Masterstudiengang Umweltsysteme und Ressourcenmanagement an der Universität Osnabrück

Aus FORUM der Geoökologie 24 (2), 2013
Von Georg Holtz, Geeske Scholz und Horst Malchow, Osnabrück

Die Lösung heutiger Umweltprobleme sowie die Beantwortung damit verknüpfter, sozio-ökonomischer Fragestellungen sind aufgrund zunehmender Komplexität und vor dem Hintergrund globaler Zusammenhänge oft nicht mehr alleine mithilfe wissenschaftlicher Einzeldisziplinen möglich. Vielmehr werden interdisziplinäre Ansätze benötigt, um das vernetzte Zusammenspiel von Einflussfaktoren verstehen und zukünftige Entwicklungen sinnvoll steuern zu können. Der akkreditierte Master-Studiengang Umweltsysteme und Ressourcenmanagement wird seit dem Wintersemester 2006/2007 an der Universität Osnabrück angeboten und bietet gemäß dem Motto "Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile" eine breite Palette von Methoden, um Fragestellungen disziplinübergreifend zu bearbeiten und Lösungswege aufzuzeigen. Wesentliches Ziel des Studiengangs ist der Erwerb von Kompetenz bei der Analyse komplexer Systeme. Im Mittelpunkt steht dabei die Aneignung von Methoden, um die Wechselwirkungen verschiedener Systemelemente und daraus resultierende Phänomene wie Wachstum, Stabilität, Veränderung oder Zerfall des Gesamtsystems beschreiben und verstehen zu können. Die vermittelten Prinzipien und Methoden lassen sich dabei auf natürliche und soziale Systeme anwenden. So können zum Beispiel Populationswachstum und Wechselwirkungen in der Biologie und Ökologie mit den gleichen Mitteln beschrieben werden wie Reaktionskinetiken in der Chemie oder Zyklen in der Ökonomie. Die vermittelten Prinzipien und Methoden machen an den Grenzen der Einzeldisziplinen nicht Halt und entfalten ihr besonderes Potential bei der Bearbeitung disziplinübergreifender Fragestellungen.

Das Masterprogramm Umweltsysteme und Ressourcenmanagement ist einer von drei systemwissenschaftlichen Studiengängen an der Universität Osnabrück. Er richtet sich jedoch nicht nur an Absolventinnen und Absolventen entsprechender systemwissenschaftlicher Bachelorstudiengänge, sondern auch an Absolventen/-innen anderer Studienfächer, die Handwerkszeug erwerben möchten, um die Dynamiken komplexer Systeme analysieren, bewerten und regulieren zu können. Um die Studierbarkeit bei unterschiedlichen ersten, berufsqualifizierenden Abschlüssen zu gewährleisten, wurden verschiedene Verlaufspläne entwickelt, die den jeweiligen Vorkenntnissen Rechnung tragen (s. Studieninhalte). Der Masterstudiengang ist dem Fachbereich Mathematik/Informatik zugeordnet und wird im Wesentlichen vom Institut für Umweltsystemforschung getragen. Neben dem Lehrangebot der Systemwissenschaft gehören Veranstaltungen aus der Mathematik und Informatik sowie einem zu wählenden Anwendungsfach (Biologie, Chemie, Physik, Wirtschaftswissenschaften, Sozialwissenschaften, Geographie/Geoinformatik oder Psychologie) zum Studienprogramm.

Studieninhalt

Der Masterstudiengang vermittelt fundierte Mathematik- und Programmierkenntnisse, die für die formalisierte Behandlung von vernetzten Problemen aus verschiedenen Bereichen unerlässlich sind. Die systemwissenschaftlichen Veranstaltungen führen die gleichungs-, regel- und datenbasierte Modellierung von Systemen ein bzw. weiter. Eine praxisnahe Vertiefung, die auch die Masterarbeit einschließen kann, erfolgt in den Veranstaltungen im 3. und 4. Semester. Hier können sich die Studierenden in einem oder mehreren Wahlpflichtbereichen wie Umweltrisikoanalyse, Geoinformatik, Ressourcenmanagement, nachhaltige Entwicklung, ökologische Modellbildung sowie theoretische und mathematische Biologie und Ökologie vertiefen, was ihnen die notwendige berufliche Handlungskompetenz vermittelt.

Der Umfang des Masterstudiengangs Umweltsysteme und Ressourcenmanagement beträgt 120 Leistungspunkte (LP) und umfasst einen Pflichtbereich von 12 LP, einen Wahlpflicht-bereich in der Angewandten Systemwissenschaft im Umfang von 24 LP sowie einen freien Wahlbereich von 3 LP, wählbar aus dem gesamten Lehrangebot der Universität Osnabrück. Des Weiteren müssen, je nach erstem berufsqualifizierenden Abschluss, 51 LP aus den Bereichen Mathematik und/oder Informatik sowie dem gewählten Anwendungsfach nachgewiesen werden. Auf die Masterarbeit, inklusive deren Präsentation, entfallen 30 LP.

Tätigkeitsfelder und Berufsmöglichkeiten

Die Erfahrungen der Absolventen/-innen des früheren Diplomstudiengangs "Angewandte Systemwissenschaft" und des jetzigen Master-Studiengangs "Umweltsysteme und Ressourcenmanagement" zeigen, dass die vermittelten Qualifikationen auf dem Arbeitsmarkt honoriert werden. So konnten alle Absolventen unmittelbar oder bald nach dem Diplom/Master einen Arbeitsplatz finden, wobei ein hoher Prozentsatz der Absolventen/-innen eine Promotion begonnen hat. Die wichtigsten Arbeitsfelder sind in der Grafik dargestellt. Weitere Einsatzgebiete sind beispielsweise Marktforschung, Risikoanalyse (z.B. in Versicherungen), Verkehrssimulationen und Management im Umweltbereich. Außerdem erfolgten erfolgreiche Existenzgründungen (IT, Umweltberatung). Rund 10 % der Absolventen/-innen sind zurzeit im Ausland tätig. Die Fähigkeiten zu Analyse und Synthese in Verbindung mit Anwendungsfächern befähigen die Absolventen/-innen zu leitenden Positionen in ihrem jeweiligen Einsatzgebiet - insbesondere weil sie gelernt haben, problemorientiert mit Vertreter(inne)n der Einzelwissenschaften zu kommunizieren.

Zulassungsvoraussetzungen

Voraussetzung für den Zugang zum Masterstudiengang "Umweltsysteme und Ressourcenmanagement" ist ein Bachelorabschluss oder ein gleichwertiger Abschluss (mind. Note 3,0) im Studiengang "Angewandte Systemwissenschaft" oder in einem der Fächer Mathematik, Informatik, Physik, Chemie, Biologie, Geo- und Umweltwissenschaften, VWL, BWL, Sozialwissenschaften, Ingenieurwissenschaften oder Psychologie.

Steckbrief M.Sc. Umweltsysteme und Ressourcenmanagement

Dauer: 4 Semester
Umfang: 120 ECTS-Punkte
Beginn: jeweils zum Winter- oder Sommersemester (für Absolventen/-innen anderer Studiengänge als Angewandte Systemwissenschaft ist ein Beginn zum Sommersemester nicht empfohlen)
Bewerbung: jeweils zum 15.7. (für das Wintersemester) bzw. 15.1. (für das Sommersemester). Spätere Bewerbungen sind auf Anfrage in der Regel möglich.
Plätze: keine Zulassungsbeschränkung
Sprache: deutsch

Weitere Informationen

Prof. Horst Malchow
Institut für Umweltsystemforschung
Universität Osnabrück
Barbarastraße 12
49076 Osnabrück
Tel. 0541 /969-2499
E-Mail: malchow (at) uos.de

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Letzte Änderung: 03.01.2014