Die Masterstudiengänge Environmental Earth Sciences und Geographische Wissenschaften

> M.Sc. Geographische Wissenschaften

Der Doppelmasterstudiengang "Environmental Earth Sciences" an der Freien Universität Berlin / Nanjing University (VR China)

Aus FORUM der Geoökologie 24 (1), 2013
Von Rabea Imjela, Berlin

Im Wintersemester 2012/13 wurde an der Freien Universität Berlin (FUB) der vom DAAD geförderte Doppelmasterstudiengang Environmental Earth Sciences eingeführt. Der Studiengang ist interdisziplinär angelegt und vereint in einer Kooperation die Kompetenzen des Fachbereichs Geowissenschaften der Freien Universität sowie der School of Geography and Oceanography der Nanjing University (NJU).

Der viersemestrige Studiengang thematisiert die umweltwissenschaftlichen Zusammenhänge zwischen der festen Erde, der Hydrosphäre und der Biosphäre. Die Studierenden erlangen Kenntnisse über die vielfältigen Prozesse zwischen den verschiedenen Sphären und können diese analysieren und interpretieren. Damit sind sie in der Lage, den Herausforderungen und der Komplexität von Umweltbelangen und -problemen zu begegnen.

Das Studium beinhaltet Pflicht- sowie Wahlpflichtmodule aus den Bereichen Geographische Wissenschaften, Geologische Wissenschaften und Meteorologie, wodurch die Studierenden neben dem Kerncurriculum einen eigenen Studienschwerpunkt im Rahmen des Angebots definieren können. Der obligatorische Studienaufenthalt an der Nanjing University im zweiten Semester fördert die Kenntnisse regionaler Umweltsysteme sowie geowissenschaftlicher Prozesse und ermöglicht einen Einblick in die chinesische Kultur.

Ein besonderer Schwerpunkt des Studiengangs liegt in der Projektarbeit im dritten Semester. Die Studierenden der Freien Universität Berlin und der Nanjing University analysieren und interpretieren anhand eines Fallbeispiels der aktuellen Forschung marine und kontinentale Ökosysteme des Phanerozoikums hinsichtlich zeitlich-räumlicher Änderungen und der Interaktion zwischen Pflanzen- und Tiergesellschaften, ihren Habitaten und dem Klima. Dies ist eine gute Vorbereitung auf die Masterarbeit im 4. Semester bzw. die Projektarbeit kann den Grundstein für die folgende Masterarbeit bilden.

Absolventinnen und Absolventen erschließen sich durch Abschluss des Studiums Berufsmöglichkeiten im öffentlichen Bereich, vor allem an Hochschulen, in Forschungseinrichtungen und bei fachspezifischen Landes- und Bundesämtern. Durch die im Studium an der Nanjing University erworbenen regionalen Kenntnisse eröffnen sich ebenfalls Berufsfelder in China.

Zugangsvoraussetzung für das Studium ist ein berufsqualifizierender Abschluss eines Hochschulstudiums in den Fächern Geologische Wissenschaften, Geographische Wissenschaften, Meteorologie, Biologie, Geoökologie oder eines naturwissenschaftlichen Hochschulstudiums mit einem Anteil von 15 LP aus den Bereichen Geologische Wissenschaften, Geographische Wissenschaften oder Meteorologie. Da die Unterrichtssprache Englisch ist, sind zudem Englischkenntnisse im Umfang der Niveaustufe C1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GER) nachzuweisen.

 

Der Masterstudiengang "Geographische Wissenschaften" an der Freien Universität

Aus FORUM der Geoökologie 24 (1), 2013
Von Rabea Imjela, Berlin

Seit dem Wintersemester 2007/2008 bietet die Freie Universität Berlin am Institut für Geographische Wissenschaften den Masterstudiengang "Geographische Wissenschaften" an. Bewerber/innen, die sich für den Studiengang entscheiden, haben durch die Wahl eines Schwerpunktes die Möglichkeit, die inhaltliche Ausrichtung ihres Studiums mitzugestalten.

Der viersemestrige Masterstudiengang umfasst insgesamt 120 Leistungspunkte (LP), die in inhaltlich definierten Einheiten (Modulen) aus, in der Regel, mehreren thematisch aufeinander aufbauenden Lehr- und Lernformen erbracht werden müssen. Das Studium gliedert sich in einen geographisch-wissenschaftlichen Kernbereich (25 LP), einen der möglichen Studienschwerpunkte Terrestrische Systeme, Umwelthydrologie oder Geographische Entwicklungsforschung, inklusive affiner Wahlpflichtmodule (zusammen 65 LP). Die Masterarbeit bildet mit 30 LP den Abschluss des Studiums. Geoökologische Fragen stehen dabei in den beiden Schwerpunktbereichen Terrestrische Systeme und Umwelthydrologie im Fokus.

Der Kernbereich vermittelt vertiefende Kenntnisse der geographischen Informationsverarbeitung von raum- und zeitbezogenen Raster- und Vektordaten, der komplexen Wechselwirkungen zwischen Mensch und Umwelt (vgl. Abbildung Studienaufbau) sowie Einblicke in die geographische Berufspraxis, unter anderem durch ein fachbezogenes Praktikum im Umfang von mindestens vier Wochen.

Der anwendungsorientierte Schwerpunkt Umwelthydrologie befasst sich zum einen mit den Gesetzmäßigkeiten des Wasserkreislaufs in natürlichen und anthropogen überprägten Systemen. Auf Grundlage naturwissenschaftlicher Theorien und Methoden werden dabei räumliche Strukturen und Prozesse der Ressource Wasser behandelt, um zum anderen die erlangten Erkenntnisse für planerische und prognostische Zwecke einzusetzen. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf hydrologischen Extremereignissen (Hochwasser, Dürren) sowie ihren gesellschaftlichen Folgen. Im Fokus stehen außerdem die Auswirkungen des globalen Klimawandels auf den Wasserhaushalt sowie Strategien für das Management der begrenzten Ressource Wasser. Darüber hinaus bietet das Studium die Möglichkeit, sich intensiv mit den Themenkomplexen Monitoring, Hydrologische Modellierung und daraus ableitbaren Managementstrategien (Hochwasserrisikomanagement, Einzugsgebietsmanagement) zu befassen, womit eine praxisnahe Ausbildung ermöglicht wird. Die begrenzte Anzahl der Studienplätze gewährleistet, dass die Studierenden in aktuelle internationale Forschungsprojekte einbezogen werden können. Mit den erworbenen Fachkenntnissen ergeben sich für die Absolventinnen und Absolventen Berufsfelder im Bereich Ressourcenmanagement von Oberflächen- und Grundwasser (inklusive hydrologischer Extremsituationen), im Landschafts- und Naturschutz, in wasserwirtschaftlichen Unternehmen sowie in kommunalen, regionalen oder Bundesbehörden.

Studierende mit dem Studienschwerpunkt Terrestrische Systeme befassen sich mit den Grundlagen naturwissenschaftlicher Theorien, Modelle und Methoden sowie räumlichen Strukturen und Prozessen der Natur- und Kulturlandschaftsentwicklung vor einem paläoklimatischen und aktuellen klimatischen Hintergrund. Dazu gehören auch Methoden zur Erhebung und Bewertung von Proxy-Daten sowie ergänzende Methoden der Paläoumweltforschung. Ziel ist es dabei, zeitliche und regionalisierte Prozessabläufe mit und ohne menschlichen Einfluss zu unterscheiden und die Erkenntnisse für planerische und prognostische Maßnahmen nutzbar zu machen.

Die Sichtweise auf den menschlichen Einfluss in der jüngeren Erdgeschichte wird durch die Einbeziehung landschaftsarchäologischer Kenntnisse verstärkt. Darüber hinaus können die Studierenden entsprechend ihrer eigenen Präferenzen weitere Kenntnisse und Kompetenzen aus den Bereichen Archäologie, Meteorologie oder Geologie erwerben. Die Absolventinnen und Absolventen besitzen Fachkenntnisse und Fertigkeiten, die für eine Berufstätigkeit im Bereich Ressourcenmanagement von Gestein, Boden und Wasser, im Landschafts- und Naturschutz und in der Beratung von kommunalen, regionalen oder Bundesbehörden eingesetzt werden können.

Unabhängig vom Studienschwerpunkt sind die Absolventinnen und Absolventen befähigt, den beruflichen Anforderungen in Wissenschaft und Praxis mit modernen Methoden gerecht zu werden.

Für die Bewerbung zum Masterstudiengang Geographische Wissenschaften ist ein berufsqualifizierender Abschluss eines geowissenschaftlichen Hochschulstudiums mit einem geographisch wissenschaftlichen Anteil von 120 Leistungspunkten nachzuweisen.

Weitere Informationen rund um die beiden Masterstudiengänge sowie die Bewerbung finden Sie auf der Homepage der FU Berlin.

zurück

Letzte Änderung: 25.11.2013