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Masterstudiengang: Energie und Umweltchemie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena

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Aus FORUM der Geoökologie 25 (2), 2014
Von Volker Woest, Michael Stelter, Ulrich S. Schubert, Achim Stolle, Jena

Energie- und umweltbezogene Fragestellungen sind in unserer heutigen Gesellschaft nicht mehr wegzudenken und werden für zukünftige Generationen in ihrer Bedeutung zunehmen. Zentrale Themen sind dabei die regenerative Energieerzeugung, Energiewende, Elektromobilität, Umweltschutz sowie ganzheitliche Werkstoffketten von chemischen Erzeugnissen. Zur Bewältigung dieser globalen Aufgaben sind forschungsbezogene Kenntnisse in den Bereichen Elektrochemie, Umweltchemie, moderne Synthesemethoden, Verfahrenstechnik, analytische Verfahren sowie den Materialwissenschaften nötig. Der in Jena angebotene, deutschlandweit einmalige Studiengang bildet die Möglichkeit, das nötige Rüstzeug zu erlangen – mit einer breiten Anwendungsmöglichkeit in einer Vielzahl von Berufsfeldern.

Masterstudiengang „Energie und Umweltchemie“

Seit dem Wintersemester 2010/11 wird der interdisziplinäre, deutschsprachige Masterstudiengang „Umweltchemie“ angeboten, der mit dem Beginn des Wintersemesters 2015/16 in reformierter Form als Masterstudiengang „Energie und Umweltchemie“ fortgeführt wird. Der Master-Studiengang ist konsekutiv aufgebaut und forschungsorientiert ausgerichtet. Aufbauend auf einer guten naturwissenschaftlichen Grundausbildung wird die Fähigkeit zum selbstständigen wissenschaftlichen Arbeiten in einem modernen, interdisziplinären Wissenschaftsfeld vermittelt. Der Studiengang bildet als zentrales Element die Säulen des sich am Standort Jena befindlichen Zentrums für Energie- und Umweltforschung (CEEC Jena) in der Lehre ab. In Kooperation mit dem Fraunhofer Institut für Keramische Technologien und Systeme (IKTS) in Hermsdorf werden aktuelle Forschungsthemen in die Lehre integriert und den Studierenden Entwicklungen im Bereich der Synthesechemie, Elektrochemie, Analytik, Verfahrenstechnik und Energiesysteme vermittelt. Diese deutschlandweit einzigartige intrinsische Kombination verschiedener Fachdisziplinen eröffnet den Studierenden die Möglichkeit der ganzheitlichen Betrachtungsweise, beginnend bei der chemischen Synthese über Anwendungen im Bereich moderner Energiesysteme sowie der Umweltverfahrenstechnik bis hin zu Folgenabschätzung auf Basis umweltanalytischer oder chemometrischer Methoden und Modelle.

Der Masterstudiengang „Energie und Umweltchemie“ wird sich demnach an diejenigen Studierenden richten, die an einer umfassenden und ganzheitlichen Betrachtungsweise technischer Systeme Interesse zeigen, was zum Beispiel für die Bereiche Energiesysteme und umweltchemische Verfahren Voraussetzung ist.

Inhalt des Studiums

Das Studium ist experimentell ausgerichtet mit starkem Bezug zu Gebieten der angewandten Forschung. Erreicht wird dies durch eine intrinsische Verknüpfung klassischer energie-bezogener und umweltchemischer Disziplinen wie elektrische Energiespeicher, regenerative Energien und Umweltanalytik mit Aspekten der Umweltverfahrenstechnik sowie dem Themenkomplex Nachhaltigkeit in der chemischen Synthese.

Die Studierenden erwerben Kenntnisse der fachlichen Systematik, Begrifflichkeit und weiterführende Inhalte in den Teildisziplinen Elektrochemie, nachhaltige Syntheseverfahren, (Umwelt)Analytik und (technische) Umweltchemie sowie die für das umweltchemische Arbeiten notwendigen synthetischen, experimentellen und theoretischen Kenntnisse (Abb.1). Entsprechend dem Forschungsprofil der Chemisch-Geowissenschaftlichen Fakultät in Jena werden zudem weiterführende Kenntnisse in fachlichen Wahlpflichtbereichen sowie Aspekte moderner Energiesysteme (Batterien), regenerative Energieerzeugung sowie moderne Leuchtmittel (OLEDs) vermittelt. Thematische Schwerpunkte in den einzelnen Modulen sind zum Beispiel:

  • Nachhaltige Syntheseverfahren und -technologien für Materialien zum Einsatz in der Umweltverfahrenstechnik und in Energiesystemen, wie zum Beispiel Polymere, Keramiken oder Kohlenstoffnanomaterialien
  • Analytische Verfahren zur Charakterisierung von Umweltproben, insbesondere elektroanalytische Methoden zur Materialcharakterisierung und Prozessbewertung
  • Verfahrenstechnische Grundlagen der Remediation von Luft und Wasser, zum Beispiel mittels Membrantechnologien
  • Materialseitige, technologische und verfahrenstechnische Aspekte moderner Energiesysteme im Bereich der Energiewandlung (organische Solarzellen, OLEDs) und Energiespeicherung (Brennstoffzellen, Mittel- und Hochtemperaturbatterien, Metall-freie Batterien, etc.)

Aufbau des Studiums

Der viersemestrige Studiengang ist im 1. und 2. Fachsemester in Pflicht- und Vertiefungsmodule gegliedert, wobei für Letztere eine Wahlmöglichkeit für die Studierenden besteht, um sich weitergehende Qualifikationen einem der folgenden Bereiche anzueignen:

  • Geologie
  • Ökologie
  • Toxikologie / Ökotoxikologie.

Der Pflichtbereich umfasst neben einer Orientierungsphase zur Vermittlung studiengangrelevanter Grundlagen die folgenden themenspezifischen Module:

  • Moderne Synthesemethoden
  • Kohlenstoffnanomaterialien
  • Umweltanalytik
  • Elekrochemie
  • Umweltchemie.

Ergänzt wird das Spektrum im 2. Fachsemester durch den Themenkomplex Recycling. Die Module gliedern sich in Vorlesungen und zur Vertiefung der Inhalte werden Seminare und Praktika angeboten. Die Integration eines externen Praktikums in den Studienablaufplan im 2. oder 3. Fachsemester ermöglicht den Studierenden einen Einblick in Berufsbilder mit Energie- bzw. umweltchemischem Bezug. Im 3. Fachsemester werden vertiefende Kenntnisse und Fähigkeiten in der Umsetzung der theoretischen, experimentellen und methodischen Grundlagen in zwei themenzentrierten Forschungsprojekten erworben, welche die Basis für die im 4. Fachsemester anstehende Masterarbeit bilden können.

Mögliche Berufsfelder

Zurzeit liegen noch keine statistisch relevanten Erfahrungen bezüglich der Berufstätigkeit der AbsolventInnen des Studiengangs vor. Es ist jedoch abzusehen, dass das vermittelte Wissen und die erlernten Fertigkeiten in unterschiedlichen Berufszweigen Anwendung finden werden, insbesondere in solchen, die von einer starken Interdisziplinarität geprägt sind. Mögliche Berufsfelder sind:

  • Chemische Industrie
  • Verarbeitende Industrie
  • Energieversorgungsunternehmen
  • Wissenschaftliche Einrichtungen
  • Behörden und Ministerien
  • Beratungsfirmen

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit der Aufnahme eines Promotionsstudiums.

Zulassungsvoraussetzungen

Voraussetzung für die Zulassung zum Masterstudium „Energie und Umweltchemie“ ist ein qualifizierter Hochschulabschluss wie Bachelor, Diplom (FH) oder Diplom.Der Studiengang richtet sich insbesondere an AbsolventInnen mit Hochschulabschluss im Bereich der Naturwissenschaften und Ingenieurswissenschaften. Grundlegenden Kenntnisse und Erfahrungen aus den Bereichen Chemie und den Materialwissenschaften sind für die Bewältigung des Studiums hilfreich.

Der Studiengang ist modular aufgebaut und ein Beginn ist nur zum jeweiligen Wintersemester möglich. Ausländische Bewerber müssen für den Hochschulzugang über eine deutsche Sprachprüfung oder eine vergleichbare Qualifikation verfügen.

Weitergehende Informationen sind beim Studien- und Prüfungsamt der Chemisch-Geowissenschaftlichen Fakultät oder dem Masterstudierendenzentrum der Friedrich-Schiller-Universität Jena erhältlich.

Kontakt

Prof. Dr. Michael Stelter
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Chemisch-Geowissenschaftliche Fakultät
Institut für Technische Chemie und Umweltchemie
Lessingstraße 12, 07743 Jena
Tel.: 03641 9 48430
Fax : 03641 9 48402
E-Mail: michael.stelter@uni-jena.de

Prof. Dr. Ulrich S. Schubert
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Dekan der Chemisch-Geowissenschaftliche Fakultät
Humboldstrasse 11, 07743 Jena
Tel.: 03641 9 48000
Fax : 03641 9 48002
E-Mail: urich.schubert@uni-jena.de

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Letzte Änderung: 31.08.2014