologie und Naturschutz an der Universität Greifswald

Aus FORUM der Geoökologie 20 (1), 2009
Von Florian Jansen, Greifswald

In einer Zeit zunehmender ökologischer Gefährdung unserer Erde wird es immer wichtiger, Wissen und Kompetenzen zu vermitteln, mit denen anthropogen verursachte Landschaftsveränderungen bewertet und gegebenenfalls korrigiert werden können. In Greifswald sollen die Studierenden lernen, die Landschaft mit all ihren Einflussfaktoren zu erfassen, die der Landschaft innewohnenden Potenziale zu bewerten und Lösungen für den Erhalt ihrer Funktionstüchtigkeit und ihrer nachhaltigen Nutzung zu entwickeln. All das geschieht in Greifswald auf einer einmalig breiten fachlichen Basis. Zur Landschaftsökologie der "Greifswalder Schule" gehören neben dem Kern einer aus den biotisch-organismischen Wissenschaften kommenden Landschaftsökologie auch geisteswissenschaftliche Kompetenzen. So sind die Professuren für Landschaftsökonomie sowie die deutschlandweit einzigartige Professur für Umweltethik unverzichtbare Bestandteile des Institutes und der Ausbildung.

Die Naturwissenschaften erlauben die Erfassung des Status Quo, historischer Vergleichszustände sowie die Modellierung von Zukunftsszenarien. Die Genese und Formenmannigfaltigkeit der Landschaft soll in ihrem Zusammenspiel erfasst werden, die Geokomponenten eines Naturraumes gekennzeichnet und in ihrer funktionalen Verknüpfung begriffen werden. Botanische und in Teilgebieten auch zoologische Artenkenntnis sind die Grundlage für bioindikative Aussagen und Bewertungen. Vorlesungen und Seminare werden schon früh durch Praktika und Exkursionen ergänzt.

Die Umweltethik kann auf diesem Fundament den unverzichtbaren Diskurs darüber strukturieren, wie wir dieses Wissen für unsere Handlungen nutzen sollen. Die Professur will die Studierenden in den ethischen Dialog zwischen Natur- und Geisteswissenschaften einerseits, Wissenschaft und Gesellschaft andererseits einführen. Es ist immer wieder inspirierend, sich auch über die Sprachgrenzen der Natur- und Geisteswissenschaften hinweg zu verständigen und voneinander zu lernen.

Die Ökonomie wiederum kann uns zum einen die Kosten unseres derzeitigen Handelns und andererseits die kosteneffektivsten Alternativen aufzeigen. Die Studierenden sollen eine ökonomische Grundausbildung erhalten, wie sie auch in den Agrar- und Forstwissenschaften vorausgesetzt wird. In der Praxis erspart dies viele von Ideologie geprägte Auseinandersetzungen und entlastet die Naturschutzdiskussionen.

Kurz nach der politischen Wende in Ostdeutschland, im Jahr 1992, entwarf der spätere alternative Nobelpreisträger Prof. Dr. Michael Succow das Studienfach "Landschaftsökologie und Naturschutz", zunächst als Hauptfach in der Biologieausbildung, seit 1996 als eigenständigen Studiengang. Ab dem Wintersemester 2009/2010 wird es als Bachelor- und Master-Studiengang angeboten. Bereits seit 2007 läuft außerdem der internationale, englischsprachige Masterstudiengang Landscape Ecology and Nature Conservation.

StudentInnen

Der vielleicht wichtigste Standortvorteil der Greifswalder Landschaftsökologie sind die Studierenden selbst. Das außergewöhnliche Studienangebot zieht viele hochmotivierte und wissbegierige junge Menschen aus aller Welt an, und aufgrund der immer noch familiären Atmosphäre ist eine gute Betreuung, aber auch eine enge Rückkopplung der studentischen Erfahrungen mit der Studienkonzeption möglich. So findet direkt im ersten Semester ein maßgeblich von den höheren Semestern organisiertes Einführungsseminar "Wissenschaftliche Herausforderungen des Naturschutzes" statt, welches eine Einführung in die Themen des Studiums, erste Praxis im eigenständigen wissenschaftlichen Arbeiten und Präsentieren sowie Diskussionen über aktuelle Naturschutzfragen bietet.

Die "LaÖks" sind aus dem Stadtbild und der Stadtkultur Greifswalds gar nicht mehr wegzudenken. Sei es in den Erzeuger-Verbraucher-Initiativen, bei kulturellen Veranstaltungen oder dem Engagement gegen das geplante Steinkohlekraftwerk.

Breit wie das Studium sind auch die Berufsfelder der Landschaftsökologie-AbsolventInnen.Sie haben gute Berufschancen in:

  • Naturschutz- und Landnutzungsbehörden
  • Schutzgebietsverwaltungen
  • Naturschutz- und Wirtschaftsverbänden
  • privaten Unternehmen mit Aufgabenfeldern in Naturschutz und Landnutzung
  • Umweltbildung und Umweltpolitik
  • naturschutzorientierter Entwicklungshilfe sowie
  • landschaftsökologisch ausgerichteten Forschungseinrichtungen.

Internationale Ausrichtung

Die meisten Umweltprobleme kennen keine nationalen Grenzen, daher ist es nur konsequent, dass das Studium in Greifswald international ausgerichtet ist. Die Professur "Internationaler Naturschutz", 1998 mit Hilfe von Mitteln des Stifterverbandes für die deutsche Wissenschaft eingerichtet und nun fortgeführt am Institut für Zoologie, dient diesem Anliegen ebenso wie die internationalen Projekte vieler anderer Arbeitsgruppen sowie das zweijährige, internationale Masterprogramm Landscape Ecology and Nature Conservation, das sich insbesondere an angehende internationale Fach- und Führungskräfte richtet. Traditionell sind die Kontakte dabei insbesondere gen Osten gerichtet, seien es die Moore in Sibirien oder Weißrussland, die Steppen in der Mongolei, die Wüsten im Tarim-Becken und in Turkmenistan, die Weidesysteme in Aserbaidschan oder die Wälder und Hochgebirge Nepals.

Seit 2005 ergänzt die Arbeitsgruppe Ökosystemdynamik des Sofja Kovalevskaja-Preisträgers Dr. Martin Wilmking das breite Forschungsspektrum des Hauses mit Forschungen zur Klimawirksamkeit von Torfmooren der borealen Zone und der Klimarekonstruktion mit Hilfe der Dendroökologie.

Bachelor & Master

Im Oktober 2008 wurde die Umstellung des Studienganges Landschaftsökologie und Naturschutz in einen Bachelor- und einen Masterstudiengang zum Wintersemester 2009/10 beschlossen. Die dazu notwendige Modularisierung von Studieninhalten ist abgeschlossen und befindet sich in der Akkreditierung. Im Vergleich zu anderen Bachelorabschlüssen wird der B.Sc. Landschaftsökologie in Greifswald neben den naturwissenschaftlichen Fächern von Beginn an auch die Umweltethik und die Umweltökonomie integrieren, da nur so den komplexen Anforderungen an ein umfassendes Management von Ökosystemen Rechnung getragen werden kann.

Der M.Sc. Landschaftsökologie und Naturschutz ist strukturiert in zwei obligatorische Aufbaumodule (14 LP); zehn Wahlmodule, von denen zwei belegt werden (12 LP); 13 wahlobligatorische Vertiefungsmodule und 19 Fortgeschrittenenmodule (davon acht Module im Forschungspraktikum), von denen acht belegt werden müssen (64 LP); eine Master-Arbeit inklusive Verteidigung (30 LP). Nähere Informationen werden im Internet (vgl. nachstehende Links) verfügbar gemacht.

Für Geoökologen mit Bachelorabschluss, die sich entweder weiter in Richtung der organismischen Biologie entwickeln wollen, oder aber in ihrer bisherigen Ausbildung die Philosophie und/oder Ökonomie vermisst haben, bietet der Masterstudiengang Landschaftsökologie und Naturschutz in Greifswald eine sehr attraktive Möglichkeit für das weitere Studium.

Weitere Informationen zum Institut:
www.botanik.uni-greifswald.de
zum derzeitigen Diplom-Studiengang Landschaftsökologie und Naturschutz:
www.uni-greifswald.de/studieren/studienangebot/fachbeschreibungen/laoek.html
zum Internationalen Masterprogramm Landscape Ecology and Nature Conservation:
www.botanik.uni-greifswald.de/msclenc

Fachstudienberatung:
Dr. Florian Jansen
Institut für Botanik und Landschaftsökologie
Grimmer Str. 88
17487 Greifswald
03834/86-4147
jansen at uni-greifswald.de

Uni Hannover: Masterstudiengänge Landschaftswissenschaften sowie Umweltplanung

Die Masterstudiengänge Landschaftswissenschaften sowie Umweltplanung an der Uni Hannover

zum M.Sc. Umweltplanung

Der M.Sc.-Studiengang "Landschaftswissenschaften " an der Universität Hannover

Aus FORUM der Geoökologie 21 (3), 2010
Von Jens Groß, Hannover

Zum Wintersemester 2010/11 startete an der Leibniz Universität Hannover erstmals der akkreditierte Masterstudiengang Landschaftswissenschaften. Der in seiner Konzeption einzigartige Studiengang führt eng benachbarte, ökologisch und raumbezogen arbeitende Fächer zusammen und integriert vernetzende Elemente zwischen den verschiedenen Disziplinen sowie zwischen Universität und Praxis. Sechs Institute aus vier Fakultäten bündeln ihre seit Jahren existierenden Kooperationen, die unter Überwindung der traditionellen Fachgrenzen interdisziplinär vertieft und fortgeführt werden.

Der M.Sc.-Studiengang Landschaftswissenschaften wird hauptsächlich vom Institut für Physische Geographie und Landschaftsökologie, dem Institut für Bodenkunde und dem Institut für Geobotanik getragen. Als weitere wichtige Partner vervollständigen das Institut für Wasserwirtschaft, Hydrologie und landwirtschaftlichen Wasserbau, das Institut für Meteorologie und Klimatologie sowie das Institut für Umweltplanung das breite Lehrangebot. Auf einer inhaltlich und systemar breiten Basis befasst sich der Studiengang mit der Analyse und Prognose von Prozessen in der Landschaft und der Anwendung fundierter naturwissenschaftlicher Methoden und Modelle in Forschung, Umweltschutz sowie Ressourcen- und Landnutzungsmanagement. Im Mittelpunkt der Betrachtung stehen der Grenzbereich Atmosphäre-Vegetation-Boden-Gestein, die darin ablaufenden Prozesse und die Steuerungsmöglichkeiten durch den Menschen. Der Masterstudiengang schlägt hierbei eine Brücke zwischen naturwissenschaftlich-ökologischen Grundlagen und berufsfeldbezogenen Anwendungen. Das in den angewandten Landschaftswissenschaften essenzielle vernetzte Denken wird geschult. Den Studierenden werden ein fundiertes Umweltverständnis und vertiefte methodische Fähigkeiten zur Analyse von Ökosystemen vermittelt.

Studieninhalt

Der Studiengang baut auf den inhaltlichen und methodischen Grundlagen des Bachelor of Science auf, die in physisch-geographisch, geowissenschaftlich oder ökologisch orientierten Studiengängen erworben wurden. Die jeweiligen Wissensschwerpunkte, welche die Studierenden mitbringen, sollen weiter gefördert werden, ihr Blick soll aber im Sinne eines fundierten Umweltsystemverständnisses auch auf das Ganze gelenkt werden. Der Masterstudiengang orientiert sich an den folgenden Lernzielen:

  • Landschaft auf breiter fachlicher Basis verstehen und konzeptionell analysieren können;
  • Landschaften und Ökosystemprozesse mit komplexen wissenschaftlichen Methoden erfassen und modellieren können;
  • komplexe Modelle zur Simulation von Prozessen aus inhaltlich verschiedenen Teilsystemen im Kontext anspruchsvoller multidisziplinärer Fragestellungen weiterentwickeln und anwenden können;
  • die unterschiedlichen Skalen von Strukturen, Prozessen und Systemen in der Landschaft verstehen. Skalenübergänge theoretisch und methodisch bewältigen können;
  • Meta-Modelle über landschaftliche Zusammenhänge verstehen, entwerfen und zum Zusammenführen von Untersuchungsergebnissen aus verschiedenen Teilbereichen anwenden können;
  • komplexe Systemzusammenhänge unter Einsatz anspruchsvoller Geo-Medien verständlich darstellen können;
  • anspruchsvolle Fragestellungen im Zusammenhang mit Analyse, Modellierung, Entwicklung und Management von Ressourcen und Landschaftssystemen im Team vernetzt mit Arbeitsgruppen der Wissenschaft und Institutionen der Praxis lösen können.

Das viersemestrige Studium besteht aus einer Kombination von fünf Pflicht- und sechs Wahlpflichtveranstaltungen sowie der Masterarbeit (erste Abbildung). Grundlage bildet ein im Einführungsmodul "Systemtheorie und Systemanalyse" vermittelter, breit angelegter systemtheoretischer Ansatz. Alle darauf aufbauenden fachwissenschaftlichen Vertiefungen verstehen sich als praxisorientierte Anwendungen des theoretischen Grundgerüstes in verschiedenen Fachrichtungen.

Übersicht Wahlpflichtmodule

Aus den drei Modulgruppen "Ökosystemare Prozesse und Umwelt", "Landschaftsprozessanalyse in Raum und Zeit" sowie "Prozessmodellierung" können die Studierenden individuell inhaltlich unterschiedlich ausgerichtete Module auswählen (zweite Abbildung). Das breite Angebot in den Wahlpflichtmodulen ermöglicht den Studierenden innerhalb des fächerübergreifend aufgestellten Studiengangs eine im Hinblick auf die Berufsaussichten wichtige spezifische Schwerpunktsetzung und Profilbildung. Die Pflichtmodule "Projektstudie" und "Exkursion" werden in der Regel interdisziplinär angeboten, um neben der Verknüpfung der erworbenen, fundierten theoretischen Fachkenntnisse mit der praktischen Anwendung vor allem das den Landschaftswissenschaften zugrunde liegende integrative Umweltsystemverständnis zu schulen. Das "forschungsorientierte Projekt" steht im engen Kontext zur Masterarbeit und dient dem Kompetenzausbau hinsichtlich der eigenständigen Definition und Bearbeitung wissenschaftlicher Fragestellungen.

Das Berufspraktikum spielt eine bedeutende Rolle und unterstützt wesentlich die Herausbildung des anspruchsvollen berufsbefähigenden Profils der Absolventen/innen. Vertieft wird darüber hinaus der enge Kontakt zu Forschungseinrichtungen, Behörden und Firmen durch Fachexkursionen im Rahmen der Projektstudien; ferner besteht die Möglichkeit, die Studien- und Masterarbeit in Zusammenarbeit mit außeruniversitären Einrichtungen zu erstellen. Hier kommen den Studierenden die vielfältigen Kooperationen der vier beteiligten Fakultäten mit zahlreichen Institutionen und Firmen im In- und Ausland zugute.

Tätigkeitsfelder und Berufsmöglichkeiten

Den Absolventen/innen der Landschaftswissenschaften eröffnen sich breit gefächerte Berufschancen. Das Ausbildungsprofil des Studiengangs qualifiziert sie gleichermaßen für Aufgaben in Wissenschaft und Forschung wie in der vielfältigen Praxis. Die Ausbildung soll den Bogen zwischen naturwissenschaftlicher Fundierung und Anwendungsbezug spannen und nach außen sichtbar machen. Dies fördert vor allem die Einstellungschancen der Absolventen/innen, die nach dem Masterabschluss nicht promovieren wollen.

Mögliche Arbeitsfelder und Arbeitsmärkte liegen im Bereich des Umweltschutzes im weiteren Sinne, im Ressourcen- und Landnutzungsmanagement, in der Risikoabschätzung oder der Katastrophenvorsorge. Dabei ist der Studiengang primär für den inländischen und sekundär für den internationalen Arbeitsmarkt konzipiert. Die Absolventen/innen können unter anderem in Umwelt- und Entwicklungsorganisationen, Ingenieur- und Beratungsbüros, Industrie, Bundes- und Landesbehörden sowie in kommunalen Ämtern tätig werden.

Zugangsvoraussetzungen

Für die Bewerbung zum Masterstudiengang Landschaftswissenschaften ist ein Bachelor of Science (B.Sc.) oder gleichwertiger Abschluss (mindestens Note 3,0) in Physischer Geographie oder einem anderen Studiengang mit ökologischem, geo-, landschafts- oder umweltwissenschaftlichem Schwerpunkt erforderlich.

Steckbrief M.Sc. Landschaftswissenschaften
Dauer: vier Semester
Umfang: 120 ECTS-Punkte (davon 42 in Pflichtmodulen, 36 in Wahlpflichtmodulen, 12 im Berufspraktikum, 30 in der Masterarbeit)
Beginn: jeweils zum Wintersemester
Bewerbung: jeweils bis zum 15. Juli
Plätze: 30
Sprache: deutsch

Weitere Informationen
Dr. Jens Groß
Institut für Physische Geographie und Landschaftsökologie
Schneiderberg 50
30167 Hannover
Tel. 0511 / 762-4488
gross at phygeo.uni-hannover.de
Link zum Studiengang

 

Der M.Sc.-Studiengang "Umweltplanung" an der Universität Hannover

Aus FORUM der Geoökologie 25 (1), 2014
Von Sonja Nollenberg, Hannover

Seit 2008 bietet die Leibniz Universität Hannover den forschungsorientierten Masterstudiengang Umweltplanung an. Dort werden Studierende zu ExpertInnen ausgebildet, welche die Umwelt in ihrer Komplexität begreifen, sodass sie Pläne zu ihrem Schutz und zur nachhaltigen Entwicklung erarbeiten können, die auch die Nutzungsinteressen unterschiedlicher Akteure berücksichtigen.

Die Folgen globaler Veränderungen für den Mensch und seine Umwelt (Flora und Fauna) sowie für die ökologischen und sozioökonomischen Systeme werden immer deutlicher sichtbar und verlangen nach konkreten Projekten auf lokaler und regionaler Ebene. Im Mittelpunkt steht der umfassende Schutz von Natur und Umwelt sowie die Koordination und Moderation unterschiedlicher Nutzungsansprüche an den Raum im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung. Neben der Analyse bestehender Umweltnutzungen gilt es in Zukunft vor allem, systematische Zusammenhänge vertiefend zu erforschen, um Auswirkungen menschlichen Handelns auf natürliche Prozesse vorausschauend zu beschreiben und dadurch planbar zu machen. Die Arbeitsgebiete der Lehrenden des Institutes für Umweltplanung reichen von den naturwissenschaftlichen Grundlagen des Arten- und Biotopschutzes über die Methoden der Analyse des Naturhaushalts, die Landschaftsästhetik, die Integration von Freizeit und Erholung, die rechtlichen und ökonomischen Instrumente des Umwelt- und Naturschutzes, die Instrumente und Strategien der Raumordnung und Raumentwicklung bis hin zu Fragen der Umsetzung und Beteiligung in der Planung. Weitere Institute der Fakultät für Architektur und Landschaft, sowie anderer Fakultäten der Leibniz Universität Hannover steuern Themen wie Planungskommunikation, Hochwasserschutz oder die Nutzung erneuerbarer Energien bei.

Forschung trifft Anwendung

Im forschungsorientierten Master of Science Umweltplanung erhalten die Studierenden die Möglichkeit, die aufgezeigten Fachkenntnisse und Methoden zu erlernen und praxisorientiert anzuwenden. Das Kernstück der Lehre bilden deshalb in den ersten drei Semestern die Studienprojekte. In diesen intensiv betreuten, einsemestrigen Projekten werden in kleinen Arbeitsgruppen von vier bis acht Studierenden komplexe Aufgaben behandelt. Hier lassen sich eigenständig Themen einbringen und Kontakte zu HochschullehrerInnen aufbauen. Ziel ist es, spezi?sche Grundlagen und planerische Antworten zu konkreten Fragestellungen zu erarbeiten. Angestrebt wird hierbei auch der Bezug zum Raum innerhalb der Region Hannover. So haben Studierende beispielsweise im Rahmen eines Projektes ein Kleingewässer- und Amphibienschutzkonzept als Beitrag zum Pflege- und Entwicklungsplan des Naturschutzgebietes „Alte Leine“ entwickelt. Die hierfür durchgeführte Gewässerstrukturkartierung sollte die Bedeutung der Gewässer für Amphibien deutlich machen und der Maßnahmenentwicklung dienen (siehe Abb. 1).

In vielen Fällen sind dabei auch interdisziplinäre Betrachtungen notwendig. Häufig betreuen deshalb Lehrende unterschiedlicher Fachgebiete die Projekte oder es werden externe Lehrende und Fachleute aus der beruflichen Praxis eingebunden. Die langjährigen Erfahrungen mit dieser Lernform zeigen, dass sie in hohem Maße sowohl Selbständigkeit, als auch Teamfähigkeit fördert und eine hervorragende Vorbereitung auf spätere beru?iche Tätigkeiten mit unterschiedlichsten Anforderungen darstellt.Die Studienprojekte werden ergänzt durch die drei Pflichtmodule „Biodiversität und Naturschutz“, „Umsetzung von Landschaftsplanung und Naturschutz“ und „Stadt- und Regionalplanung, Regional Governance“ sowie eine breite Auswahl an Wahlpflichtmodulen (etwa Umweltrecht, Umweltprüfungen, Freiraumpolitik, Freilandökologische Methoden, Ingenieurbiologie, Modellierung, Planungsinformatik, Erholung und Tourismus). Arbeiten im Freiland sind, ebenso wie Exkursionen im In- und Ausland, fester Bestandteil des Studiums. Summerschools und internationale Workshops ermöglichen den Studierenden zudem, über den nationalen Tellerrand hinauszuschauen und Kontakte mit Kommilitonen aus anderen Ländern aufzubauen (siehe Abb. 2).

Studium – und was dann?

Das Berufsfeld in der Umweltplanung ist sehr vielfältig. Durch eine konsequente Einbindung sowohl der Forschung als auch der beruflichen Praxis in die Lehre kann im Rahmen des Projektstudiums ein breites zukünftiges Berufsfeld kennengelernt werden. Aufgrund des wissenschaftlichen Profils und der methodisch fundierten Vorgehensweise in der Lehre fühlen sich die AbsolventInnen gut vorbereitet, um im Berufs- und Wissenschaftsfeld der Landschaftsplanung, Landschaftsökologie, Regionalentwicklung und dem Naturschutz zu arbeiten oder sich neue Arbeitsmärkte zu erschließen. Die Berufsaussichten sind derzeit positiv. Regelmäßig durchgeführte Befragungen zeigen nicht nur eine sehr hohe Zufriedenheit der AbsolventInnen mit ihrer Ausbildung, sondern auch, dass ein Großteil einer Tätigkeit im gewünschten Berufsfeld nachgeht. Hier steht die Arbeit in Planungsbüros an erster Stelle, doch auch Fachbehörden, Kommunalverwaltungen wie Grünflächenämter, Naturschutzverbände, Verwaltungen von Großschutzgebieten oder Einrichtungen der Umweltbildung sind mögliche Arbeitgeber.

Voraussetzungen

Der Masterstudiengang Umweltplanung baut auf dem sechssemestrigen Bachelor of Science Landschaftsarchitektur und Umweltplanung auf. Er schließt nach einer Regelstudienzeit von vier Semestern mit dem Master of Science ab. Voraussetzungen für die Zulassung sind ein guter Bachelorabschluss in der genannten oder einer eng verwandten Fachrichtung und ein fachverwandtes Praktikum von mindestens viermonatiger Dauer. Studieninteressierte, die sich während der Bewerbungsfrist noch im Erststudium befinden, können das Abschlusszeugnis zu Beginn des Studiums nachreichen. BewerberInnen für den Masterstudiengang Umweltplanung werden sowohl zum Winter als auch zum Sommersemester zugelassen. Die jährliche Aufnahmekapazität liegt derzeit bei 30 Studierenden, so dass eine individuelle Betreuung und Förderung durch die DozentInnen gewährleistet ist.

Weitere Informationen

Dipl.-Ing. Sonja Nollenberg
Studiengangskoordinatorin
Fakultät für Architektur und Landschaft
Leibniz Universität Hannover
Kontakt: Studiendekanat <studiendekanat@laum.uni-hannover.de>
Link zum Studiengang

Uni Hildesheim: Masterstudiengang "Umweltwissenschaft und Naturschutz"
Studienaufbau Umweltwissenschaft und Naturschutz

Der Masterstudiengang "Umweltwissenschaft und Naturschutz" an der Universität Hildesheim

Aus FORUM der Geoökologie 23 (2), 2012
Von Torsten Richter, Hildesheim

Master passend zum Bachelor

Der viersemestrige M.Sc.-Studiengang „Umweltwissenschaft und Naturschutz“ ist seit dem Wintersemester 2011/12 die konsekutive Fortführung des B.Sc. „Umweltsicherung“. Wie bereits diesen Bachelorstudiengang zeichnet ihn eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit der beiden Hauptfächer Geographie und Biologie aus. Ein zentrales Profilelement der Universität Hildesheim, die Theorie-Praxis-Verzahnung, wird auch in diesem Masterangebot aufgegriffen. Ziel ist dabei die Vermittlung einer breiten Methodenkompetenz und vertieften bio- und geowissenschaftlichen Fachwissens immer vor dem Hintergrund einer praktischen Anwendbarkeit. Umweltwissenschaft und Naturschutz ist stets eine Querschnittsaufgabe, angesiedelt an den Nahtstellen zahlreicher Fachdisziplinen.

Unsere Leitidee ist, dass angewandte Umweltwissenschaft vom Verständnis komplexer Zusammenhänge lebt, aber ebenso von der Fähigkeit, diese zu kommunizieren und durch Überzeugung zu führen. Deshalb ist neben einer profunden Ausbildung in den Leitfächern eine möglichst breite Methoden- und Wissenskompetenz unerlässlich.

Aufbau des Studienganges

Die verpflichtenden Basismodule „Erfassen und Bewerten von Standorten und Lebensgemeinschaften“, „Umweltanalytik“ und das biogeochemische Praktikum verbinden exemplarisch die Vermittlung fachübergreifender theoretischer Grundlagen und deren praktische Umsetzung im Freiland in eigenständiger Projektgruppenarbeit (Abb. 1). Der Gedanke des Projektstudiums setzt sich in den Projektmodulen „Nachhaltigkeit: Natur- und Umweltschutz“ und „Nachhaltigkeit: Umweltplanung“ fort. Eine weitergehende Spezialisierung ist in den drei Bereichen „Historische Umweltanalyse“, „Angewandter Naturschutz“ oder „Umweltbildung“ möglich. Individuelle Schwerpunktsetzungen nach den studentischen Interessen lässt zusätzlich der Wahlbereich im Studium und das berufsbezogene Praktikum im Umfang von acht Wochen zu. Das Studienprojekt bereitet auf die abschließende Masterarbeit vor.

Die langjährige bewährte Zusammenarbeit mit Praxispartnern aus Verwaltung, Forschung, Wirtschaft und angewandter Naturschutzarbeit wie dem TÜV Nord Umweltschutz, dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz NLWKN, der Paul-Feindt-Stiftung und dem Institut für ländliche Räume des von Thünen-Instituts ergänzen das universitäre Curriculum.

Beschäftigungsaussichten

Da der Studiengang erst im zweiten Semester läuft, gibt es noch keine Absolventen. Von der Ausbildung und den Praxispartnern her zielt er neben einer weiteren wissenschaftlichen Tätigkeit oder einer anschließenden Promotion auf Natur- und Umweltschutzarbeit in Verwaltung, öffentlichen Einrichtungen oder Verbänden, Mitarbeit in Gutachter- und Planungsbüros und im Bereich der GIS-Anwendungen, Umweltkommunikation und Begleitung von Nachhaltigkeitsprozessen öffentlicher Institutionen oder Unternehmen.

Bewerbung und Zulassungsverfahren

Eine Bewerbung ist sowohl zum Wintersemester (Stichtag 15. Juli) als auch zum Sommersemester (Stichtag 15. Februar) möglich. Voraussetzung sind mindestens 150 ECTS in einem fachlich eng verwandten Studiengang an einer deutschen Universität oder ein vergleichbares Studium an einer ausländischen Hochschule mit einer Durchschnittsnote von 2,5 oder besser und ein überzeugendes Motivationsschreiben. Bei einer Durchschnittsnote schlechter 2,5 bis 3,0 muss eine Bewertung der Bachelorarbeit mit mindestens 2,0 oder ein besonders überzeugendes Motivationsschreiben vorliegen. Der erfolgreiche Bachelorabschluss muss spätestens im ersten Semester des Masterstudiums nachgewiesen werden. Näheres zum Verfahren ist den Seiten des Immatrikulationsamtes zu entnehmen.

Als fachlich eng verwandte Bachelorabschlüsse zum B.Sc. Umweltsicherung gelten dabei z.B. Umweltwissenschaft(en), Geo- und Landschaftsökologie, Ökosystemmanagement, aber auch Biologie, Geographie oder entsprechend ausgerichtete Studienverläufe in Agrar- und Forstwissenschaften. Fehlende Grundlagen in den Fachwissenschaften Biologie oder Geographie können als Auflage während der ersten beiden Semester des Masterstudiums nachgeholt werden, so Module zur Artenkenntnis oder Grundlagen der GIS-Anwendung.

Weitere Informationen und alle relevanten Ordnungen finden Sie im Internet auf den Seiten der Universität oder über die Studiengangsseite. Fragen zum Studienverlauf beantwortet Ihnen auch gerne der Fachstudienberater Dr. Torsten Richter telefonisch unter 05121 / 883931 oder via E-Mail an torsten.richter(at)uni-hildesheim.de

Uni Jena: Masterstudiengang "Energie und Umweltchemie"

Der Masterstudiengang: Energie und Umweltchemie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena

Aus FORUM der Geoökologie 25 (2), 2014
Von Volker Woest, Michael Stelter, Ulrich S. Schubert, Achim Stolle, Jena

Energie- und umweltbezogene Fragestellungen sind in unserer heutigen Gesellschaft nicht mehr wegzudenken und werden für zukünftige Generationen in ihrer Bedeutung zunehmen. Zentrale Themen sind dabei die regenerative Energieerzeugung, Energiewende, Elektromobilität, Umweltschutz sowie ganzheitliche Werkstoffketten von chemischen Erzeugnissen. Zur Bewältigung dieser globalen Aufgaben sind forschungsbezogene Kenntnisse in den Bereichen Elektrochemie, Umweltchemie, moderne Synthesemethoden, Verfahrenstechnik, analytische Verfahren sowie den Materialwissenschaften nötig. Der in Jena angebotene, deutschlandweit einmalige Studiengang bildet die Möglichkeit, das nötige Rüstzeug zu erlangen – mit einer breiten Anwendungsmöglichkeit in einer Vielzahl von Berufsfeldern.

Masterstudiengang „Energie und Umweltchemie“

Seit dem Wintersemester 2010/11 wird der interdisziplinäre, deutschsprachige Masterstudiengang „Umweltchemie“ angeboten, der mit dem Beginn des Wintersemesters 2015/16 in reformierter Form als Masterstudiengang „Energie und Umweltchemie“ fortgeführt wird. Der Master-Studiengang ist konsekutiv aufgebaut und forschungsorientiert ausgerichtet. Aufbauend auf einer guten naturwissenschaftlichen Grundausbildung wird die Fähigkeit zum selbstständigen wissenschaftlichen Arbeiten in einem modernen, interdisziplinären Wissenschaftsfeld vermittelt. Der Studiengang bildet als zentrales Element die Säulen des sich am Standort Jena befindlichen Zentrums für Energie- und Umweltforschung (CEEC Jena) in der Lehre ab. In Kooperation mit dem Fraunhofer Institut für Keramische Technologien und Systeme (IKTS) in Hermsdorf werden aktuelle Forschungsthemen in die Lehre integriert und den Studierenden Entwicklungen im Bereich der Synthesechemie, Elektrochemie, Analytik, Verfahrenstechnik und Energiesysteme vermittelt. Diese deutschlandweit einzigartige intrinsische Kombination verschiedener Fachdisziplinen eröffnet den Studierenden die Möglichkeit der ganzheitlichen Betrachtungsweise, beginnend bei der chemischen Synthese über Anwendungen im Bereich moderner Energiesysteme sowie der Umweltverfahrenstechnik bis hin zu Folgenabschätzung auf Basis umweltanalytischer oder chemometrischer Methoden und Modelle.

Der Masterstudiengang „Energie und Umweltchemie“ wird sich demnach an diejenigen Studierenden richten, die an einer umfassenden und ganzheitlichen Betrachtungsweise technischer Systeme Interesse zeigen, was zum Beispiel für die Bereiche Energiesysteme und umweltchemische Verfahren Voraussetzung ist.

Inhalt des Studiums

Das Studium ist experimentell ausgerichtet mit starkem Bezug zu Gebieten der angewandten Forschung. Erreicht wird dies durch eine intrinsische Verknüpfung klassischer energie-bezogener und umweltchemischer Disziplinen wie elektrische Energiespeicher, regenerative Energien und Umweltanalytik mit Aspekten der Umweltverfahrenstechnik sowie dem Themenkomplex Nachhaltigkeit in der chemischen Synthese.

Die Studierenden erwerben Kenntnisse der fachlichen Systematik, Begrifflichkeit und weiterführende Inhalte in den Teildisziplinen Elektrochemie, nachhaltige Syntheseverfahren, (Umwelt)Analytik und (technische) Umweltchemie sowie die für das umweltchemische Arbeiten notwendigen synthetischen, experimentellen und theoretischen Kenntnisse (Abb.1). Entsprechend dem Forschungsprofil der Chemisch-Geowissenschaftlichen Fakultät in Jena werden zudem weiterführende Kenntnisse in fachlichen Wahlpflichtbereichen sowie Aspekte moderner Energiesysteme (Batterien), regenerative Energieerzeugung sowie moderne Leuchtmittel (OLEDs) vermittelt. Thematische Schwerpunkte in den einzelnen Modulen sind zum Beispiel:

  • Nachhaltige Syntheseverfahren und -technologien für Materialien zum Einsatz in der Umweltverfahrenstechnik und in Energiesystemen, wie zum Beispiel Polymere, Keramiken oder Kohlenstoffnanomaterialien
  • Analytische Verfahren zur Charakterisierung von Umweltproben, insbesondere elektroanalytische Methoden zur Materialcharakterisierung und Prozessbewertung
  • Verfahrenstechnische Grundlagen der Remediation von Luft und Wasser, zum Beispiel mittels Membrantechnologien
  • Materialseitige, technologische und verfahrenstechnische Aspekte moderner Energiesysteme im Bereich der Energiewandlung (organische Solarzellen, OLEDs) und Energiespeicherung (Brennstoffzellen, Mittel- und Hochtemperaturbatterien, Metall-freie Batterien, etc.)

 

Aufbau des Studiums

Der viersemestrige Studiengang ist im 1. und 2. Fachsemester in Pflicht- und Vertiefungsmodule gegliedert, wobei für Letztere eine Wahlmöglichkeit für die Studierenden besteht, um sich weitergehende Qualifikationen einem der folgenden Bereiche anzueignen:

  • Geologie
  • Ökologie
  • Toxikologie / Ökotoxikologie.

Der Pflichtbereich umfasst neben einer Orientierungsphase zur Vermittlung studiengangrelevanter Grundlagen die folgenden themenspezifischen Module:

  • Moderne Synthesemethoden
  • Kohlenstoffnanomaterialien
  • Umweltanalytik
  • Elekrochemie
  • Umweltchemie.

Ergänzt wird das Spektrum im 2. Fachsemester durch den Themenkomplex Recycling. Die Module gliedern sich in Vorlesungen und zur Vertiefung der Inhalte werden Seminare und Praktika angeboten. Die Integration eines externen Praktikums in den Studienablaufplan im 2. oder 3. Fachsemester ermöglicht den Studierenden einen Einblick in Berufsbilder mit Energie- bzw. umweltchemischem Bezug. Im 3. Fachsemester werden vertiefende Kenntnisse und Fähigkeiten in der Umsetzung der theoretischen, experimentellen und methodischen Grundlagen in zwei themenzentrierten Forschungsprojekten erworben, welche die Basis für die im 4. Fachsemester anstehende Masterarbeit bilden können.

Mögliche Berufsfelder

Zurzeit liegen noch keine statistisch relevanten Erfahrungen bezüglich der Berufstätigkeit der AbsolventInnen des Studiengangs vor. Es ist jedoch abzusehen, dass das vermittelte Wissen und die erlernten Fertigkeiten in unterschiedlichen Berufszweigen Anwendung finden werden, insbesondere in solchen, die von einer starken Interdisziplinarität geprägt sind. Mögliche Berufsfelder sind:

  • Chemische Industrie
  • Verarbeitende Industrie
  • Energieversorgungsunternehmen
  • Wissenschaftliche Einrichtungen
  • Behörden und Ministerien
  • Beratungsfirmen

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit der Aufnahme eines Promotionsstudiums.

Zulassungsvoraussetzungen

Voraussetzung für die Zulassung zum Masterstudium „Energie und Umweltchemie“ ist ein qualifizierter Hochschulabschluss wie Bachelor, Diplom (FH) oder Diplom.Der Studiengang richtet sich insbesondere an AbsolventInnen mit Hochschulabschluss im Bereich der Naturwissenschaften und Ingenieurswissenschaften. Grundlegenden Kenntnisse und Erfahrungen aus den Bereichen Chemie und den Materialwissenschaften sind für die Bewältigung des Studiums hilfreich.

Der Studiengang ist modular aufgebaut und ein Beginn ist nur zum jeweiligen Wintersemester möglich. Ausländische Bewerber müssen für den Hochschulzugang über eine deutsche Sprachprüfung oder eine vergleichbare Qualifikation verfügen.

Weitergehende Informationen sind beim Studien- und Prüfungsamt der Chemisch-Geowissenschaftlichen Fakultät oder dem Masterstudierendenzentrum der Friedrich-Schiller-Universität Jena erhältlich.

Kontakt

Prof. Dr. Michael Stelter
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Chemisch-Geowissenschaftliche Fakultät
Institut für Technische Chemie und Umweltchemie
Lessingstraße 12, 07743 Jena
Tel.: 03641 9 48430
Fax : 03641 9 48402
E-Mail: michael.stelter@uni-jena.de

Prof. Dr. Ulrich S. Schubert
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Dekan der Chemisch-Geowissenschaftliche Fakultät
Humboldstrasse 11, 07743 Jena
Tel.: 03641 9 48000
Fax : 03641 9 48002
E-Mail: urich.schubert@uni-jena.de

Uni Koblenz-Landau: Fernstudiengang Angewandte Umweltwissenschaften M.Sc.

Der Master-Fernstudiengang "Angewandte Umweltwissenschaften" an der Universität Koblenz-Landau

Aus FORUM der Geoökologie ????
Von ????

Der weiterbildende Fernstudiengang "Angewandte Umweltwissenschaften" vermittelt in einer 5-semestrigen Regelstudienzeit Fach- und Führungskräften im Umweltsektor eine interdisziplinäre Sichtweise auf Umweltprobleme und umweltbezogene Fragestellungen und fördert analytisches Denken und konzeptionelles Arbeiten. Er dient dem Erwerb von vertieften Kenntnissen und Kompetenzen in umweltrelevanten naturwissenschaftlichen, technischen, rechtswissenschaftlichen und wirtschaftswissenschaftlichen Themenfeldern, die zu einem anwendungsorientierten Arbeiten im Umweltbereich befähigen. Das Studium qualifiziert für Beratungs-, Projektentwicklungs- und Leitungsaufgaben in den unterschiedlichsten Bereichen des Umweltsektors.

Der Studiengang wendet sich

  • an Naturwissenschaftler/innen und Ingenieure/innen, die ihre akademische Erstausbildung erweitern, abrunden oder ergänzen möchten, um sich für eine Tätigkeit im Bereich des Umweltschutzes zu qualifizieren.
  • an Absolventen/innen weiterer Fachrichtungen, sofern sie über einschlägige Berufserfahrungen nach Abschluss des Erststudiums verfügen. Dies eröffnet auch Absolventen/innen wirtschafts-, rechts- oder verwaltungswissenschaftlicher Studiengänge, die bereits im Umweltbereich tätig sind, den Zugang zum Studium;
  • sowie an beruflich Qualifizierte ohne bisherigen Hochschulabschluss. Dazu zählen u.a. Techniker, Laboranten und Meister mit mehrjähriger Berufserfahrung im Umweltbereich.

Anstellungsträger sind u.a.: Behörden, Umwelt- und Fachverbände, Industrie, Gewerbe und Handel, Versorgungs- und Transportunternehmen sowie Dienstleistungsfirmen (Umweltplanungs- / Ingenieurbüros, Umwelt-Consultants etc.).

Studieninhalte

Das Studienprogramm des weiterbildenden Fernstudienganges ist modular aufgebaut. 9 Module sind im Pflichtbereich zu belegen, und von dem 6 Module umfassenden Wahlpflichtbereich sind 3 Module auszuwählen. Insgesamt sind somit 12 Module zu absolvieren. Den Abschluss bildet eine Masterarbeit.

Pflichtbereich:

  • Modul 01: Ökologie
  • Modul 02: Geowissenschaften
  • Modul 03: Umweltchemie / Umwelttoxikologie
  • Modul 04: Allgemeines Umweltrecht
  • Modul 05: Besonderes Umweltrecht
  • Modul 06: Umweltökonomie / Umweltpolitik
  • Modul 07: Allgemeine Umweltplanung
  • Modul 08: Naturschutz
  • Modul 09: Gewässerschutz

Wahlpflichtbereich 1

  • Modul 10: Umwelt-/Nachhaltigkeitsmanagement
  • Modul 11: Umweltkommunikation/-mediation
  • Modul 12: Umweltinformatik / -informationssysteme

Wahlpflichtbereich 2

  • Modul 13: Abwassertechnik
  • Modul 14: Abfalltechnik
  • Modul 15: Immissionsschutz

Lehrformat

Der Fernstudiengang ist ein Hochschulstudium im Blended-Learning-Format. Durch die Verknüpfung von klassischem Fernstudium mittels schriftlicher Lehrmaterialien mit den Vorzügen modernen E-Learnings sowie wenigen Präsenztagen je Semester wird ein hohes Maß an zeitlicher und räumlicher Flexibilität erreicht.

Das Fernstudium eignet sich daher vor allem für Interessierte, für die ein Präsenzstudium aufgrund einer Berufstätigkeit oder anderweitiger Verpflichtungen, wie etwa Erfüllung familiärer Aufgaben, nicht in Frage kommt. Der weitgehend freien Zeiteinteilung und räumlichen Unabhängigkeit steht aber auch die Notwendigkeit eines Mehr an eigenständiger Planung und Strukturierung der Lernprozesse gegenüber, was ein hohes Maß an Selbstorganisation und Selbstdisziplin erfordert. 

Schriftliches Lehrmaterial (Studienbriefe und Übungsaufgaben) stellt die tragende Säule der Vermittlung der Studieninhalte im Fernstudiengang dar. Es wird durch ein internetbasiertes Learning-Management-System mit verschiedenen Kommunikationstools sowie durch eine Präsenzveranstaltung im Umfang eines Wochenendes pro Semester ergänzt.

Präsenzveranstaltungen

Schwerpunkt des Fernstudiums bildet das angeleitete Selbststudium. Gleichwohl schließt jedes Semester mit einer zweitägigen Präsenzphase ab, die auf dem Campus der Universität in Koblenz durchgeführt wird. Gegenstand der Präsenzveranstaltungen sind u.a. Vorträge, Tutorien oder Übungen. Ziel der Veranstaltungen ist

  • die Vermittlung von weiterführenden Inhalten,
  • die Vertiefung des Lernstoffs,
  • die Entwicklung von personalen Kompetenzen,
  • der persönliche Kontakt zu Dozenten und Kommilitonen/innen,
  • der Erfahrungsaustausch,
  • die Leistungsüberprüfung z. B. in Form von Klausuren.

Der Besuch der Präsenzveranstaltungen ist obligatorisch und beschränkt sich auf ein Wochenende am Ende des Semesters. Die Teilnahme an insgesamt fünf Präsenzveranstaltungen ist für alle Studierenden verpflichtend. Der Umfang beträgt jeweils zwei Tage. Ort der Durchführung der Veranstaltungen ist Koblenz.

Im Falle eines Auslandsaufenthalts können anstelle der verpflichtenden Präsenzteilnahme Ersatzleistungen erbracht werden.

Das Fernstudium eignet sich daher vor allem für Interessierte, für die ein Präsenzstudium aufgrund einer Berufstätigkeit oder anderweitiger Verpflichtungen, wie etwa Erfüllung familiärer Aufgaben, nicht in Frage kommt. Der weitgehend freien Zeiteinteilung und räumlichen Unabhängigkeit steht aber auch die Notwendigkeit eines Mehr an eigenständiger Planung und Strukturierung der Lernprozesse gegenüber, was ein hohes Maß an Selbstorganisation und Selbstdisziplin erfordert. 

Dauer, Kosten, Förderungen

Der Studiengang ist berufsbegleitend studierbar. Die Regelstudienzeit beträgt - einschließlich der Zeit für die Anfertigung der Masterarbeit - fünf Semester. Für das Studium muss je nach Vorbildung und persönlichen Voraussetzungen ein wöchentlicher Arbeitsaufwand von ca. 15–20 Stunden eingeplant werden.

Die Kosten für den Studiengang betragen 1.198,- Euro pro Semester (bei 5 Semestern Studiendauer). Für die Einschreibung an der Hochschule wird zusätzlich ein Sozialbeitrag in Höhe von gegenwärtig 89,- EURO pro Semester erhoben. Für die Betreuung der Masterarbeit entsteht nach Abgabe der Arbeit ein einmaliger Betrag in Höhe von 565,- Euro. Im Studienentgelt sind Kosten für Unterkunft und Verpflegung während der Präsenzphasen nicht enthalten.

Die Universität akzeptiert Bildungsschecks und -gutscheine des Bundes und der Länder.

Weitere Informationen

Ausführliche Informationen zum Fernstudiengang
Universität Koblenz-Landau
Tobias Braum (Sekretariat)
Telefon: 0261 287-1520
Telefax: 0261 287-1521
E-Mail: umwelt at uni-koblenz.de

Uni London: Masterstudiengang Conservation

The M.Sc. Conservation at University College London, UK

Aus FORUM der Geoökologie 23 (3), 2012
Von Jan Axmacher, Londonn

Context

In 1959, the M.Sc. Conservation was established at the University College London (UCL) by the Departments of Botany, Zoology and Geography in collaboration with the Nature Conservancy, the UK government agency responsible for nature conservation at the time. It is the oldest nature conservation degree programme in the UK, and it has a strong vocational emphasis as it was specifically established to train nature conservation professionals. It is interdisciplinary, focussing on principles (conservation biology and ethics), policy (socio-economics, law and governance) and practice of conservation. The programme is unique not only on account of its very extensive alumni network, but also due to the involvement of nature conservation professionals in the delivery of the course.

Despite the focus on vocational skills, the programme also provides the scientific rigour needed for evidence-based analysis and understanding of the natural environment. The M.Sc. therefore provides an excellent preparation for employment with the full range of public sector and voluntary conservation organisations, environmental consultancies, as well as in academia. Accordingly, about 80% of our graduates secure jobs directly related to nature conservation.

Aims and core questions

Principles, policy and practice of conservation are investigated in relation to a number of inter-related driving forces like the loss of biodiversity, climate change, habitat degradation, fragmentation and land-use change, the spread of invasive species, globalisation, and diverging demographic trends. The dynamic nature of these factors raises a number of key questions, which are addressed as emerging themes throughout the programme:

  • What is the appropriate balance between top-down (regulatory) and bottom-up (community-based) approaches in conservation?
  • Should nature reserves remain as wilderness or be managed? If they are managed, how can priorities be identified?
  • How can conservation priorities be reconciled with global environmental change?
  • What is the appropriate balance between the conservation of protected areas versus conservation of the wider landscape?
  • What is the appropriate balance between the conservation of representative habitats/particular species versus conservation of ecosystem functioning and ecosystem services?

Students taking the M.Sc. will develop a sound understanding of current debates in ecology and of conservation ideas and practices, allowing them to engage actively with contemporary discussions of key conservation issues. They will also obtain a good understanding of the practices employed by conservation institutions and the regulatory frameworks relevant to conservation. They will furthermore develop identification skills for a range of different taxa, while also gaining insights into biological and physical ecosystem processes and into methods used to evaluate the conservation importance of habitats and species. Finally, our graduates will have acquired transferable skills in project design, management, report production and presentation, and have completed an independent study that has practical relevance to conservation and demonstrates advanced knowledge and application of research skills.

Structure

In line with most M.Sc. programmes in the UK, the M.Sc. Conservation is a one-year degree programme divided into three terms. The first term starts in late September, and students take four compulsory core modules, two of which comprise field class elements. The first field class in Norfolk is scheduled for the very beginning of the first term. Here, we explore, survey and sample a range of different coastal and freshwater habitats and discuss their management and conservation. The second field class in Snowdonia focuses on legal frameworks and governance issues, but also on the typical conflicts arising from the involvement of a variety of different stakeholder groups in environmental protection and landscape management. Further topics addressed in the first term core modules comprise field and laboratory techniques used to generate environmental datasets and the statistical approaches used to analyse complex ecological/environmental datasets, a critical evaluation of the theories, concepts, and ideas underpinning current nature conservation approaches and the consolidation of scientific writing and presentation skills. In the second term, students select four optional modules from a wide range of choices and start to develop an individual dissertation research project in meetings with a project supervisor. The modules are typically delivered through of a mixture of lectures, seminars, and practical classes. We see fieldwork as an important component of this M.Sc., and further field excursions are associated with some of the 2nd term choice modules. The following list shows the breadth of choices generally available in term 2 (subject to minor changes due to staff availability):

  • Changing Landscapes - Nature Conservation
  • Changing Landscapes - Nature, Culture, Politics
  • Marine Conservation
  • Coastal Change
  • Wetlands
  • Lakes
  • Aquatic Macrophytes
  • Environmental GIS
  • Politics of Climate Change
  • Biological Proxies of Environmental Change
  • Non-Biological Proxies of Environmental Change
  • field class element

The individual research dissertation of up to 12,000 words, which also includes an assessed oral presentation, will be conducted in term 3 and is to be completed by the end of August. While individual modules in term 1 and 2 each account for 8%, the dissertation contributes the remaining 36% to the overall degree result.

Admission and fees

Potential applicants are generally expected to have obtained a first or upper second-class undergraduate degree in a relevant discipline such as Geoecology, Landscape Ecology, Environmental Science, Geography or Biology from a UK university or an overseas qualification of an equivalent standard. Nonetheless, we will also consider applications from candidates with relevant professional experience in conservation or environmental management.

Students whose first language is not English must provide recent evidence that their spoken and written command of English satisfies UCL requirements. Necessary grades are an overall grade of 7.0 with a minimum of 6.0 in each of the subtests (IELTS) or a score of 600 plus 5 in the Test of Written English (TWE) (TOEFL paper). In the internet-based TOEFL test, a score of 100 plus 24/30 in the reading and writing subtests and 20/30 in the listening and speaking subtests are required.

To apply, please follow the instructions on www.ucl.ac.uk/admission/graduate-study/application-admission. Applications normally close in late July for the following academic year. For up-to-date information on fees and costs of the M.Sc. Conservation and our other programmes, please visit the UCL web pages at www.ucl.ac.uk/prospective-students/graduate-study/fees-funding. Some optional modules in Term 2 incur additional fieldwork costs, particularly Changing Landscapes, with costs for the field class (the current destination is China) expected to amount to approximately £950. There are a number of scholarships and other types of financial support available - for further information, please consult the course homepage and handbook.

The university

UCL was founded in 1826 as the third English university, opening education to students regardless of their race, class, gender, or religion. As one of the worlds top universities, UCL excels across the physical and natural sciences, social sciences, and humanities. Students at UCL have access to excellent facilities, including world-class library resources, museum collections, and archives. Being located in London, UCL students furthermore have easy access to an incredible wealth of cultural and social venues and events.

The UCL M.Sc. Conservation is run by the Department of Geography, which enjoys an outstanding international reputation for both its research and teaching. The department admits over 100 M.Sc. students annually on 12 programmes (other examples include Aquatic Science, Climate Change, Environmental Modelling, and Environment, Science and Society), giving rise to a vibrant M.Sc. student community. Within the department, specialist laboratories are available for wet chemistry, sediment analysis, and microscopy with associated technical support. Furthermore, students on the M.Sc. Conservation can get access to a wide range of outside experimental facilities that can be used as part of dissertation projects by linking closely with nature conservation organisations.

Contact and further information
Course convenor M.Sc. Conservation
Dr. Jan Axmacher
UCL Department of Geography
Pearson Building, Gower Street
London, WC1E 6BT, UK
jan.axmacher at ucl.ac.uk
www.geog.ucl.ac.uk/conservation

Uni Mainz: Masterstudiengang Klima- und Umweltwandel

Masterstudiengang "Klima- und Umweltwandel" an der Universität Mainz

Aus FORUM der Geoökologie 24 (3), 2013
Von Stephanie Grim und Barbara von der Lühe

Das Management von Georisiken sowie die Folgen des anthropogenen Klimawandels stehen zunehmend im Vordergrund des öffentlichen Interesses. Im Rahmen der Global Change-Diskussion erhöht sich somit zunehmend der Bedarf an berufsqualifizierenden Vertiefungs- und Aufbaustudiengängen in den Bereichen der Erkennung, Prävention und Anpassung an Klima- und Umweltveränderungen. Gerade in diesem Bereich ist mit einer erweiterten Nachfrage nach Geographen zu rechnen. Daher bietet das Geographische Institut der Johannes Gutenberg-Universität Mainz seit 2011 gezielt den Studiengang "Klima- und Umweltwandel" an. Das Programm bietet eine wissenschaftlich orientierte Ausbildung mit dem Fokus auf geographischen Aspekten des globalen Klima- und Umweltwandels. Der Masterstudiengang ermöglicht eine fachspezifische und interdisziplinäre Vertiefung mit dem Ziel, eine wissenschaftliche Tätigkeit aufzunehmen oder sich in einen praktischen Beruf einzuarbeiten. Die Ausbildungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Paläoklimatologie, Geoarchäologie, Bodenkunde und Stadtklimatologie.

Struktur der Ausbildung

Der zweijährige Studiengang setzt sich aus Pflicht-, Wahlpflicht- und Wahlmodulen sowie der Masterarbeit zusammen. Der Unterricht wird von Dozentinnen und Dozenten erteilt, die größtenteils in der Wissenschaft tätig sind. Unterrichtssprachen sind Deutsch und Englisch.

Erstes Studienjahr:

Vertiefende Kenntnisse in Klimaprozessen, Klimawandel und Landschaftsentwicklung sind obligate Bestandteile des Studiums. Dazu können wahlweise zwei der folgenden Module belegt werden: "Geomorphologie & Hazards", "Stadtklimatologie", "Landschaftsgenese & Böden" oder "Klimarekonstruktionen". Zusätzlich werden die Module "Paläoklima", "Analytische Paläontologie", "Kulturelle Konsequenzen" aus dem Fächerkanon der Kooperationsfächer angeboten. Der interdisziplinäre und wissenschaftliche Ansatz der Ausbildung wird durch eine wöchentliche Lecture Series gefördert, zu der geladene Referenten der eigenen oder anderer Hochschulen vortragen, die auf ihrem Forschungsgebiet führend sind.

Zweites Studienjahr:

Im dritten Semester beinhaltet der Studienverlaufsplan einen Aufenthalt an einer anderen Universität im In- oder Ausland oder wahlweise die Möglichkeit, ein berufsorientiertes Praktikum zu absolvieren. Diese obligatorische Einheit bietet den Rahmen, eigenständigen, praktischen Arbeitens. Die Möglichkeit zu einem Praktikum bzw. Auslandsaufenthalt soll die Chancen am Arbeitsmarkt erhöhen und helfen, Lehre und Forschung am Standort Mainz international zu vernetzen. Die theoretischen und praktischen Grundlagen aus dem ersten Studienjahr werden im zweiten Studienjahr in Form einer Projektarbeit in mindestens einem der Wahlpflichtmodule "Klimaveränderungen und Anpassung", "Geosphäre und Umwelt im Wandel" und/oder "Stadtklima und Luftreinhaltung" und "Biogeochemical Cycles & Global Change"" vertieft. Diese Konzeption ermöglicht es den Studierenden, bereits im dritten Semester einige Grundregeln empirisch basierter Forschungsarbeit im Rahmen von Fragestellungen zum Klima- und Umweltwandel zu erlernen. Den Abschluss des M.Sc. "Klima- und Umweltwandel" stellt die Masterarbeit dar, die im vierten Semester angefertigt wird.

Qualifikationen

Zu den Fach- und Methodenkompetenzen, die im M.Sc. "Klima- und Umweltwandel" erworben werden, zählen neben praktisch orientierten Labor- und Projektarbeiten auch mehrwöchige Geländeaufenthalte. Eine fundierte Kenntnis wissenschaftlicher Methoden ist ebenso Teil der Ausbildung wie die auf spezifische Probleme bezogene Anwendung geographischer und fachbezogener Software.

Fachbezogene Kenntnis und erweiterte Kompetenzen

  • Grundlegendes Verständnis von Klimaveränderungen und assoziierter Prozesse, auf vorindustriellen und aktuellen Zeitskalen;
  • Fähigkeit, gesellschaftsrelevante wissenschaftliche Fragen im Rahmen des Globalen Klimawandels anhand geographischer Fragestellungen zu vernetzen und weiterentwickeln zu können;
  • Naturwissenschaftlich-technische Kompetenz: Vertiefte Kenntnis anwendungsbezogener Software (GIS, Arstan, ...);
  • Anwendung Geographischer Informationssysteme in wissenschaftlichen Fragestellungen;
  • Wissenschaftliches Arbeiten in Form von Hausarbeiten, Protokollen sowie der Masterarbeit;
  • Vernetztes und interdisziplinäres Denken: Geographisches Denken unter Vernetzung geistes- und naturwissenschaftlicher Ansätze;
  • Eigeninitiative: Eigenständiges Projekt- und Zeitmanagement im Rahmen wissenschaftlicher Projekte;
  • Lernkompetenz: Selbständiges Erfassen und Beurteilen komplexer Zusammenhänge sowie die Fähigkeit diese zu diskutieren und zu kommunizieren;
  • Interdisziplinäres Arbeiten, beispielsweise im Rahmen der Grenzfächer Geowissenschaften, Bodenkunde, Geoökologie, Biologie, Paläontologie und Kulturwissenschaften.

 

Potentielle Berufsfelder

Im Masterstudiengang werden den Studierenden Kenntnisse und Kompetenzen vermittelt, die sie für eine berufliche Tätigkeit oder weitergehende Forschungstätigkeiten in den Bereichen Georisiken und Klimawandel befähigen. Nach erfolgreicher Beendigung des Masterstudiums haben die AbsolventInnen eine international anerkannte Qualifikation erlangt, die es ihnen ermöglicht, die erlernten Fertigkeiten und Kenntnisse in Wissenschaft und Praxis anzuwenden. Insbesondere bereitet der Studiengang auf Tätigkeiten als ForscherIn an Universitäten und außeruniversitären Einrichtungen sowie als wissenschaftliche/r MitarbeiterIn in Bundes- und Landesämtern und anderen Fachbehörden vor. Wichtigstes Merkmal der Ausbildung am Geographischen Institut ist die Methodenkompetenz der Studierenden. Die potentiellen Arbeitsfelder liegen daher in allen Bereichen, in denen komplexe Fragestellungen analysiert oder gemanagt werden sollen.

Voraussetzungen

Der M.Sc. "Klima- und Umweltwandel" ist als konsekutiver Studiengang konzipiert, wobei für eine Zulassungsberücksichtigung ein abgeschlossenes Bachelorstudium in Geographie oder in einer verwandten Fachrichtung vorausgesetzt wird. Die Bewerbung ist jährlich möglich. Weitere Informationen: Studienbüro Uni Mainz

Weitere Informationen auch bei Kim Krames, Studienmanagerin Geographisches Institut der JGU Mainz, E-Mail: Kim Krames

Uni München: Masterstudiengang Umweltsysteme und Nachhaltigkeit

Masterstudiengang "Umweltsysteme & Nachhaltigkeit (U&N)" an der LMU München

Aus FORUM der Geoökologie 23 (1), 2012
Von Karsten Schulz, Ralf Ludwig, Wolfram Mauser, Konrad Rögner und Otfried Baume, München

Der deutschsprachige, nicht-konsekutive Masterstudiengang "Umweltsysteme & Nachhaltigkeit: Monitoring, Modellierung und Management (U&N)" wurde im WS 2009/10 eingerichtet und wendet sich an Absolventen, die über einen Bachelor-Abschluss in den Disziplinen Geographie, Geoökologie, Umweltnaturwissenschaften oder damit verwandten Fachbereichen verfügen. Ziel des Studiengangs ist zum einen die Ausbildung von Fachkräften im Bereich integrativer Umweltwissenschaften mit dem inhaltlichen Schwerpunkt Wasser und den methodischen Schwerpunkten Geographische Informationssysteme (GIS), Umweltsystemmodellierung und Fernerkundung, zum anderen die Ausbildung von geeignetem wissenschaftlichem Nachwuchs für die Forschungsaktivitäten am Department. Im Speziellen sollen in dem zweijährigen Studiengang, mit derzeit ca. 15 Teilnehmern pro Jahr, folgende fachspezifische und fachübergreifende Kenntnisse, Fähigkeiten und Problemlösungsstrategien vermittelt werden:

Module des Masterstudiengangs

  • Struktur und Funktionsweise natürlicher Systeme sowie ihre Interaktionen - dazu gehören die Teilsysteme Pedosphäre, Hydrosphäre, Biosphäre und Atmosphäre.
  • Ursachen des Globalen Wandels sowie seine globalen und regionalen Auswirkungen auf die natürlichen Systeme.
  • Monitoring von Prozessen des Globalen Wandels z.B. durch Erfassung von Wasser-, Stoff- und Energieflüssen an der Landoberfläche.
  • Entwicklung und Nutzung von Fernerkundungssensoren und Auswertetechniken zur Erfassung oben genannter Prozesse im regionalen Maßstab.
  • Analyse räumlich-zeitlicher Daten, Anwendung und Programmierung Geographischer Informationssysteme sowie Entwicklung und Nutzung räumlicher und integrierter Modelle der oben genannter Systeme und Prozesse von der lokalen zur globalen Skala.
  • Integrative Analyse des Globalen Wandels und die Entwicklung von Handlungsoptionen im Sinne eines nachhaltigen Umweltmanagements gemeinsam mit den gesellschaftswissenschaftlichen Gruppen im Department.

Der Studiengang wird derzeit primär von den Dozenten des Departments für Geographie mit "physisch-geographischer Ausrichtung" getragen - einzelne Veranstaltungen werden von Honorarprofessoren und Gastdozenten z.B. von DLR und ESA sowie von lokal ansässigen Unternehmen durchgeführt. Auf diese Weise ist ein enger Austausch mit weiteren Forschungseinrichtungen und Wirtschaftsunternehmen gewährleistet.

Der Studiengang baut grundsätzlich auf den Inhalten des B.Sc.-Studiengangs "Geographie" am Department auf, kann aber auch von "externen" Bewerbern studiert werden.

Aufbau des U&N-Studiums

Das viersemestrige Studium umfasst ausschließlich Pflichtmodule sowie eine abschließende Master-Arbeit und Disputation. Die Abbildung stellt den Studienablauf und die dazugehörigen Module schematisch dar. Der Studiengang wird in Module unterteilt, die sich primär der Struktur und Funktionsweise einzelner Umweltkompartimente widmen und/oder sehr stark methodisch ausgerichtete sind, wobei Umweltmodellierung sowie Feld- und Labormethoden besondere Schwerpunkte darstellen. Dabei versuchen wir, einen sehr effizienten und für die Studierenden spannenden Studienablauf zu ermöglichen durch

  • enge Verbindung zwischen Vorlesungs-, Übungs- und Praktika-Elementen,
  • einen hohen Anteil an Praktika und Übungen mit selbständigen Gruppenarbeiten,
  • die Einbindung der Praktika in aktuelle Forschungsprojekte und
  • eine Zusammenarbeit mit Behörden und Umsetzung einer problemorientierten Vorgehensweise z.B. im Rahmen von Seminaren und Praktika.

Berufsbild der U&N-Absolventen

Da erst einige wenige Studierende den Studiengang erfolgreich absolviert haben, liegen momentan keine umfangreichen Erfahrungen bzgl. der Berufstätigkeit unserer Alumni vor. Generell ist jedoch abzusehen, dass vor allem Behörden, Versicherungen und Ingenieurbüros, die z.B. mit der Umsetzung der EU-Wasserrahmen- und Hochwasserrahmenrichtlinie, mit der Abschätzung der Folgen des Globalen Wandels auf regionalem Maßstab oder dem Katastrophenschutz beschäftigt sind, Absolventen mit vorgestelltem Profil stark nachfragen und benötigen werden.

Bewerbung für den U&N-Studiengang

Der Studiengang kann jeweils zum Wintersemester begonnen werden. Bewerbungsfrist ist der 15. Juni. Erforderliche Unterlagen für eine formlose Bewerbung am Department sind 1. ein formloser Antrag auf Bewerbung, 2. ein tabellarischer Lebenslauf, 3. eine amtlich beglaubigte Kopie des Abschlusszeugnisses aus dem Erststudium (nur falls bereits vorhanden) und 4. ein Transcript of Records, aus dem eine Durchschnittsnote hervorgeht, die sich aus den Noten der bis dahin erfolgreich absolvierten Pflichtmodule im Hauptfach zusammensetzt.

Zulassungsvoraussetzung für das Eignungsfeststellungsverfahren zum Studiengang sind ein erster Studienabschluss (B.Sc. oder Diplom) in Geographie, Geoökologie, Umweltnaturwissenschaften oder in einem verwandten Fach mit umweltwissenschaftlichem Bezug.

Das Eignungsfeststellungsverfahren besteht aus einer 90-minütigen Klausur, in der die Grundlagenkenntnisse zu den Inhalten der Physischen Geographie, zu Geographischen Informationssystemen sowie allgemeine mathematisch-physikalische Grundlagen überprüft werden. Die Klausurnote ist mit Blick auf die sehr unterschiedlichen "Kulturen" in der Notengebung an unterschiedlichen Standorten und Disziplinen das einzige Kriterium bei der Eignungsfeststellung. Die Klausur wird in der Regel in der Woche nach Ende des Sommersemesters geschrieben und wird separat angekündigt.

Weitere Informationen zum Studiengang, zum Eignungsfeststellungsverfahren und den konkreten Prüfungs- und Studienordnungen finden Sie auf den Web-Seiten des Departments. Bei weiteren Fragen zum Studienablauf steht ihnen auch gerne die Studiengangskoordination des Departments zur Verfügung (E-Mail: koordination(at)geographie.uni-muenchen.de)

Uni Münster: Bachelor- und Masterstudiengang Landschaftsökologie
Abb.1: Aufbau des Studium

Bachelor- und Masterstudiengang Landschaftsökologie an der Universität Münster

zum M.Sc. Landschaftsökologie

Bachelorstudiengang Landschaftsökölogie

Aus FORUM der Geoökologie 19 (2), 2008
Von Sascha Buchholz, Münster

Die Landschaftsökologie befasst sich mit der physischen und biologischen Dynamik der Umwelt in der Landschaftsskala. Im Zentrum des Interesses stehen ökologische Zusammenhänge innerhalb des Systems, aber auch Beziehungen zu den unter- und übergeordneten Skalen sind von Bedeutung. Besondere Aufmerksamkeit verdienen Prozesse, die mit der menschlichen Nutzung der Umwelt direkt oder indirekt zusammenhängen.

Vor ca. 10 Jahren wurde an der Universität Münster der Studiengang Diplom-Landschaftsökologie eingeführt. Das seit dem Wintersemester 2006/2007 angebotene Studienprogramm trägt die Bezeichnung "Bachelor of Science in Landschaftsökologie" (B.Sc. LÖK) und löst (mit dem Master-Studiengang, Start WS 2009/2010) den bisherigen Diplom-Studiengang ab. Der Studiengang ist naturwissenschaftlich interdisziplinär ausgerichtet und orientiert auf Berufsfelder in der ökologischen Begutachtung und Planung. Landschaftsökologen sind in der Lage, verschiedene komplexe ökologische Zusammenhänge und Probleme zu erkennen sowie Bewertungen und Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Absolventen müssen daher fachlich und methodisch kompetent ökologische Informationen ermitteln, Trends bewerten und Prognosen mit Hilfe einfacher und komplexer Modelle erstellen können.

Studienverlauf

Der B.Sc.-Studiengang ist modular aufgebaut und umfasst drei Studienjahre (Abb. 1). Er gliedert sich in die naturwissenschaftlichen Grundlagenstudien (Basic Studies, 1. Studienjahr), die Allgemeinen Studien (General Studies, 1./2. Studienjahr), die landschaftsökologischen Studien (Landscape Studies, 2. Studienjahr), sowie die Angewandten Studien (Applied Studies, 3. Studienjahr) einschließlich Ergänzungsstudien und die Bachelor-Arbeit (3. Studienjahr).Die landschaftsökologischen Grundlagenstudien beziehen sich auf naturwissenschaftliche Fächer mit einer Verbindung zur Landschaftsökologie. Dazu gehören Geologie, Bodenkunde, Biologie, Chemie, Mathematik und Physik. Gleichzeitig werden Allgemeine Studien begonnen mit Bezug auf wichtige methodische Fertigkeiten der wissenschaftlichen Arbeit. Dazu gehören die Module Sozialkompetenz, Geoinformatik und Wissenschaftliches Arbeiten. Die landschaftsökologischen Studien beziehen sich auf die Grundgüter der Umwelt und deren nachhaltige Nutzung und Entwicklung. Dazu gehören die Module Klimatologie/Hydrologie, Boden und Vegetation, Tier- und Vegetationsökologie und Landschaftsökologie. Die Angewandten Studien beziehen sich auf die Berufsfelder der Landschaftsökologie in Forschung und Praxis. Dazu gehören die Module Planung, Angewandte Landschaftsökologie/Studienprojekt, Berufsorientiertes Praktikum, Ökosystemforschung, Ökologische Planung und Ökosystemmanagement. Das Ergänzungsmodul kann frei aus dem Angebot der Universität gewählt werden.

Die Bachelor-Arbeit sollte sich im weitesten Sinne berufsorientiert mit Themen zur nachhaltigen Landschaftsentwicklung oder dem Ressourcenschutz beschäftigen.Im Vergleich zu anderen, ähnlichen Studiengängen in Deutschland ist das Profil der Landschaftsökologie in Münster geprägt durch

  • die Skala, auf der sich die Betrachtungen konzentrieren (Landschaftsskala, im Gegensatz zur Skala der Einzelorganismen oder der globalen Skala),
  • die besondere Betrachtung der Kultur- und Kulturfolgelandschaft, z.B. Umsetzung von EU-Recht,
  • durch Schwerpunktlegung auf die Nachhaltigkeit der Entwicklung und deren Planung, z.B. in Bezug auf Wasserressourcen-Management, Lufthygiene,
  • die Bedeutung der biotischen Komponente im Lehrprogramm (Organismische Ökologie, Bodenökologie, Vegetationskunde und Tierökologie) und
  • die Anwendung von Geoinformationssystemen.

Die modernen landschaftsökologischen Themen sind nicht auf den deutschsprachigen Raum begrenzt, sondern in besonderem Maße per se international. Weder globale Umweltveränderungen noch der Transport von Nährstoffen und Schadstoffen, Ökosysteme, oder die Migration von Tieren machen an Ländergrenzen halt. Deshalb beinhaltet die Ausbildung in jeder Ebene internationale Aspekte. Die Forschung im Institut für Landschaftsökologie (ILÖK) ist ebenfalls vielfach international angelegt. Die Studierenden des B.Sc. LÖK werden an die Themen und Inhalte herangeführt. Es wird die Möglichkeit geboten, Bachelor-Arbeiten im Ausland bzw. mit Themen, die nicht auf Deutschland begrenzt sind, anzufertigen. Auch das berufsorientierende Praktikum kann im Ausland absolviert werden. Entsprechende Initiativen werden aktiv unterstützt.

Weitere Informationen:
zum Studiengang
zum Institut für Landschaftsökologie
zur Universität Münster

Studienberatung:
Dr. Andreas Vogel
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Institut für Landschaftsökologie
Robert-Koch-Str. 26
48149 Münster
Tel.: + 49 (0) 251 83-33698

 

Masterstudiengang Landschaftsökölogie

Aus FORUM der Geoökologie 21 (3), 2010
Von Dorothea Lemke, Münster

Seit dem Wintersemester 2009/10 wird an der Westfälischen Wilhelms-Universität der Masterstudiengang Landschaftsökologie angeboten. Mit der Einführung des Bachelor-Studienganges Landschaftsökologie im Wintersemester 2006/07 und dem darauf aufbauenden Master-Programm hat dieses Duo den Studiengang Diplom-Landschaftsökologie abgelöst.

Die Landschaftsökologie ist eine interdisziplinäre Naturwissenschaft, die sich mit dem dynamischen Zusammenspiel abiotischer (Boden, Wasser, Luft) und biotischer (Tiere, Pflanzen) Faktoren sowie menschlicher Einflüsse auf Landschaftsebene befasst. Dabei steht im Mittelpunkt des Interesses, das Zusammenwirken der Faktoren zu beobachten, zu messen, zu analysieren und zu erklären, um aus diesen Erkenntnissen geeignete Instrumentarien zu entwickeln, die den Zustand der Landschaft im Hinblick auf ihre Wertigkeit (z.B. Natürlichkeit/Naturnähe) und Nutzungsfähigkeit (z.B. ökologische Dienstleistungen) bewertbar machen. Die Stärke der Ausbildung in Münster ist geprägt durch die Vermittlung anwendungsbezogener Techniken (z.B. planerische Instrumente, Anwendung von Geoinformationssystemen, Labortechniken) und eine intensive Freilandausbildung unter biologischen und geowissenschaftlichen Aspekten.

Der Master of Science (M.Sc.) zielt dabei auf eine Vertiefung der Kenntnisse, die während der Bachelor-Ausbildung erworben wurden, ab. Die Studierenden erfahren eine Spezialisierung ihres Wissens, wobei Spezialisierung nicht im Sinne von klassischer disziplinärer Ausbildung verstanden wird, sondern "objektorientiert": Die Kompartimente der Ökosysteme oder Prozesstypen werden detailliert untersucht und bewertet und die Erarbeitung von Lösungsvorschlägen für Probleme in der Landschaftsskala wird geübt.

Zulassungsvoraussetzungen

Vorrausetzung für die Zulassung zum Masterstudium in Münster ist die erfolgreiche Absolvierung eines mindestens sechssemestrigen fachlichen einschlägigen Studiums der Landschaftsökologie oder Geoökologie im Umfang von mindestens 180 Leistungspunkten (Credit points). Abschlüsse in anderen landschaftsbezogenen, umweltwissenschaftlichen Studiengängen auf naturwissenschaftlicher Grundlage (z.B. Biologie, Agrarökologie, Forstwissenschaften, Landschaftspflege) können als fachlich entsprechend gelten, wenn nach entsprechender Prüfung mindestens 120 Leistungspunkte dem Bachelor-Studium als äquivalent angerechnet werden können. Daneben setzt das Studium des Masterstudiengangs Landschaftsökologie die besondere Eignung und Motivation für forschungsorientierte Arbeit voraus.

Studienverlauf

Der Master-Studiengang ist modular aufgebaut und umfasst zwei Studienjahre (vgl. Abbildung). Im ersten Studienjahr werden in drei von sechs frei wählbaren Fachmodulen landschaftsökologische Themen, Wissen und Methoden vertieft und erweitert. Je nach Interessenlage können sich hier die Studierenden auf den folgenden Gebieten spezialisieren: Grenzschichtklimatologie, Boden und Wasser, Biozönologie, Ökosystemforschung, Landschaftsnutzung und -management, Waldökologie, Forst- und Holzwirtschaft. Ergänzt werden die Fachmodule durch die fachlich übergreifenden/ interdisziplinären Module "Landschaftsökologie in der Forschung" und "Wissenschaftliches Versuchsdesign und Methoden". Das erste Masterjahr soll die Studierenden gezielt auf das eigenständige Forschen vorbereiten.

Das zweite Studienjahr ist der wissenschaftlichen Arbeit, weitgehend auf selbstständiger Basis, gewidmet. Aufbauend auf den sechs Fachmodulen werden im Forschungsprojekt landschaftsökologische Fragestellungen theoretisch und praktisch bearbeitet. Die Studierenden finden sich in Kleingruppen zusammen und erarbeiten ihre Schwerpunktsetzung in Eigenregie. Dabei vollziehen sie den Übergang von der betreuten Arbeit zur selbstständigen Forschung. In der forschungsorientierten Masterarbeit wird schließlich ein selbstständig organisiertes Thema mit wissenschaftlichen Methoden bearbeitet, und am Ende steht eine publikationsreife Ausarbeitung. Die beiden Ergänzungsmodule können frei aus dem Angebot der Universität Münster gewählt werden.

Besonderheiten und Berufsfelder

Die Stärke des Standortes ergibt sich aus einem engen Kontakt (Dialog) zwischen dem motivierten Lehrteam und den nur ca. 30 Master-Studierenden pro Semester. Ein weiterer Standortvorteil ergibt sich aus der thematisch breiten Aufstellung der Arbeitsgruppen. So werden alle (wichtigen) Ökosystem-Kompartimente und deren Prozesse abgebildet und erforscht. Ein besonderer Schwerpunkt ist die Untersuchung der Prozesse des Globalen Wandels. Hier werden insbesondere der anthropogene Landnutzungswandel und die Veränderung biogeochemischer Stoffkreisläufe im Hinblick auf deren Bedeutung für die Erhaltung der Biodiversität und die nachhaltige Nutzbarkeit natürlicher Ressourcen untersucht. Auch die Erforschung des globalen Wandels auf biozönotischer Ebene des Ökosystems steht im Vordergrund, hier werden gleichermaßen vegetationskundlich-strukturelle und zoozönologische Aspekte in ihrer raum-zeitlichen Dynamik auf Synusie-, Habitat- und Landschaftsebene untersucht.

Im Bereich Klimatologie liegt die Schwerpunktsetzung auf der Untersuchung der atmosphärischen Grenzschicht, der Aerosolforschung (Feinstaub, Nebel) und der turbulenten Austauschprozesse zwischen Oberfläche und Atmosphäre.

Das Institut für Landschaftsökologie ist eingebettet in eine leistungsfähige Forschungsinfrastruktur. Dazu gehört ein gut ausgestattetes Labor für Boden-Wasser-Luft-Analysen ebenso wie umfangreiche Gerätesammlungen in den einzelnen Arbeitsgruppen, die auch jedem einzelnen Studierenden zur Verfügung stehen. Ferner bietet die räumliche und fachliche Nähe zu weiteren geowissenschaftlichen Instituten des Fachbereichs (Institute für Geoinformatik, Geographie, Geologie und Paläontologie) die Grundlage für eine Ausdehnung der Forschung über die Grenzen des eigenen Forschungsgebietes auf fachlich angrenzende Gebiete. So wird beispielsweise eine Methodik zur Erkennung von Biotoptypen mit Hilfe automatisierter Fernerkundungsmethoden in Zusammenarbeit mit dem Institut für Geoinformatik und Partnern aus der Wirtschaft entwickelt.

Die Stärke der Absolventen/innen liegt in ihrer interdisziplinären Ausrichtung, ihrer Fähigkeit der transdisziplinären Kommunikation und ihrer breiten naturwissenschaftlichen Methodenkompetenz. Die Absolventen/innen des M.Sc. Landschaftsökologie haben ein hohes Anspruchsniveau im Bereich der empirischen Forschung. Mit diesem Ausbildungsprofil qualifizieren sich die Studienabgänger/innen für Berufsfelder der Wissenschaft und Forschung sowie der querschnittsorientierten Bewertung und Planung der Landschaft und Umwelt auf internationaler, nationaler, regionaler und lokaler Ebene. Flexibles Denken sowie Erfahrungen in der Kommunikation auf unterschiedlichen Ebenen und mit unterschiedlichen Disziplinen und Interessenvertretern sind weitere Pluspunkte der Studienabgänger/innen.

Weitere Informationen:
zum Studiengang
zum Institut für Landschaftsökologie
zur Universität Münster

Studienberatung der Lehreinheit 1 des Fachbereichs 14:
Dorothea Lemke
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Institut für Landschaftsökologie
Front Office
Robert-Koch-Str. 28
48147 Münster
Raum 187
Tel.: + 49 (0) 251 83-33986
frontofficegeoloek at uni-muenster.de

Uni Oldenburg: Masterstudium Landschaftsökologie

Der M.Sc.-Studiengang Landschaftsökologie an der Universität Oldenburg

Aus FORUM der Geoökologie 19 (3), 2008
Von Michael Kleyer, Oldenburg

Der M.Sc. Landschaftsökologie an der Universität Oldenburg hat das Ziel, Naturschutz und Renaturierung mit theoretischer Ökologie und Forschung zum Überleben von Arten in Kultur- und Naturlandschaften zu verbinden und zu Bewahrung von Natur und Landschaft national und international verwendete Planungsmethoden zu vermitteln. Die Landschaftsökologie stellt heute eine wesentliche ökologische Grundlage für das Verständnis des Mensch-Umweltsystems dar. Sie ist interdisziplinär orientiert und ermöglicht den Brückenschlag von der Analyse ökologischer Systeme zur Vorsorge in der Umweltplanung und Regionalentwicklung. Landschaftsökologen analysieren Stoffkreisläufe und deren Veränderungen durch den Menschen, beurteilen die Folgen von Landschaftsveränderungen für die Biodiversität und entwickeln Konzepte für die umweltverträgliche Nutzung von Landschaften.

Der Master-Studiengang ist konsekutiv zum Bachelor of Science Umweltwissenschaften an der Universität Oldenburg angelegt und hat den seit 1993 bestehenden Diplom-Studiengang Landschaftsökologie als Vorläufer. Der Studienplan vermittelt theoretische und anwendungsbezogene Ökologie, wobei die Kenntnis landschaftlicher Ökosysteme in Raum und Zeit im Vordergrund steht. Spezialisierungsmöglichkeiten liegen auf den Schwerpunkten Funktionelle Ökologie und Landschaftsökologie, Restitutionsökologie und Umweltplanung. Auf Grund der vielfältigen Zeit- und Raumskalen spielen komplexe statistische Datenauswertungen und Modellierungen eine wichtige Rolle. Ein weiteres wesentliches Element sind Projektarbeiten, in denen die Studierenden problembasiert und eigenständig komplexe Fragestellungen im Team bearbeiten. Die Masterarbeit und die Projekte werden thematisch und organisatorisch eng an die Forschungsprojekte der Arbeitsgruppen an der Universität Oldenburg angebunden.

Studienaufbau und Zugangsvoraussetzungen

Der viersemestrige Studiengang besteht aus kursartig angebotenen Modulen mit einem Umfang von 120 Kreditpunkten. Etwa ein Drittel des Kursangebotes kann auch in verwandten Studiengängen, z.B. in denen des MasterCluster Umwelt und Nachhaltigkeit (s.u.), oder im Ausland studiert werden. Das erste Semester dient der Theorieentwicklung in den Bereichen Funktionelle Ökologie von Pflanzen und Tieren, biogeochemische Stoffkreisläufe, Umweltplanung und Datenmodellierung. Ab dem zweiten Semester können sich die Studierenden in den Bereichen Umweltplanung, Landschaftsökologie und Restitutionsökologie vertiefen. Das zweite Semester vermittelt in Gelände- und Laborpraktika oder anhand von planerischen Entwürfen methodische Kenntnisse. In diesem Semester wählen die Studierenden eine Projektgruppe oder ein Forschungsthema aus und vertiefen die methodischen Kenntnisse in eigenständiger Arbeit. Das dritte Semester vertieft die Theorieentwicklung. Das vierte Semester dient ausschließlich der Master-Arbeit. Diese kann experimentell orientiert sein, auf Beobachtungen und Messungen im Gelände aufbauen oder im Rahmen von Umweltplanungen stattfinden.Der Zugang zum Studium erfordert einen qualifizierenden Abschluss des B.Sc. Umweltwissenschaften der Universität Oldenburg oder eines anderen B.Sc. aus den Gebieten der Ökologie, Umweltwissenschaften, Umweltökonomie, Landespflege, Biologie, Geographie, Geoökologie oder Agrarwissenschaften.

Berufliche Perspektiven/Arbeitsfelder

Landschaftsökologie-Absolventen der Universität Oldenburg haben sehr gute Berufschancen bei Behörden, Verbänden und Planungsbüros. Die für Oldenburg typische Projektarbeit hat den Absolventen den Ruf eingebracht, selbständig, innovativ und verantwortungsvoll agierende Teamarbeiter zu sein. Nach Ende des Studiums kennen sie die wesentlichen gesetzlichen Regelungen und Planungsinstrumente der Umweltvorsorge und können Bestandserhebungen, Prognosen und Bewertungen von biogeochemischen Stoffkreisläufen und Pflanzen- und Tierarten in Landschaften selbstverantwortlich durchführen.

Im Fokus des Studiums steht die Kompetenz zur Überwindung von wissenschaftlichen Defiziten in der Erkenntnis, Vorhersage und Vermeidung von Umweltproblemen. Zur Weiterqualifikation in der Forschung werden die Studierenden in enger Anbindung an Forschungsprojekte in den Arbeitsgruppen mit wissenschaftlicher Arbeit vertraut gemacht. Anschließende Promotionen können im Rahmen des Oldenburger Promotionsstudienganges Environmental Sciences durchgeführt werden.

Weitere Informationen:
Landschaftsökologie
Zum Studium

MasterCluster Umwelt und Nachhaltigkeit

Neben dem Studiengang Landschaftsökologie bietet die Universität Oldenburg weitere umweltbezogene Studiengänge an, die im MasterCluster Umwelt und Nachhaltigkeit zusammengefasst sind. Der MasterCluster wird durch das transdisziplinäre Zentrum COAST der Universität Oldenburg koordiniert. Je nach Interessensschwerpunkt können Studierende diverse Module aus den unterschiedlichen Studiengängen und Fächern mit vielfältigen methodischen sowie inhaltlichen Schwerpunkten belegen. Voraussetzung für diese zahlreichen Wahl- und Kombinationsmöglichkeiten ist die ausgeprägte Vernetzung und Kooperation zwischen den unterschiedlichen Fachdisziplinen.Teilnehmende Masterstudiengänge sind neben dem Studiengang Landschaftsökologie:

Postgraduate Programme Renewable Energy

Der englischsprachige, dreisemestrige, nicht-konsekutive Masterstudiengang wendet sich an Naturwissenschaftler- und IngenieurInnen mit einem mindestens siebensemestrigen B.Sc.-Abschluss. Er existiert seit 1987. Im Zentrum steht die theoretische und anwendungsorientierte Einführung in alle wesentlichen erneuerbaren Energiesysteme.
(Postgraduate Programme Renewable Energy)

European Renewable Energy

Dieser international ausgerichtete Masterstudiengang wird von der European Renewable Energy Centres (EUREC) Agency auf europäischer Ebene organisiert und gemeinsam von derzeit acht Hochschulen in fünf europäischen Ländern ausgerichtet. Das dreisemestrige Aufbaustudium beginnt jährlich im Oktober und umfasst die Grundlagen der erneuerbaren Energien (Sonne, Wind, Wasser und Biomasse).
(European Renewable Energy)

Sustainability Economics and Management

Der Masterstudiengang legt seinen Schwerpunkt auf wirtschaftswissenschaftliche Kenntnisse und ein fundiertes Querschnittwissen in ökologischen und sozialen Fragen zur Lösung von Problemen der Nachhaltigkeit in Unternehmen, Behörden, Wissenschaftseinrichtungen und internationalen Einrichtungen. Fragen der Umwelt- und Ressourcenökonomie sowie die betriebswirtschaftliche Bearbeitung ökologischer und sozialer Probleme werden durch juristische und naturwissenschaftliche Fächer ergänzt; Wahlmodule aus anderen Bereichen (z.B. erneuerbare Energien, Umweltplanung, Umweltmodellierung) sichern die gewünschte thematische Breite der Ausbildung.
(Sustainability Economics and Management)

Marine Umweltwissenschaften

Im Mittelpunkt dieses Studiengangs steht die Fähigkeit zur Verknüpfung einer breiten Palette mathematisch-naturwissenschaftlicher Verfahren und Methoden. Dies beinhaltet neben theoretischen Studieninhalten ganz wesentlich auch eine breite praktische Ausbildung von Strategien der Datenverarbeitung bis hin zu Anwendungen leistungsfähiger Geräte der chemischen und mikrobiologischen Umweltanalytik.
(Marine Umweltwissenschaften)

Umweltmodellierung

Der Masterstudiengang Umweltmodellierung verbindet umweltnaturwissenschaftliches Denken mit wirtschaftswissenschaftlichem Herangehen und Methoden der Mathematik und Informatik. Die Erhebung und Verarbeitung von komplexen Daten, die Entwicklung und Anwendung komplexer Modelle für Prognosen und Entscheidungsunterstützungssysteme stehen im Fokus der Ausbildung.
(Umweltmodellierung)

Water and Coastal Management

In Kooperation mit der Universität Groningen bietet dieser Studiengang eine Ausbildung zum integrierten Management von Meeren, Küsten und Flussgebieten. In dem anwendungsorientierten, überwiegend englischsprachigen Masterstudiengang vermitteln Fallstudien im Dialog mit der Gesellschaft, wie mathematisch-naturwissenschaftliche, raumplanerische und wirtschaftswissenschaftliche Verfahren in der nachhaltigen Raumentwicklung erfolgreich verknüpft werden.
(Water and Coastal Management)

Prof. Dr. Michael Kleyer
Arbeitsgruppe Landschaftsökologie
Institut für Biologie und Umweltwissenschaften
Universität Oldenburg
Carl von Ossietzky Str. 9-11
26129 Oldenburg
Tel.: 0441/798-3910
michael.kleyer at uni-oldenburg.de

Uni Potsdam: Studiengang International Field Geosciences mit dualem B.Sc.-Studienabschluss

Der Studiengang International Field Geosciences mit dualem B.Sc.-Studienabschluss an der Universität Potsdam

Aus FORUM der Geoökologie 20 (1), 2009
Von Andreas Bergner und Petra Görlich, Potsdam

Die Universität Potsdam hat sich mehr Qualität in der Lehre verordnet. Künftig sollen eine verstärkte Berufsorientierung und das Sammeln von Praxis- und Auslandserfahrungen schon in den Bachelorstudiengängen verankert sein. Genau das bietet bereits jetzt der gerade im Institut für Geowissenschaften eingerichtete neue duale Bachelorstudiengang "International Field Geosciences" (IFG). Ein Modell für Massenstudiengänge ist er freilich nicht, denn noch können erst wenige Studierende am ungewöhnlichen Studienprogramm teilnehmen. Seine Macher sind sich dennoch sicher, auf dem richtigen Weg zu sein.

Zur Praxis in die Rocky Mountains

Seit dem Wintersemester 2008/2009 bietet die Universität Potsdam erstmals den Bachelorstudiengang International Field Geosciences an. Der neue Studiengang richtet sich an Studierende mit einem überdurchschnittlichen Interesse an Erd- und Umweltwissenschaften sowie an der Geländearbeit. Es handelt sich um ein trinationales, von der Europäischen Union gefördertes Studienprogramm mit dualem Bachelorabschluss, das im Bereich der Geowissenschaften deutschlandweit einmalig ist. Da die Studierenden sowohl einen deutschen als auch einen US-amerikanischen Bachelorabschluss erhalten, ergeben sich nach erfolgreichem Studienabschluss erweiterte Berufs- und Qualifikationsperspektiven auf den internationalen Märkten.Vier Jahre dauert der neue internationale Bachelorstudiengang. Damit ist er eine Ausnahme im ansonsten üblichen Bachelorangebot, das in der Regel dreijährige Studiengänge umfasst. Die Universität Potsdam, das University College Cork (Irland) und die University of Montana (Missoula, USA) vereinigt jedoch die Absicht, die Mobilität ihrer Studierenden fördern zu wollen. Und das kostet in praxi Zeit. Genau gesagt ein Jahr: Im neuen Studienprogramm sind finanziell geförderte Pflichtaustauschmodule mit den Partnerhochschulen Cork und Montana integriert, drei Monate für Cork und zwölf Monate für Montana. Während des Austauschs sollen die Studierenden für sie fremde Lebens- und Hochschulkulturen kennen lernen, spannende Lehrangebote besuchen und vor allem ihre Kenntnisse der Geländearbeit vertiefen.

Studieninhalte

Wieder mehr Augenmerk den Untersuchungen im freien Gelände zu schenken, hat handfeste Gründe. Denn in der Vergangenheit sind Geowissenschaftler zunehmend in technischen Anwendungen, Computermethoden und Laboranalyseverfahren ausgebildet worden. Viele Absolventen kennen sich mit geographischen Informationssystemen oder in der Fernerkundung aus, aber über die Arbeit draußen wissen sie nur wenig. Das hat die Industrie moniert. Ihr fehlen die Fachleute, um den weltweiten Entwicklungen auf dem heiß umkämpften Rohstoffmarkt effektiv zu begegnen. Die Wirtschaft drängt auf Experten, die ihr direkt vor Ort helfen, Zusammenhänge zu erkennen und Gesteinsformationen fachgerecht zu interpretieren.

Der Dual Bachelor International Field Geosciences fördert daher die geländebezogene Ausbildung durch eine Vielzahl von Geländepraktika, Trainingskursen und Kartierübungen. Ziel der Ausbildung ist es, Fähigkeiten und Fertigkeiten zu vermitteln, um später Aufschlussverhältnisse, stratigraphische Beziehungen, Deformationsstrukturen sowie die Kopplungen zwischen Oberflächenprozessen, Tektonik und Klima besser zu verstehen. Neben der geländebezogenen Praxisausbildung und fundierten naturwissenschaftlichen Studieninhalten haben die Studierenden zusätzlich die Möglichkeit, im Rahmen der Auslandsaufenthalte ihre eigenen Wissens- und Erfahrungshorizonte zu erweitern und die interkulturelle Kommunikation zu verstärken. Sprachkurse und Praktika in wissenschaftlicher Kommunikation gehören ebenso zum Ausbildungsspektrum wie Studienseminare in englischer Fachsprache.

Studienverlauf und Mobilität

Der neue Studiengang ist stark angelehnt an bereits vorhandene Bachelorprogramme in Geowissenschaften oder Geoökologie (u.a. Potsdam, Bayreuth, Karlsruhe). Die fachliche Ausbildung hat sich kaum verändert. Einzig der Gang ins Ausland im fünften und sechsten Semester kommt hinzu. Dabei erweist sich vermutlich für die Akademiker in spe nicht nur der Aufenthalt in Cork, sondern auch in Montana als Glücksfall. Die Universität von Missoula liegt direkt in den Rocky Mountains und dürfte mit ihrer Umgebung einen idealen Ort darstellen, um sich Techniken der Geländearbeit anzueignen.

Noch hat das Programm allerdings einen "Wermutstropfen". Aufgrund der begrenzten finanziellen Förderung durch die EU können im Rahmen des Programms derzeit jährlich nur vier Studierende mit Vollstipendien (für die Dauer ihrer Auslandsaufenthalte) gefördert werden. Die Zulassung zum Studium ist daher begrenzt und erfolgt über den Wechsel aus bestehenden Studienprogrammen der Geowissenschaften beziehungsweise der Geoökologie und auf Grundlage einer erfolgreichen schriftlichen Bewerbung jeweils zum 15. April eines Jahres. Bedingung ist hierbei die Absolvierung einer mindestens dreisemestrigen Studienleistung zum Zeitpunkt der Bewerbung. Erfolgreiche Bewerber wechseln zum Beginn des 5. Semesters in den dualen Studiengang und starten bereits im August an der University of Montana ihr erstes Auslandsmodul.

Weitere Informationen:
Dualbachelor Uni Potsdam
Sprecher des Studienganges:
Prof. Manfred Strecker, PhD
Lehrstuhl Allgemeine Geologie
Koordination:
Dr. Andreas Bergner
Institut für Geowissenschaften
Karl-Liebknecht-Str. 24-25
14476 Potsdam
0331/977-5843
bergner at geo.uni-potsdam.de

Uni Rostock: Masterstudiengang Umwelt und Bildung

Masterstudiengang Umwelt & Bildung an der Universität Rostock

Aus FORUM der Geoökologie 24 (2), 2013
Von Anna Hermann, Rostock

Die Bedeutung eines nachhaltigen Umwelt- und Klimaschutzes für Gesellschaft und Politik hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Eine Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ist notwendig, um Kinder, Jugendliche und Erwachsene für ein reflektiertes, verantwortungsbewusstes Denken und Handeln zu sensibilisieren. Aus diesem Grund hat die UN die Jahre 2005 bis 2014 zur Weltdekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" erklärt, um das BNE-Leitbild in allen Bereichen der Bildung zu verankern. Bis heute wurden 1.500 Dekade-Projekte ausgezeichnet, die dies vor Ort umsetzen. Eines davon ist der seit 2006 akkreditierte berufsbegleitende Masterstudiengang "Umwelt & Bildung" an der Universität Rostock. Der Studiengang hatte 1997 als Projektstudium begonnen und wurde 2004 infolge des Bologna-Prozesses zum Masterstudium weiterentwickelt. Vorwiegend Biologen, Geographen, Förster, Verwaltungsfachleute und Pädagogen nutzen die Möglichkeit, sich auf akademischem Niveau über den Zeitraum von vier Semestern weiterzubilden. Der Masterstudiengang "Umwelt & Bildung" ist einer von vier berufsbegleitenden Fernstudiengängen an der Universität Rostock.

Durch das Konzept des Blended Learning, bei dem Selbstlernphasen mit Online- und Präsenzphasen didaktisch sinnvoll kombiniert werden, wird ein weitestgehend orts- und zeitunabhängiges Studieren neben beruflichen und familiären Verpflichtungen möglich. Durch die meist freiwilligen Wochenendseminare in Verbindung mit Exkursionen sowie die Onlinephasen haben die Fernstudierenden zudem die Möglichkeit, in Kontakt mit den Lehrenden, aber auch mit Kommilitoninnen und Kommilitonen zu treten und vom gegenseitigen Austausch zu profitieren. Innerhalb des Studiums wird umweltrelevantes Fachwissen mit pädagogischen Grundlagen vor dem Hintergrund einer Bildung für nachhaltige Entwicklung verknüpft. Durch die interdisziplinär angelegten Studieninhalte, die den Fokus auf die Zusammenhänge zwischen Umweltzuständen, Wirtschaft und Sozialem lenken, werden die Fernstudierenden befähigt, an einer zukunftsträchtigen Gestaltung der Umwelt mitzuwirken. Die Studieninhalte umfassen dabei nicht nur die Bildung für nachhaltige Entwicklung, die Didaktik der Umweltbildung und die Qualitätsentwicklung. Es werden außerdem Kenntnisse im Projektmanagement sowie fachübergreifende Fragestellungen zu unterschiedlichen Nachhaltigkeitsproblemen vermittelt und erarbeitet.

Den Höhepunkt des Studiums bildet die Masterarbeit mit anschließender Verteidigung. Darin bearbeitete Projekte werden nicht selten erfolgreich in die Praxis umgesetzt. Nach erfolgreichem Abschluss des Studiums wird von der Universität Rostock der akademische Grad "Master of Arts" verliehen.

Durch das ganzheitliche und interdisziplinäre Profil des Studiengangs eröffnen sich den Absolventinnen und Absolventen vielseitige Tätigkeitsfelder. Sie sind in der Lage, Umweltbildungsangebote professionell zu konzipieren, durchzuführen und zu evaluieren. Zudem können sie ihr eigenes pädagogisches und bildungsplanerisches Handeln wissenschaftlich reflektieren und begründen. Mögliche Tätigkeitsbereiche sind daher unter anderem die Organisation und Durchführung von Umweltbildungsveranstaltungen, Umweltberatungstätigkeiten, Öffentlichkeitsarbeit, Umweltbildung für Multiplikatoren, Dozententätigkeiten in Aus- und Weiterbildungseinrichtungen sowie die Konzepterstellung für Lehrgänge, Seminare und Ausstellungen.

Neben dem Masterstudium bietet die Universität Rostock auch die Möglichkeit, einzelne Module aus dem Studiengang als Zertifikatskurse zu besuchen. In jedem Wintersemester kann so das Modul "Bildung für nachhaltige Entwicklung" und in jedem Sommersemester das Modul "Didaktik der Umweltbildung" belegt werden. Sollte nach erfolgreichem Abschluss eines Moduls der Wunsch nach Aufnahme des Masterstudiums bestehen, können bereits erbrachte Leistungen problemlos angerechnet werden.

Zulassungsvoraussetzung

Zulassungsvoraussetzung ist zum einen ein erster Hochschulabschluss mit mindestens 240 Leistungspunkten, zum anderen eine mindestens einjährige Berufserfahrung in studienrelevanten Aufgabenfeldern.

Weitere Informationen zum Studiengang

Uni Rostock

Hinweise zu den Zertifikatskursen im Bereich der Umweltbildung sind auch auf der Seite der Uni Rostock zu finden.

WZ Straubing: Masterstudiengang Nachwachsende Rohstoffe

Masterstudiengang Nachwachsende Rohstoffe der TU München und der FH Weihenstephan am Wissenschaftszentrum Straubing

Aus FORUM der Geoökologie 20 (2), 2009
Von Arnold Multerer und Sandra Feigl, Straubing

Nachwachsende Rohstoffe

Der rapide Aufstieg der Industrie im letzten Jahrhundert war geprägt von einer zunehmenden Verwendung fossiler Rohstoffe, sei es zur Energiegewinnung für den steigenden Elektrizitäts- und Brennstoffbedarf oder als Kohlenstoffquelle für die chemische Industrie. Dies führte zu einer deutlichen Abnahme der begrenzten Weltvorräte, die in den bekannten Prognosen des Club of Rome bereits Anfang der 1970er Jahre aufgezeigt wurde. Zudem sind die klimatischen Auswirkungen des steigenden CO2-Gehalts in der Atmosphäre mittlerweile nicht mehr zu übersehen. Alternativ zu fossilen Energieträgern werden zunehmend erneuerbare Energien wie Windkraft, Wasserkraft, Geothermie oder Solarthermie genutzt. Einer der wichtigsten erneuerbaren Energieträger sind nachwachsende Rohstoffe. Gegenüber den anderen alternativen Energieträgern hat die Nutzung von Biomasse den Vorteil, dass sie nicht nur energetisch, sondern auch stofflich effektiv eingesetzt werden kann. Die Produktion von beispielsweise Biokunststoffen, biologisch abbaubaren Werkstoffen oder ökologischen Dämmmaterialien gewinnt zunehmend an Bedeutung.

Wissenschaftszentrum Straubing

Das Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe in Straubing, der niederbayerischen Stadt inmitten des fruchtbaren Gäubodens, bündelt Aktivitäten rund um nachwachsende Rohstoffe in Bayern. Unter einem Dach arbeiten hier die drei Institutionen Wissenschaftszentrum Straubing (WZS), Technologie- und Förderzentrum (TFZ) und Centrales Agrar-Rohstoff-Marketing- und Entwicklungs-Netzwerk (C.A.R.M.E.N.) e.V. eng zusammen.

Im WZS vereinigen fünf bayerische Hochschulen (TU München, FH Weihenstephan, Universität Regensburg, Hochschule Deggendorf, Hochschule Regensburg) ihre Kompetenz im Bereich der Forschung und Lehre zu nachwachsenden Rohstoffen. Aufgrund des branchen- und disziplinenübergreifenden Charakters von nachwachsenden Rohstoffen arbeiten hier Vertreter der Natur-, Ingenieur-, Ökosystem- und Wirtschaftswissenschaften zusammen. Dadurch werden Fragestellungen auf Molekülebene bis hin zur Vermarktung von nachwachsenden Rohstoffen umfassend abgedeckt.

Am WZS werden grundlagen- sowie anwendungsorientierte Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zu nachwachsenden Rohstoffen durchgeführt. Die wissenschaftlichen Arbeiten konzentrieren sich gleichermaßen auf stoffliche und energetische Nutzung von spezifisch angebauten nachwachsenden Rohstoffen sowie von ohnehin anfallenden biogenen Reststoffen wie z.B. Stroh oder Biomüll.

Masterstudiengang Nachwachsende Rohstoffe

Seit Beginn des Wintersemesters 2008/09 wird am Wissenschaftszentrum der interdisziplinäre Masterstudiengang Nachwachsende Rohstoffe angeboten. Der Masterstudiengang wird gemeinsam von der TU München und der FH Weihenstephan durchgeführt und bietet die Möglichkeit einer exzellenten Ausbildung auf dem Gebiet der nachwachsenden Rohstoffe. Die enge Verbindung der grundlagenorientierten Forschung und Lehre der TU München mit der praktischen Ausbildung der FH Weihenstephan bereitet die Studierenden optimal auf die Herausforderungen dieser Zukunftsbranche vor. Die Beteiligung der Universität für Bodenkultur in Wien ermöglicht den Studierenden, das dritte Semester an der Boku Wien zu absolvieren und ein Doppel-Diplom zu erwerben. Mit Lehraufträgen beteiligt sind unter anderem die Universität Regensburg, die Hochschule Regensburg und die Hochschule Deggendorf.

Der Masterstudiengang deckt die gesamte Wertschöpfungskette der nachwachsenden Rohstoffe ab, von der Pflanzenzüchtung, dem Anbau, über die Ernte, die energetische und stoffliche Verwertung bis hin zum Marketing der Produkte. Darüber hinaus werden auch wirtschaftliche Fragen und ökologische Aspekte des Anbaus und der Nutzung nachwachsender Rohstoffe behandelt.

Studienverlauf

Das viersemestrige, jeweils 30 Leistungspunkte (ECTS) pro Semester umfassende Studium setzt sich aus Pflicht- und Wahlpflichtmodulen zusammen und ist wie folgt gegliedert:Im ersten Semester liegt der inhaltliche Schwerpunkt vor allem auf Grundlagenkenntnissen und Anbausystemen von nachwachsenden Rohstoffen. Acht Fachmodule, davon vier Pflichtmodule mit 18 ECTS sowie vier Wahlpflichtmodule mit mindestens 12 ECTS sind abzuleisten.

Das zweite Semester, welches vier Pflichtmodule mit 22 ECTS und drei Wahlpflichtmodule mit mindestens 8 ECTS umfasst, vermittelt im Schwerpunkt Kenntnisse der energetischen Nutzung und der Ökonomie nachwachsender Rohstoffe.Im dritten Semester werden vier Pflichtmodule mit 18 ECTS und vier Wahlpflichtmodule mit mindestens 12 ECTS eingebracht. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt bei der stofflichen Nutzung und der Ökologie nachwachsender Rohstoffe. Streben die Studierenden die Erlangung eines Doppel-Diploms an, wird dieses Semester an der Boku Wien absolviert.Im vierten und letzten Semester fertigen die Studierenden ihre Masterarbeit an (30 ECTS). Diese kann am WZS oder an einer der beteiligten Forschungseinrichtungen verfasst werden.Mit dem erfolgreichen Abschluss des Masterstudiengangs wird der Titel Master of Science "M.Sc." verliehen.

Mögliche Berufsfelder

Der Masterstudiengang Nachwachsende Rohstoffe bietet hervorragende Berufsaussichten.Bis zum Jahr 2020 wird im Bereich der Erzeugung und Nutzung nachwachsender Rohstoffe mit der Neuschaffung von rund einer halben Million Arbeitsplätze in Deutschland gerechnet. Die Absolventen dieses Masterstudienganges werden durch die breitgefächerte Ausbildung im Sektor der nachwachsenden Rohstoffe bestens auf diesen boomenden Markt vorbereitet.Die Kenntnisse, die die Absolventen des Studiengangs erworben haben, eröffnen ihnen ein weites Spektrum beruflicher Möglichkeiten. Beispiele möglicher Berufsfelder sind:

  • verarbeitende Industrie
  • Energieversorgungsunternehmen
  • wissenschaftliche Einrichtungen
  • Behörden, Ministerien und Agrarverwaltungen
  • landwirtschaftliche Unternehmen
  • Saatzuchtunternehmen
  • Agrarverbände
  • Beratungsfirmen
  • Versicherungen und Banken
  • internationale Organisationen.

Zulassungsvoraussetzungen

Voraussetzung für die Aufnahme in den Masterstudiengang Nachwachsende Rohstoffe ist ein qualifizierter Hochschulabschluss wie Bachelor, Diplom (FH), Diplom, Magister, Staatsexamen oder Master.

Der Studiengang richtet sich insbesondere an Absolventen mit Hochschulabschluss in den Natur- und Ingenieurwissenschaften. Beispiele hierfür sind:

  • Gartenbau
  • Landwirtschaft, Agrarmarketing und Agrarmanagement
  • Landschaftsarchitektur und -planung, Landschaftsbau und -management
  • Wald- und Forstwirtschaft, Holzwirtschaft, Holz- und Naturfasertechnologie
  • Biologie, Chemie, Verfahrenstechnik
  • Biotechnologie, Bioinformatik
  • Lebensmitteltechnologie, Ernährungs- und Versorgungsmanagement
  • Umweltsicherung und -management
  • Elektrotechnik, Energie- und Prozesstechnik
  • Informatik
  • Maschinenbau, Mechatronik
  • Ressourcenmanagement
  • Physik
  • Wirtschaftsingenieurwesen.

Ausländische Bewerber müssen für den Hochschulzugang eine deutsche Sprachprüfung oder eine vergleichbare Qualifikation vorweisen. Das Studium kann nur im Wintersemester begonnen werden. Die Bewerbungen für den Studiengang sind online über die TU München zu tätigen (für das Wintersemester 2009/2010: https://campus.tum.de/tumonline/webnav.ini).

Kontakt:
Prof. Dr. Martin Faulstich, geschäftsführender Direktor
Prof. Dr. Klaus Menrad, stellv. geschäftsführender Direktor
Dipl.-Ing. Arnold Multerer, Referent
Dipl. oec. troph. Sandra Feigl, Studienkoordinatorin
Wissenschaftszentrum Straubing
Schulgasse 16
94315 Straubing
Tel.: 09421 187 166
Fax: 09421 187 130
s.feigl at wz-straubing.de
WZ Straubing

Uni Trier: Masterstudiengang Prozessdynamik an der Erdoberfläche
Aufbau Masterstudiengang

Masterstudiengang an der Universität Trier: "Prozessdynamik an der Erdoberfläche"

Aus FORUM der Geoökologie 19 (1), 2008
Von Markus Casper, Trier

Im Masterstudiengang "Prozessdynamik an der Erdoberfläche" erlernen die Studierenden die Fähigkeit zum eigenständigen wissenschaftlichen Arbeiten im thematischen Schnittstellenbereich der Fächer Physische Geographie, Geologie, Bodenkunde und Hydrologie. Der Studiengang ist ab Wintersemester 2008/2009 belegbar.

Fachlicher Schwerpunkt des Studiengangs ist die Theorie, das Messen in Labor und Gelände, das Modellieren (Abstraktionsprozess) und Simulieren (experimentell oder numerisch) von Prozessen der Ablösung, des Transports und der Ablagerung von Substrat durch alle beteiligten Flüsse der Agenzien Wasser, Eis und Wind. Diese Inhalte werden ergänzt durch Erarbeitung geeigneter Gegenmaßnahmen (z.B. Schutz vor Erosion, Massenbewegungen und Hochwasser) auf der Basis einer verbesserten Prozesskenntnis, einer effektiveren Vorhersage oder planerisch-baulicher Eingriffe.

In einem eigenen Modul werden auch sedimentologische Archive (Seesedimente und Kolluvien) als Proxis der Klima- und Landschaftsentwicklung interpretiert und für die Prozessidentifikation im aktuellen geomorphodynamischen Geschehen nutzbar gemacht. Die fachliche Ausbildung vollzieht sich durch eine Erweiterung bereits vorhandener theoretischer und methodischer Fähigkeiten in den Bereichen Messen und Prozesssimulation im Gelände und Labor, geographische Informationsverarbeitung sowie numerische Modellbildung und Simulation unter Einbeziehung bildgestützter Aufnahmeverfahren (Luftbild-, Satellitenfernerkundung).

Der zweite Schwerpunkt des Fachstudiums liegt im Bereich der Auswertung, Darstellung und Interpretation bzw. Diskussion der erhobenen Daten auf der Basis des aktuellen Forschungsstandes. Hierzu werden unterschiedlichste Methoden des wissenschaftlichen Arbeitens vermittelt und themenbezogen angewendet.

Parallel zur Fachausbildung werden zahlreiche Schlüsselqualifikationen erlernt. Im Laufe des Studiums werden so selbstgesteuertes Lernen, eine ständige aktive Orientierung in Verbindung mit zielgerichtetem Handeln (v.a. im Rahmen von zwei einjährigen Lehrforschungsprojekten) neben sozialer Kompetenz (Teamfähigkeit) als zentrale Schlüsselqualifikationen erlernt. Großer Wert wird auf die mündliche und schriftliche Selbstdarstellung gelegt. Wissenschaftliches Schreiben wird intensiv trainiert. Die Veranstaltung eines eigenen Workshops gibt zusätzliche Einblicke in den wissenschaftlichen Alltag.

Studienverlauf

Der Master-Studiengang Prozessdynamik an der Erdoberfläche umfasst eine Regelstudienzeit von vier Semestern mit 120 Leistungspunkten (LP) nach ECTS (Abb. 1). Es erfolgt keine stärkere individuelle Profilbildung, da im Wahlpflichtbereich nur 12 LP vorgesehen sind. Das Studium gliedert sich in drei zeitlich überlappende Abschnitte:

  • Theoretische Grundlagen und Methodenerwerb;
  • Lehrforschungsprojekte;
  • Masterarbeit.

In den ersten beiden Semestern werden das theoretische Grundwissen der Studierenden aus ihrem Bachelor- Studium in den Fächern Bodenkunde (Modul G2), Geologie (Modul G3), Hydrologie (Modul G6), Physische Geographie (Modul G1) ergänzt, vereinheitlicht und weiterentwickelt. Es werden zusätzliche Labor- und Feldmethoden erlernt, die später in den Lehrforschungsprojekten zur Anwendung kommen. Ergänzend dazu findet je ein Grundlagenmodul zur Umweltfernerkundung (G5) und zum Thema Analyse und Simulation raumzeitlicher Daten (G4) statt.

Im zweiten Semester wird ein eigener Workshop zur Vertiefung relevanter wissenschaftstheoretischer Ansätze bzw. zum Erwerb von Methoden aus weiter entfernten Wissenschaftsdisziplinen (z.B. Mathematik, Informatik) veranstaltet (E1). Dabei wird auch der gesamte Prozess der Organisation eines wissenschaftlichen Workshops (call for papers, Programmerstellung, Vorträge, Erstellung und gegenseitiges Reviewing wissenschaftlicher Textbeiträge, Edition von Proceedings) unter Anleitung weitgehend selbstständig durchgeführt. Im zweiten und dritten Semester liegt der Arbeitsschwerpunkt auf zwei parallel verlaufenden Lehrforschungsprojekten (LrfP1 und LrfP2). In diesen Projekten werden wissenschaftliche Themen von der Konzeption über den Methodenerwerb, die Erstellung des Messkonzeptes, die Datenerfassung im Gelände und Labor bis zur Auswertung und Ergebnispräsentation unter fachkundiger Anleitung bearbeitet. Dabei steht auch der Erwerb von Schlüsselqualifikationen, wie aktive Problemlösungskompetenz, Fähigkeit zur Ressourcenplanung und Teamfähigkeit im Mittelpunkt der Ausbildung. Aktuell werden Projekte zu "Bodenabtrag und Wasserhaushalt", "Abflussbildung und Stoffaustrag", "Massenbewegungen (Rutschungen)" oder "Erosion und Sedimentation (Archive)" angeboten. Die genaue inhaltliche Ausgestaltung der Lehrforschungsprojekte orientiert sich jedoch immer an den aktuellen Forschungsthemen der beteiligten Fächer.

Im dritten Semester findet mit dem Modul Geo-Visualisierungstechniken (E2) eine Methodenerweiterung statt, die in der Ergebnispräsentation der Lehrforschungsprojekte und der Masterarbeit direkte Anwendung findet. Im zweiten und dritten Semester wird je ein Modul frei aus dem Lehrangebot des Fachbereichs VI oder darüber hinaus der Universität belegt. Ein mindestens vierwöchiges Berufspraktikum außerhalb der Universität Trier (Pr) gehört ebenfalls zum Pflichtprogramm.

Im letzten Semester erfolgt dann die Bearbeitung der Masterarbeit (M1). Die Themen ergeben sich weitgehend aus den zuvor bearbeiteten Lehrforschungsprojekten. Die kompetente Präsentation von Forschungskonzept und Ergebnissen ist neben der Abfassung eines wissenschaftlichen Papers (in englischer Sprache) Inhalt des abschließenden Masterkolloquiums (M2).

Genauere Informationen
zum Studiengang
zur Universität Trier
zur Stadt Trier

JProf. Dr. Markus Casper
Dipl.-Geoökol.
Universität Trier
Physische Geographie
Behringstraße
D-54286 Trier
Tel.: +49 (0)651 201 4518
E-Mail: casper at uni-trier.de

Uni Tübingen: Umweltstudiengänge

Umweltstudiengänge an der Universität Tübingen

zum Masterstudiengang Applied Environmental Geoscience (AEG)

Bachelorstudiengang Umweltnaturwissenschaften

Aus FORUM der Geoökologie 21 (3), 2010
Von Carsten Leven-Pfister, Jens Bange und Christian Zwiener, Tübingen

Der Fachbereich Geowissenschaften der Eberhard Karls Universität Tübingen hat zum Wintersemester 2009/10 den neuen B.Sc.-Studiengang Umweltnaturwissenschaften eingerichtet.

Warum sind Umweltnaturwissenschaften wichtig?

Die Betrachtung des Systems Erde als begrenzter Lebens- und Entwicklungsraum verdeutlicht die Notwendigkeit, mit diesem System vorausschauend und nachhaltig umzugehen. Dabei stehen die langfristige Sicherung von Ressourcen wie Rohstoffen und Wasser und eine umweltverträgliche Energieversorgung im Fokus von Politik und Wissenschaft. Voraussetzung für nachhaltiges Handeln im Sinne eines sorgfältigen Managements und einer weit vorausschauenden Planung ist die Kenntnis der Prozesse im komplexen Zusammenspiel Mensch - Technik - Natur.

In diesem Kontext ist der multidisziplinäre Studiengang Umweltnaturwissenschaften so angelegt, dass eine fundierte Ausbildung in allen naturwissenschaftlichen Disziplinen erfolgt, die zum quantitativen Verständnis natürlicher und anthropogen gesteuerter Prozesse in der oberflächennahen Geosphäre beitragen. Der Schwerpunkt liegt auf der quantitativen Analyse biogeochemischer und physikalischer Prozesse und Stoffströme in Hydro-, Pedo- und Atmosphäre. Ziel des Studiengangs ist es, den Absolventen ein fundiertes theoretisches und methodisches Rüstzeug zur Bearbeitung umweltnaturwissenschaftlicher Probleme und Fragestellungen im System Erde zu vermitteln (Stichworte: Klimawandel, Georessourcen, Umweltsystemmanagement). Dementsprechend richtet sich der Studiengang "Umweltnaturwissenschaften" besonders an Studierende, die in den letzten Schuljahren ihren Fokus auf mathematisch-naturwissenschaftliche Fächer gerichtet haben.

In Tübingen verbindet sich das besondere Flair eines mittelalterlichen Stadtkerns mit der Attraktivität einer modernen Universitätsstadt. Die Eberhard Karls Universität in Tübingen wurde 1477 gegründet und bietet heute für rund 23000 Studierende mehr als 150 Studiengänge an, die von 450 Professoren betreut werden.

Kompetenzen und Studieninhalte

In dem multidisziplinären und anspruchsvollen Studium der Umweltnaturwissenschaften werden Kenntnisse und Kompetenzen zum Verstehen und Beschreiben von Prozessen der oberflächennahen Geosphäre praxisorientiert und mit naturwissenschaftlichen Methoden vermittelt. Dabei werden die Studierenden insbesondere zu vernetztem Denken angeleitet, das ein Erkennen, Beschreiben und Bewerten von komplexen naturwissenschaftlichen Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Umweltsystemen (z.B. Stoffflüsse in Atmosphäre, Wasser und Boden) ermöglicht. Einen wichtigen Bestandteil des Studiums stellt die Anwendung quantitativer Ansätze dar, die eine möglichst exakte Beschreibung und Vorhersage von Umweltprozessen vor allem durch mathematische Modelle ermöglichen sollen. Durch die praxisnahe Betrachtung von Fallstudien soll eine sichere Problemlösungskompetenz vermittelt werden, um beispielsweise Probleme und Fragestellungen im Zusammenhang mit Klimawandel, Georessourcen und Umweltsystemmanagement beschreiben und lösen zu können.

Dementsprechend werden grundlegende naturwissenschaftliche Basisfächer wie Mathematik, Chemie und Physik zu Beginn des Studiums gefestigt und erweitert; dies ist für ein vertieftes Verständnis der weiterführenden Studieneinheiten erforderlich. Begleitend und darauf aufbauend werden Kompetenzen aus den verschiedenen umweltnaturwissenschaftlichen Bereichen vermittelt:

  • Studieneinheiten zu Umweltsystemen führen in Umwelt- und Geosysteme sowie in die darin ablaufenden Stoffkreisläufe ein. Dies erfolgt für das System Erde und dessen Hauptkompartimente Wasser, Boden und Atmosphäre.
  • Für das Verstehen und die modellhafte Beschreibung von Umweltprozessen werden Stoffkreisläufe in der Umwelt im Detail betrachtet und Kompetenzen aus den Bereichen Umweltphysik (atmosphärische Prozesse), Umweltchemie (Ausbreitungsprozesse) und Ökotoxikologie (Schadstoffe und ihr Gefährdungspotenzial) vermittelt.
  • Umweltnaturwissenschaftliche Methoden werden z.B. in den Studieneinheiten Systemanalyse und Umweltanalytik unterrichtet und im Rahmen eines Feldpraktikums angewendet. Die Methoden umfassen dabei sowohl Modellsimulationen als auch chemisch-analytische bzw. physikalische Messverfahren.
  • Durch die Vermittlung überfachlicher Schlüsselqualifikationen soll es den Absolventen ermöglicht werden, fachliches Wissen in verschiedenen Situationen richtig einzusetzen. Die frei wählbaren Studieneinheiten können beispielsweise Fremdsprachenkenntnisse und interkulturelles Wissen, wirtschaftliche Grundkenntnisse, Präsentationstechniken, Arbeitstechniken und Projektmanagement oder Zeitmanagement umfassen.

Das Studium ist in sechs Semester gegliedert, wobei einzelne Stoffgebiete in thematisch abgeschlossenen Studieneinheiten (Modulen) zusammengefasst sind. Jedes Modul wird am Ende geprüft und trägt damit zum Studienabschluss bei. Neben fest vorgegebenen Modulen können weitere Module frei gewählt werden (Wahlpflicht), die aus allen Lehrangeboten der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät und vor allem aus den Bachelor- bzw. Masterstudiengängen Geoökologie, Geowissenschaften und Applied Environmental Geoscience ausgewählt werden können. Eine Besonderheit ist die freie Modulwahl im 5. Semester, die eine individuelle Profilbildung und das Absolvieren eines Auslandssemesters ermöglicht. Ein außeruniversitäres Praktikum (mindestens zwei Monate) bietet die Chance, erste berufspraktische Erfahrungen zu sammeln und Kontakte im Berufsfeld zu knüpfen. Abschließend werden im 6. Semester die Bachelorprüfung abgelegt und die Bachelorarbeit erstellt.

Wie erfolgt die Zulassung zum Studium der Umweltnaturwissenschaften?

Für den Studiengang gibt es ein universitätsinternes Auswahlverfahren. Eine Kommission aus wissenschaftlichem Personal der Universität entscheidet nach festgelegten Kriterien über die Vergabe von 40 Studienplätzen. Die Noten der naturwissenschaftlichen Fächer und einer modernen Fremdsprache werden neben der Abiturnote besonders berücksichtigt. Ebenfalls gewertet werden einschlägige Zusatzqualifikationen (z.B. studienrelevante Praktika oder Berufsausbildung, freiwillige Dienste etc).

Welche Spezialisierung und Profilbildung erlaubt der Studiengang?

Der Studiengang verfolgt einen mathematisch-naturwissenschaftlichen Ansatz. Im Vordergrund der Lehre stehen daher die quantitativen Methoden der Chemie, Physik, Biologie und Mathematik, mit denen hydrologische, atmosphärische und umweltchemische Prozesse analysiert werden. Dabei spielen auch ingenieurwissenschaftliche Methoden insbesondere aus der Strömungsmechanik und der Elektrotechnik eine wichtige Rolle. Neben der reinen Analyse werden Verfahren der Messtechnik, Datenauswertung und der numerischen Datenverarbeitung und -simulation vermittelt. Dabei wird besonderer Wert darauf gelegt, die Studierenden im Rahmen von Seminaren, Feldpraktika und Übungen möglichst früh in aktuelle umweltnaturwissenschaftliche Fragestellungen einzuarbeiten und an laufenden Forschungsprojekten zu beteiligen. Hierzu zählen beispielsweise:

  • Geochemische Prozesse und Transportprozesse an den Grenzschichten Atmosphäre-Boden und Wasser-Sediment;
  • Spurenstoffe in der Umwelt und ihre Nachweismöglichkeiten;
  • Prozesse in der unteren Troposphäre zu verschiedenen Tageszeiten und synoptischen Randbedingungen;
  • Entwicklung und Anwendungen von Messmethoden einschließlich Fernerkundung und Flugmesstechnik;
  • Energiegewinnung aus regenerativen Quellen, insbesondere Wind- und Wasserkraft;
  • Darstellung von Umweltsystemen in numerischen Modellen.

Da diese aktuellen Themen interdisziplinär auf internationaler Ebene behandelt werden, wird ein Auslandssemester (im fünften Fachsemester) nahegelegt und ein zweimonatiges Industriepraktikum verlangt.

Welche Perspektiven bieten sich nach dem Abschluss?

Den fachlich und methodisch breit ausgebildeten Absolventen der Umweltnaturwissenschaften eröffnet sich ein vielfältiges Berufsspektrum im privaten, öffentlichen und akademischen Sektor: Planungs- und Ingenieurbüros (z.B. Consulting, Umweltmonitoring, Sanierung, Analytik), Industrie (z.B. Umweltmesstechnik, Wind- und Wasserkraft, betrieblicher Umweltschutz, Ressourcenmanagement), Versicherungen und Banken (z.B. Risikoanalyse), Behörden und nichtstaatliche Organisationen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Durch die breite Ausbildung verfügen die Absolventen über eine hohe Flexibilität am Arbeitsmarkt und unterliegen einer relativ geringen Abhängigkeit von Branchenzyklen.

An den Abschluss "Bachelor of Science" (B.Sc.) lassen sich jedoch auch eine Vielzahl von Masterstudiengängen anschließen, so etwa der internationale Studiengang Applied Environmental Geoscience an der Universität Tübingen.

Steckbrief Umweltnaturwissenschaften an der Eberhard Karls Universität Tübingen
Dauer: 6 Semester mit Beginn zu jedem Wintersemester
Maximale Studienplätze pro Semester: 40
ECTS-Punkte: 180
Besonderheiten:
- Im 5. Semester nur Wahlpflichtmodule, ermöglicht individuelle Profilbildung und Auslandssemester
- zweimonatiges außeruniversitäres Praktikum
- Feldpraktikum
Bewerbung: zentral über das Studentensekretariat der Universität Tübingen
Bewerbungsfrist: jeweils 15. Juli
Vorlesungsbeginn: Mitte Oktober

Weitere Informationen
Eberhard-Karls-Universität Tübingen - Mathematisch Naturwissenschaftliche Fakultät
Zentrum für Angewandte Geowissenschaften
Studienfachberatung: Carsten Leven-Pfister
(carsten.leven-pfister at uni-tuebingen.de)
Link zum Studiengang

 

Masterstudiengang Applied Environmental Geoscience (AEG)

Aus FORUM der Geoökologie 22 (3), 2011
Von Olaf A. Cirpka, Peter Merkel und Monika Jekelius, Tübingen

Bereits seit dem Wintersemester 1999/2000 beschäftigt sich der international ausgerichtete AEG-Studiengang mit umweltrelevanten Fragestellungen. Der englischsprachige, nichtkonsekutive Masterstudiengang Applied Environmental Geoscience (AEG) richtet sich an internationale und deutsche Studierende, die über einen Bachelor-of-Science-Abschluss in einer Natur- oder Ingenieurwissenschaft verfügen. Die Studierenden sollen komplexe Umweltsysteme in der Geo- und Hydrosphäre auf der Grundlage eines fundierten naturwissenschaftlichen Prozessverständnisses quantitativ verstehen und grundlegende praktische Fähigkeiten im Umgang mit umweltgeowissenschaftlichen Problemstellungen erlangen. Die spezielle Ausrichtung auf den Bereich der Umweltgeowissenschaften macht das spezielle Profil des AEG-Studiengangs aus. Im Vordergrund steht dabei die Aneignung einer Problemlösungskompetenz in folgenden Bereichen:

  • Georessourcenmanagement (u.a. Wasserressourcen),
  • Boden- und Grundwasserschutz,
  • Gefährdungsabschätzung von kontaminierten Standorten, Altlasten und Schadens­fällen und
  • Entwicklung von Sanierungsstrategien.

Der Studiengang wird von den Dozenten des Zentrums für Angewandte Geowissenschaften getragen. Die Module des AEG-Studiengangs können auch von Studierenden der konsekutiven Masterstudiengänge „Geowissenschaften“ und „Geoökologie“ belegt werden. Die inhaltliche Abstimmung zwischen den AEG-Modulen ermöglicht es jedoch, den Studiengang ohne die Belegung Tübinger Bachelor-Module auf der Grundlage eines quantitativ orientierten Bachelorstudiums zu studieren.

Aufbau des AEG-Studiums

Das viersemestrige AEG-Studienprogramm umfasst Pflichtmodule, Wahlpflichtmodule sowie eine Masterarbeit (vgl. Abb.). Die Pflichtmodule führen in theoretische und methodische Grundlagen in den Kernbereichen der Umweltgeowissenschaften – Hydrogeologie, Hydrogeochemie und Umweltmodellierung – ein. Ein starker Schwerpunkt liegt auf grundwasserbezogenen Umweltproblemen.

Über den gesamten Verlauf des Studiums haben die Studierenden die Möglichkeit, ihr Wissen individuell zu ergänzen. Dabei können sie sich durch die Wahl entsprechender Module aus dem Wahlpflichtbereich in zusätzliche Themenbereiche vertiefen, z.B. durch die Wahl der Module Environmental and Geomicrobiology und das dazugehörige Praktikumsmodul Geomicrobiology Lab in den Bereich Umweltmikrobiologie. Es besteht aber auch die Möglichkeit, die Inhalte der Pflichtmodule entweder durch weiterführende Spezialmodule (z.B. Geostatistics, Biogeochemistry Course) zu vertiefen oder komplementär dazu fachbezogene zusätzliche Kenntnisse aus umweltrelevanten Bereichen zu erwerben (z.B. GIS and Remote Sensing, Geotechnical Engineering).

In den Modulen Scientific Practice 1+2 wird das wissenschaftliche Arbeiten innerhalb der beteiligten Forschungsgruppen an eigenen Projekten mit umweltgeowissenschaftlichem Bezug geübt. Sie dienen der Aneignung grundlegender praktischer, methodischer und konzeptioneller Kompetenzen für das wissenschaftliche Arbeiten. In Scientific Presentation werden die Forschungsergebnisse der Master-Arbeit präsentiert und mit Peers und Betreuern diskutiert. So können die Studierenden praktische Erfahrungen erwerben und werden frühzeitig in laufende Forschungsarbeiten der Arbeitsgruppen integriert.

Was machen AEG-Alumni?

Der stark quantitativ-naturwissenschaftlich und multidisziplinär ausgerichtete AEG-Studiengang bietet Absolventen eine breite Ausgangsbasis für

  • eine Fortführung der akademischen Laufbahn in Rahmen eines Promotionsstudiums im In- und Ausland. AEG-Alumni findet man auf Promotions-, Post-Doc- und Forschungsstellen an zahlreichen Universitäten und Forschungsinstituten in Deutschland, Europa (Dänemark, Großbritannien, Niederlande, Österreich, Schweden, Schweiz, Spanien) und dem außereuropäischen Ausland (USA, Kanada, China, Korea, Neuseeland, Ghana, Irak),
  • berufliche Perspektiven in Umweltberatungsbüros (Altlastensanierung und Erkundung, Bewertung von Umweltmedien, Flächenrecycling und Flächenentwicklung, Projektentwicklung, Gefährdungsabschätzungen, Grundwasser- und Schadstofftransport­modellierung, Umweltanalytik) oder
  • die Tätigkeit als Experte bei nationalen (Umwelt)behörden, UN- und EU-Organisationen.

Laut Aussage zahlreicher Alumni ist für Arbeitgeber besonders die multidisziplinäre Ausrichtung interessant, durch die AEG-Absolventen aus Tübingen vielfältig einsetzbar sind. Weitere positive Aspekte im Hinblick auf die Berufsaussichten sind die erworbene Sprachkompetenz des durchgängig auf Englisch unterrichteten Studiengangs sowie die durch internationale Zusammensetzung der Studierenden (bisher aus 61 Ländern) erworbene interkulturelle Erfahrung.

Wie bekommt man einen AEG-Studienplatz?

Der Studiengang kann jeweils zum Wintersemester begonnen werden. Bewerbungsfrist ist der 31. März. Zulassungsvoraussetzung für das Auswahlverfahren im Studiengang ist ein erster Studienabschluss (B.Sc. oder Diplom) in Geologie, Geoökologie, Umweltnaturwissenschaften, Geophysik, Mineralogie, physische Geographie, Bodenkunde, Mathematik, Physik, Chemie, Biologie, Informatik, Bauingenieurwesen oder in einem verwandten Fach mit umweltwissenschaftlichem Bezug mindestens mit der Note 3,0 der Nachweis ausreichender Kenntnisse der englischen Sprache, z.B. durch TOEFL mit mindestens 79 Punkten im internetbasierten Test.

Weitere Informationen zum AEG-Masterstudiengang:
Universität Tübingen
Fachbereich Geowissenschaften
Link zum Studiengang

Uni Umeå: Masterstudiengang Geoecology (Schweden)

The Master Programme in Geoecology at Umeå University, Sweden

Aus FORUM der Geoökologie 19 (3), 2009
Von Rolf Zale, Umeå

The department of Ecology and Environmental Science at Umeå University offers a 2-year Master of Science (M.Sc.) programme in Geoecology.

Programme scope, structure, and admission

The programme has a focus on the Nordic landscape, where courses dealing with the natural earth processes, the effects of climate change, and the effects of anthropogenic impact such as pollution and the use of natural resources are the most central in an M.Sc. degree.Eligible for the programme are students with a basic knowledge in English equivalent to English A from Swedish Upper Secondary School and a Bachelor's degree (equivalent to a Swedish Kandidat-examen, 180 ECTS) from an internationally recognised university with a major in Earth science.

The programme starts in autumn with a field course, Advanced field methods in geoecology, where the foundation both for field work and the rest of the programme is laid. After that the students take courses of their choice for 75 ECTS until the spring semester of year 2, when the degree thesis of 30 ECTS is written. The students have a variety of courses in earth science and in ecology (biology) to choose from, provided that they fulfil the prerequisites for these courses.

Year 1: Autumn semester
Advanced Field Methods in Geoecology 15 ECTS
The main objective of the course is to learn and practise terrestrial and aquatic field methods. The course deals with basic principles for planning and conducting geoecological investigations. During the course, a major field project will be conducted where a lake and its catchment are studied regarding soil properties, water chemistry, and sedimentology. The results from the field project will be presented in a report and at a seminar.Courses of free choice 15 ECTS

Year 1: Spring semester and Year 2: Autumn semester
Courses of free choice 60 ECTS

Year 2: Spring semester
Degree Thesis in Earth Science/ Physical Geography 30 ECTS

Courses of free choice on the advanced level

Arctic Geoecology (held in Abisko, Lapland, 2nd half of spring semester)
This course deals with global environmental changes and their consequences for the sub-arctic and alpine environments. Both limnological and terrestrial eco-systems are addressed with a particular regard to past and present climate changes. The linkage between terrestrial and aquatic ecosystems is specifically emphasized. Important parts are fieldwork, analytical techniques, and writing a scientific report.

Analysis of Environmental Changes

The course is directed towards analyses of environmental changes and their causes, with a focus on human impact. In order to assess the impact of human activities on ecosystems it is necessary to develop an understanding of the natural variability within these systems. The primary themes of the course are: long-term perspectives on lake water quality (acidification, eutrophication), spatial and temporal trends in atmospheric pollutants, and climate change reconstructions. A project related to current research on environmental changes constitutes an important part of the course.

Theoretical Geoecology

During the course, students will acquire in-depth knowledge in one or a few areas within the subject Earth Science/Physical Geography. Students will also acquire in-depth knowledge in scientific methods, increase their capability to criticize scientific literature, and independently summarize current knowledge within the chosen subject area. The result will be presented in a written report, which will also be defended at a seminar.

Northern Aquatic Systems

In this course, students will study the occurrence and recycling of inorganic matter, dissolved organic matter, and environmental pollutants in natural waters. During the course, element dynamics and the influence of anthropogenic activities on biogeochemical cycles in northern aquatic systems are stressed. An excursion to a catchment, where natural and anthropogenic influences are studied, is also included.

Advanced Geographic Information Systems

During the course, the students will acquire in-depth knowledge of Geographical Information Systems (GIS), mainly within the area of environmental science. The course is divided into a number of projects that use different extensions in ArcGIS, for example: vegetation analysis of an area with spatial analysis and other statistical methods, limiting drainage areas with hydrological modelling and remote sensing with areal and satellite pictures.Optional Ecology courses (15 ECTS), provided that the prerequisites are met, include:

  • Arctic Ecosystems (held in Abisko, Lapland, 1st half of autumn semester)
  • Aquatic Ecology
  • Forest Ecology

Courses of up to 30 ECTS from the basic level can also be chosen and included in the M.Sc. degree.

The degree thesis at the end of the programme is often written as part of a research project, either in Umeå or in Abisko.A large majority of the teachers on the programme are scientists active in research of some aspect of geoecology. This means that many courses are based on the ongoing research in geoecology.

The Bologna reform resulted in a major change in the Swedish higher education system in 2007. The up to 2007 most popular 4-year "Magister" degree was replaced by the international 3-year Bachelor and 2-year M.Sc. degree. Since the first students in the new system have not yet graduated, few students are formally enrolled in the M.Sc. programme, although many of the current students are taking the separate courses normally included in this programme and getting an M.Sc. degree. The number of students on the programme is expected to rise sharply in autumn 2010 as the first students graduate with Bachelor degrees. Many of them are expected to continue towards the M.Sc. degree.

The department

The geoecology programme is backed by a strong research tradition in earth science and ecology, both in the department and in the university. There has been a close cooperation between these two academic fields for many years, deepening some years back when they first joined forces in the new research field of Environmental Impact and Climate Change. Included in this field is Ecosystem Dynamics, one of 12 areas of research excellence officially identified by the university. The department employs about 160 staff members, of whom 70 are researchers/teachers and about 50 PhD students.

Apart from the geoecology programme, the department offers six other programmes, for example, an M.Sc. in Ecology, a European M.Sc. in Ecological Management of Catchments, and a Bachelor of Science in Environmental Health. Furthermore, the department offers a wide range of courses for approximately 500 fulltime students in the broad fields of biology, earth science, and environmental science.

The university

Umeå University is one of the largest universities in Sweden with 29,000 students and a broad range of academic disciplines. Most of the teaching and research facilities are situated on the campus, which lies within walking distance from the town centre. On the campus is also IKSU, one of the largest sport and fitness centres in northern Europe.

The city

Umeå is situated on the banks of the Umeälven River close to the Gulf of Botnia in the northern part of Sweden. The average age of Umeå's 112,000 inhabitants is among the lowest for Swedish cities, and Umeå was named the "Youth Municipality of the Year" in November 2008 and is officially selected to be the European Capital of Culture in 2014.

Further information:

www.umu.se/studentcentrum/iao/eligibility&requirements.htm
www.emg.umu.se/en/programme/master-s-programme-in-geoecology.html

Rolf Zale, Ph.D. Director of studies
Coordinator of the M.Sc. programme in geoecology
Dept. of Ecology and Earth Science
Umeå University
901 87 Umeå
Sweden
rolf.zale at emg.umu.se

ETH Zürich: Masterstudiengang Umweltnaturwissenschaften

Masterstudiengang Umweltnaturwissenschaften an der ETH Zürich

Aus FORUM der Geoökologie 22 (2), 2011
Von Peter M. Frischknecht, Zürich

Seit bald 25 Jahren bietet die ETH Zürich einen Masterstudiengang in Umweltnaturwissenschaften an. Die systemorientierte Ausbildung macht die Absolventinnen und Absolventen heute zu äusserst gefragten Fachleuten auf dem Arbeitsmarkt.

Hintergrund

Die Gesellschaft steht heute vor gewaltigen Herausforderungen: Der Klimawandel, die Entwertung von Land und Boden, die Verschmutzung von Süss- und Salzwassersystemen, der rasante Verlust an Biodiversität und die Gefährdung der menschlichen Gesundheit durch neue, von der Umwelt beeinflusste Krankheiten sind Probleme, die dringend gelöst werden müssen. Um die Welt ressourcenschonender und nachhaltiger zu gestalten, bedarf es vertiefter Kenntnisse über die Umweltsysteme und Auswirkungen menschlichen Handelns auf die natürlichen Prozesse. Und: Systemwissen muss mit Zielvorstellungen zu nachhaltigen Lösungen verbunden und Wissen mit Handeln verknüpft werden.

Die ETH Zürich hat deshalb schon 1987 einen Studiengang in Umweltnaturwissenschaften geschaffen, in welchem neben fundierten naturwissenschaftlichen Grundlagen auch der Umbau der Gesellschaft nach ökologischen Prinzipien einen grossen Stellenwert hat. Die Studierenden lernen, Konzepte für die nachhaltige Lösung der Umweltprobleme zu entwickeln, um sie in ihrer künftigen Berufstätigkeit umsetzen zu können. Besonderes Gewicht wird auf interdisziplinäres Arbeiten gelegt, das neben den Naturwissenschaften auch die Sozial- und Geisteswissenschaften sowie die Technik einschliesst. Seit Herbst 2003 wird die Ausbildung im Bachelor/Master-System angeboten.

Ausbildung mit Schwerpunkten

Der heutige Masterstudiengang Umweltnaturwissenschaften zieht jährlich 80 bis 100 Studierende an. Die Umweltnaturwissenschaften bilden damit unter den 13 naturwissenschaftlichen Masterstudiengängen, welche die ETH Zürich anbietet, eine tragende Rolle.

Der Masterstudiengang gilt als berufsqualifizierende Ausbildung (Im Gegensatz zu Deutschland wird in der Schweiz die B.Sc.-Ausbildung auf universitärer Ebene nicht als berufsqualifizierend angesehen (anders bei der Fachhochschule). Das hängt mit der sehr niedrigen Quote an universitären Abschlüssen zusammen (ca. 20% eines Jahrgangs). Für diese „kleine“ Gruppe erwartet die Arbeitswelt einen M.Sc.-Abschluss. Der B.Sc. ist eigentlich ein „Mobilitätsscharnier“.); er legt die Basis für eine wissenschaftliche Tätigkeit auf einem hohen akademischen Niveau und qualifiziert für die Bearbeitung komplexer Probleme. Die meisten Studierenden entscheiden sich deshalb nach dem abgeschlossenen Bachelorstudium in Umweltnaturwissenschaften für den anschliessenden Masterstudiengang.

Struktur der Ausbildung

Das Masterstudium umfasst zwei Jahre und beinhaltet im ersten Jahr den Besuch von Lehrveranstaltungen in einer Vertiefung und ergänzenden Wahlfächern. Angeboten werden Vertiefungen in Atmosphäre und Klima, Biogeochemie und Schadstoffdynamik, Ökologie und Evolution, Mensch-Umwelt-Systeme, Wald- und Landschaftsmanagement sowie Gesundheit, Ernährung und Umwelt.

Eine obligatorische Berufspraxis von mindestens 18 Wochen bietet im dritten Semester Gelegenheit, durch eigene praktische Tätigkeit Umweltprobleme in ihrer Komplexität zu analysieren und Lösungsstrategien zu erarbeiten. Abgeschlossen wird das Studium mit der Masterarbeit von sechs Monaten. Der Unterricht wird von Dozentinnen und Dozenten erteilt, die grösstenteils aktiv in der Forschung tätig sind. Unterrichtssprache ist Englisch.

Qualifikationsprofil des Masters

Studenten vor einem Bodenprofil

Die auf Masterebene vermittelten Kenntnisse und Fähigkeiten bauen auf der Bachelorausbildung auf. Die Masterausbildung mit den zur Wahl stehenden Vertiefungsrichtungen erlaubt den Studierenden, ein individuelles fachliches Profil zu erwerben. Unabhängig vom individuellen Profil erwerben die Absolventen zudem einen gemeinsamen Satz von Methoden, Werkzeugen und allgemeinen berufsrelevanten Fähigkeiten.

Fachbezogene Kenntnisse und Fähigkeiten:

Absolventinnen und Absolventen haben

  • ein vertieftes Wissen und Verständnis in einem bestimmten Fach und sind mit den aktuellen Entwicklungen in den Umweltwissenschaften vertraut;
  • die Fähigkeit, wissenschaftliche Methoden und Techniken für neue Anwendungen anzupassen und zu erweitern;
  • in der Masterarbeit wissenschaftlich gearbeitet;
  • die Fähigkeit, Probleme aus der Praxis in ein geeignetes und realistisches Modell zu überführen und dieses Modell mit geeigneten Methoden zu analysieren;
  • die Fähigkeit, mit Akteuren Lösungen zu entwickeln.

Allgemeine Fähigkeiten:

Absolventinnen und Absolventen können

  • komplexe Probleme auf einer analytischen Ebene bearbeiten;
  • sich in neuen Gebieten selbständig Wissen aneignen und dieses Wissen von einem Kontext in einen anderen transferieren;
  • Wissen integrieren und komplexe Zusammenhänge erforschen;
  • interdisziplinär arbeiten;
  • mit ihren kommunikativen Fähigkeiten wissenschaftliche Zusammenhänge und Resultate diskutieren;
  • berufliche Tätigkeiten übernehmen, die Urteilsvermögen, persönliche Verantwortung, Eigeninitiative und Innovationskraft voraussetzen;
  • erfolgreich in einer internationalen Umgebung arbeiten.

Gute Berufsaussichten

Das Departement Umweltwissenschaften hat über die letzten 20 Jahre hinweg regelmässig Erhebungen über die Berufstätigkeit ihrer Studienabgängerinnen und Studienabgänger vorgenommen. Sie zeigen, dass den Umweltnaturwissenschaften eine immer wichtigere Rolle in der Gesellschaft zukommt. Heute sind die Absolventinnen und Absolventen mit einem Masterabschluss auf dem Stellenmarkt sehr gefragte Fachleute und können zwischen vielfältigen Berufsfeldern wählen. Rund die Hälfte der ehemaligen Studierenden sind zwei Jahre nach ihrem Abschluss in diversen Dienstleistungssektoren in der Privatwirtschaft tätig. Das Spektrum umfasst Management- und Beratungspositionen in Umwelt- und Planungsbüros ebenso wie Stellen in Banken, Versicherungen, in den Medien und im Handel. Die Absolventinnen und Absolventen betreuen Ökologie-Projekte oder umweltrelevante Themen in den Medien, und sie entwickeln nachhaltige Investitionsprodukte oder Risikoanalysen für Umweltgefahren.

20 Prozent der Absolventinnen und Absolventen finden eine Stelle in der öffentlichen Verwaltung, beim Bund, in den kantonalen Ämtern oder bei der Gemeinde. Sie arbeiten meist in Positionen, in denen sie für die Implementierung der Umweltschutzgesetzgebung zuständig sind. Rund fünf Prozent der Studienabgängerinnen und –abgänger schliesslich entscheiden sich für einen anwaltschaftlichen Schutz der Umwelt und wählen eine Stelle bei einer der Umweltorganisationen wie WWF oder Pro Natura.

Rund ein Viertel der Absolventinnen und Absolventen zieht es in die Forschung – zum grossen Teil als Doktorierende. Sie bearbeiten naturwissenschaftliche Forschungsprojekte, wirken aber auch in inter- und transdisziplinären Forschungsprogrammen mit.

Voraussetzungen

In den Umweltnaturwissenschaften wird der Zugang zu Umweltfragen und ‑problemen über die Auseinandersetzung mit Umweltsystemen hergestellt. Dieser systemorientierte Ansatz weist breite Berührungsflächen zu Technik und Geistes- und Sozialwissenschaften auf und geht alle Fragestellungen sehr quantitativ und auf naturwissenschaftlichen Grundlagen basierend an. Wer in Zürich einen Master in Umweltnaturwissenschaften erwerben will, benötigt daher exzellente mathematische Grundlagen (Analysis, Lineare Algebra, Statistik) und ausgewiesene Grundlagen in Physik, Chemie sowie Biologie. Weiter werden Grundkenntnisse in einzelnen Umweltsystemen wie Wasser Boden, Luft oder Anthroposphäre und in zwei verschiedenen sozial- oder geisteswissenschaftlichen Disziplinen verlangt. Die spezifischen Anforderungen für einzelne Vertiefungen können unter der Website des Studiengangs nachgeschaut werden.

Bewerber/innen, welche die Voraussetzungen nicht vollständig erfüllen, erhalten eine Zulassung mit Auflagefächern, die ihnen die Möglichkeit einräumen, fehlende Grundlagen im ersten Studiensemester nachzuholen. Für Interessenten gibt die Website der ETH Zürich Informationen über die formalen Zulassungsvoraussetzungen, Bewerbungstermine und das Vorgehen bei einer Bewerbung.

Kontakt

Dr. Peter Frischknecht
Departements- und Studienkoordinator
ETH Zürich, Departement Umweltwissenschaften
frischknecht at env.ethz.ch