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Die Masterstudiengänge Landschaftswissenschaften sowie Umweltplanung an der Uni Hannover

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> M.Sc. Umweltplanung

Der M.Sc.-Studiengang "Landschaftswissenschaften " an der Universität Hannover

Aus FORUM der Geoökologie 21 (3), 2010
Von Jens Groß, Hannover

Zum Wintersemester 2010/11 startete an der Leibniz Universität Hannover erstmals der akkreditierte Masterstudiengang Landschaftswissenschaften. Der in seiner Konzeption einzigartige Studiengang führt eng benachbarte, ökologisch und raumbezogen arbeitende Fächer zusammen und integriert vernetzende Elemente zwischen den verschiedenen Disziplinen sowie zwischen Universität und Praxis. Sechs Institute aus vier Fakultäten bündeln ihre seit Jahren existierenden Kooperationen, die unter Überwindung der traditionellen Fachgrenzen interdisziplinär vertieft und fortgeführt werden.

Der M.Sc.-Studiengang Landschaftswissenschaften wird hauptsächlich vom Institut für Physische Geographie und Landschaftsökologie, dem Institut für Bodenkunde und dem Institut für Geobotanik getragen. Als weitere wichtige Partner vervollständigen das Institut für Wasserwirtschaft, Hydrologie und landwirtschaftlichen Wasserbau, das Institut für Meteorologie und Klimatologie sowie das Institut für Umweltplanung das breite Lehrangebot. Auf einer inhaltlich und systemar breiten Basis befasst sich der Studiengang mit der Analyse und Prognose von Prozessen in der Landschaft und der Anwendung fundierter naturwissenschaftlicher Methoden und Modelle in Forschung, Umweltschutz sowie Ressourcen- und Landnutzungsmanagement. Im Mittelpunkt der Betrachtung stehen der Grenzbereich Atmosphäre-Vegetation-Boden-Gestein, die darin ablaufenden Prozesse und die Steuerungsmöglichkeiten durch den Menschen. Der Masterstudiengang schlägt hierbei eine Brücke zwischen naturwissenschaftlich-ökologischen Grundlagen und berufsfeldbezogenen Anwendungen. Das in den angewandten Landschaftswissenschaften essenzielle vernetzte Denken wird geschult. Den Studierenden werden ein fundiertes Umweltverständnis und vertiefte methodische Fähigkeiten zur Analyse von Ökosystemen vermittelt.

Studieninhalt

Der Studiengang baut auf den inhaltlichen und methodischen Grundlagen des Bachelor of Science auf, die in physisch-geographisch, geowissenschaftlich oder ökologisch orientierten Studiengängen erworben wurden. Die jeweiligen Wissensschwerpunkte, welche die Studierenden mitbringen, sollen weiter gefördert werden, ihr Blick soll aber im Sinne eines fundierten Umweltsystemverständnisses auch auf das Ganze gelenkt werden. Der Masterstudiengang orientiert sich an den folgenden Lernzielen:

  • Landschaft auf breiter fachlicher Basis verstehen und konzeptionell analysieren können;
  • Landschaften und Ökosystemprozesse mit komplexen wissenschaftlichen Methoden erfassen und modellieren können;
  • komplexe Modelle zur Simulation von Prozessen aus inhaltlich verschiedenen Teilsystemen im Kontext anspruchsvoller multidisziplinärer Fragestellungen weiterentwickeln und anwenden können;
  • die unterschiedlichen Skalen von Strukturen, Prozessen und Systemen in der Landschaft verstehen. Skalenübergänge theoretisch und methodisch bewältigen können;
  • Meta-Modelle über landschaftliche Zusammenhänge verstehen, entwerfen und zum Zusammenführen von Untersuchungsergebnissen aus verschiedenen Teilbereichen anwenden können;
  • komplexe Systemzusammenhänge unter Einsatz anspruchsvoller Geo-Medien verständlich darstellen können;
  • anspruchsvolle Fragestellungen im Zusammenhang mit Analyse, Modellierung, Entwicklung und Management von Ressourcen und Landschaftssystemen im Team vernetzt mit Arbeitsgruppen der Wissenschaft und Institutionen der Praxis lösen können.

Das viersemestrige Studium besteht aus einer Kombination von fünf Pflicht- und sechs Wahlpflichtveranstaltungen sowie der Masterarbeit (erste Abbildung). Grundlage bildet ein im Einführungsmodul "Systemtheorie und Systemanalyse" vermittelter, breit angelegter systemtheoretischer Ansatz. Alle darauf aufbauenden fachwissenschaftlichen Vertiefungen verstehen sich als praxisorientierte Anwendungen des theoretischen Grundgerüstes in verschiedenen Fachrichtungen.

Übersicht Wahlpflichtmodule

Aus den drei Modulgruppen "Ökosystemare Prozesse und Umwelt", "Landschaftsprozessanalyse in Raum und Zeit" sowie "Prozessmodellierung" können die Studierenden individuell inhaltlich unterschiedlich ausgerichtete Module auswählen (zweite Abbildung). Das breite Angebot in den Wahlpflichtmodulen ermöglicht den Studierenden innerhalb des fächerübergreifend aufgestellten Studiengangs eine im Hinblick auf die Berufsaussichten wichtige spezifische Schwerpunktsetzung und Profilbildung. Die Pflichtmodule "Projektstudie" und "Exkursion" werden in der Regel interdisziplinär angeboten, um neben der Verknüpfung der erworbenen, fundierten theoretischen Fachkenntnisse mit der praktischen Anwendung vor allem das den Landschaftswissenschaften zugrunde liegende integrative Umweltsystemverständnis zu schulen. Das "forschungsorientierte Projekt" steht im engen Kontext zur Masterarbeit und dient dem Kompetenzausbau hinsichtlich der eigenständigen Definition und Bearbeitung wissenschaftlicher Fragestellungen.

Das Berufspraktikum spielt eine bedeutende Rolle und unterstützt wesentlich die Herausbildung des anspruchsvollen berufsbefähigenden Profils der Absolventen/innen. Vertieft wird darüber hinaus der enge Kontakt zu Forschungseinrichtungen, Behörden und Firmen durch Fachexkursionen im Rahmen der Projektstudien; ferner besteht die Möglichkeit, die Studien- und Masterarbeit in Zusammenarbeit mit außeruniversitären Einrichtungen zu erstellen. Hier kommen den Studierenden die vielfältigen Kooperationen der vier beteiligten Fakultäten mit zahlreichen Institutionen und Firmen im In- und Ausland zugute.

Tätigkeitsfelder und Berufsmöglichkeiten

Den Absolventen/innen der Landschaftswissenschaften eröffnen sich breit gefächerte Berufschancen. Das Ausbildungsprofil des Studiengangs qualifiziert sie gleichermaßen für Aufgaben in Wissenschaft und Forschung wie in der vielfältigen Praxis. Die Ausbildung soll den Bogen zwischen naturwissenschaftlicher Fundierung und Anwendungsbezug spannen und nach außen sichtbar machen. Dies fördert vor allem die Einstellungschancen der Absolventen/innen, die nach dem Masterabschluss nicht promovieren wollen.

Mögliche Arbeitsfelder und Arbeitsmärkte liegen im Bereich des Umweltschutzes im weiteren Sinne, im Ressourcen- und Landnutzungsmanagement, in der Risikoabschätzung oder der Katastrophenvorsorge. Dabei ist der Studiengang primär für den inländischen und sekundär für den internationalen Arbeitsmarkt konzipiert. Die Absolventen/innen können unter anderem in Umwelt- und Entwicklungsorganisationen, Ingenieur- und Beratungsbüros, Industrie, Bundes- und Landesbehörden sowie in kommunalen Ämtern tätig werden.

Zugangsvoraussetzungen

Für die Bewerbung zum Masterstudiengang Landschaftswissenschaften ist ein Bachelor of Science (B.Sc.) oder gleichwertiger Abschluss (mindestens Note 3,0) in Physischer Geographie oder einem anderen Studiengang mit ökologischem, geo-, landschafts- oder umweltwissenschaftlichem Schwerpunkt erforderlich.

Steckbrief M.Sc. Landschaftswissenschaften
Dauer: vier Semester
Umfang: 120 ECTS-Punkte (davon 42 in Pflichtmodulen, 36 in Wahlpflichtmodulen, 12 im Berufspraktikum, 30 in der Masterarbeit)
Beginn: jeweils zum Wintersemester
Bewerbung: jeweils bis zum 15. Juli
Plätze: 30
Sprache: deutsch

Weitere Informationen
Dr. Jens Groß
Institut für Physische Geographie und Landschaftsökologie
Schneiderberg 50
30167 Hannover
Tel. 0511 / 762-4488
gross at phygeo.uni-hannover.de
Link zum Studiengang

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Der M.Sc.-Studiengang "Umweltplanung" an der Universität Hannover

Aus FORUM der Geoökologie 25 (1), 2014
Von Sonja Nollenberg, Hannover

Seit 2008 bietet die Leibniz Universität Hannover den forschungsorientierten Masterstudiengang Umweltplanung an. Dort werden Studierende zu ExpertInnen ausgebildet, welche die Umwelt in ihrer Komplexität begreifen, sodass sie Pläne zu ihrem Schutz und zur nachhaltigen Entwicklung erarbeiten können, die auch die Nutzungsinteressen unterschiedlicher Akteure berücksichtigen.

Die Folgen globaler Veränderungen für den Mensch und seine Umwelt (Flora und Fauna) sowie für die ökologischen und sozioökonomischen Systeme werden immer deutlicher sichtbar und verlangen nach konkreten Projekten auf lokaler und regionaler Ebene. Im Mittelpunkt steht der umfassende Schutz von Natur und Umwelt sowie die Koordination und Moderation unterschiedlicher Nutzungsansprüche an den Raum im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung. Neben der Analyse bestehender Umweltnutzungen gilt es in Zukunft vor allem, systematische Zusammenhänge vertiefend zu erforschen, um Auswirkungen menschlichen Handelns auf natürliche Prozesse vorausschauend zu beschreiben und dadurch planbar zu machen. Die Arbeitsgebiete der Lehrenden des Institutes für Umweltplanung reichen von den naturwissenschaftlichen Grundlagen des Arten- und Biotopschutzes über die Methoden der Analyse des Naturhaushalts, die Landschaftsästhetik, die Integration von Freizeit und Erholung, die rechtlichen und ökonomischen Instrumente des Umwelt- und Naturschutzes, die Instrumente und Strategien der Raumordnung und Raumentwicklung bis hin zu Fragen der Umsetzung und Beteiligung in der Planung. Weitere Institute der Fakultät für Architektur und Landschaft, sowie anderer Fakultäten der Leibniz Universität Hannover steuern Themen wie Planungskommunikation, Hochwasserschutz oder die Nutzung erneuerbarer Energien bei.

Forschung trifft Anwendung

Im forschungsorientierten Master of Science Umweltplanung erhalten die Studierenden die Möglichkeit, die aufgezeigten Fachkenntnisse und Methoden zu erlernen und praxisorientiert anzuwenden. Das Kernstück der Lehre bilden deshalb in den ersten drei Semestern die Studienprojekte. In diesen intensiv betreuten, einsemestrigen Projekten werden in kleinen Arbeitsgruppen von vier bis acht Studierenden komplexe Aufgaben behandelt. Hier lassen sich eigenständig Themen einbringen und Kontakte zu HochschullehrerInnen aufbauen. Ziel ist es, spezi?sche Grundlagen und planerische Antworten zu konkreten Fragestellungen zu erarbeiten. Angestrebt wird hierbei auch der Bezug zum Raum innerhalb der Region Hannover. So haben Studierende beispielsweise im Rahmen eines Projektes ein Kleingewässer- und Amphibienschutzkonzept als Beitrag zum Pflege- und Entwicklungsplan des Naturschutzgebietes „Alte Leine“ entwickelt. Die hierfür durchgeführte Gewässerstrukturkartierung sollte die Bedeutung der Gewässer für Amphibien deutlich machen und der Maßnahmenentwicklung dienen (siehe Abb. 1).

In vielen Fällen sind dabei auch interdisziplinäre Betrachtungen notwendig. Häufig betreuen deshalb Lehrende unterschiedlicher Fachgebiete die Projekte oder es werden externe Lehrende und Fachleute aus der beruflichen Praxis eingebunden. Die langjährigen Erfahrungen mit dieser Lernform zeigen, dass sie in hohem Maße sowohl Selbständigkeit, als auch Teamfähigkeit fördert und eine hervorragende Vorbereitung auf spätere beru?iche Tätigkeiten mit unterschiedlichsten Anforderungen darstellt.Die Studienprojekte werden ergänzt durch die drei Pflichtmodule „Biodiversität und Naturschutz“, „Umsetzung von Landschaftsplanung und Naturschutz“ und „Stadt- und Regionalplanung, Regional Governance“ sowie eine breite Auswahl an Wahlpflichtmodulen (etwa Umweltrecht, Umweltprüfungen, Freiraumpolitik, Freilandökologische Methoden, Ingenieurbiologie, Modellierung, Planungsinformatik, Erholung und Tourismus). Arbeiten im Freiland sind, ebenso wie Exkursionen im In- und Ausland, fester Bestandteil des Studiums. Summerschools und internationale Workshops ermöglichen den Studierenden zudem, über den nationalen Tellerrand hinauszuschauen und Kontakte mit Kommilitonen aus anderen Ländern aufzubauen (siehe Abb. 2).

Studium – und was dann?

Das Berufsfeld in der Umweltplanung ist sehr vielfältig. Durch eine konsequente Einbindung sowohl der Forschung als auch der beruflichen Praxis in die Lehre kann im Rahmen des Projektstudiums ein breites zukünftiges Berufsfeld kennengelernt werden. Aufgrund des wissenschaftlichen Profils und der methodisch fundierten Vorgehensweise in der Lehre fühlen sich die AbsolventInnen gut vorbereitet, um im Berufs- und Wissenschaftsfeld der Landschaftsplanung, Landschaftsökologie, Regionalentwicklung und dem Naturschutz zu arbeiten oder sich neue Arbeitsmärkte zu erschließen. Die Berufsaussichten sind derzeit positiv. Regelmäßig durchgeführte Befragungen zeigen nicht nur eine sehr hohe Zufriedenheit der AbsolventInnen mit ihrer Ausbildung, sondern auch, dass ein Großteil einer Tätigkeit im gewünschten Berufsfeld nachgeht. Hier steht die Arbeit in Planungsbüros an erster Stelle, doch auch Fachbehörden, Kommunalverwaltungen wie Grünflächenämter, Naturschutzverbände, Verwaltungen von Großschutzgebieten oder Einrichtungen der Umweltbildung sind mögliche Arbeitgeber.

Voraussetzungen

Der Masterstudiengang Umweltplanung baut auf dem sechssemestrigen Bachelor of Science Landschaftsarchitektur und Umweltplanung auf. Er schließt nach einer Regelstudienzeit von vier Semestern mit dem Master of Science ab. Voraussetzungen für die Zulassung sind ein guter Bachelorabschluss in der genannten oder einer eng verwandten Fachrichtung und ein fachverwandtes Praktikum von mindestens viermonatiger Dauer. Studieninteressierte, die sich während der Bewerbungsfrist noch im Erststudium befinden, können das Abschlusszeugnis zu Beginn des Studiums nachreichen. BewerberInnen für den Masterstudiengang Umweltplanung werden sowohl zum Winter als auch zum Sommersemester zugelassen. Die jährliche Aufnahmekapazität liegt derzeit bei 30 Studierenden, so dass eine individuelle Betreuung und Förderung durch die DozentInnen gewährleistet ist.

Weitere Informationen

Dipl.-Ing. Sonja Nollenberg
Studiengangskoordinatorin
Fakultät für Architektur und Landschaft
Leibniz Universität Hannover
Kontakt: Studiendekanat
Link zum Studiengang

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Letzte Änderung: 13.05.2014