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Masterstudiengang Nachwachsende Rohstoffe der TU München und der FH Weihenstephan am Wissenschaftszentrum Straubing

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Aus FORUM der Geoökologie 20 (2), 2009
Von Arnold Multerer und Sandra Feigl, Straubing

Nachwachsende Rohstoffe

Der rapide Aufstieg der Industrie im letzten Jahrhundert war geprägt von einer zunehmenden Verwendung fossiler Rohstoffe, sei es zur Energiegewinnung für den steigenden Elektrizitäts- und Brennstoffbedarf oder als Kohlenstoffquelle für die chemische Industrie. Dies führte zu einer deutlichen Abnahme der begrenzten Weltvorräte, die in den bekannten Prognosen des Club of Rome bereits Anfang der 1970er Jahre aufgezeigt wurde. Zudem sind die klimatischen Auswirkungen des steigenden CO2-Gehalts in der Atmosphäre mittlerweile nicht mehr zu übersehen. Alternativ zu fossilen Energieträgern werden zunehmend erneuerbare Energien wie Windkraft, Wasserkraft, Geothermie oder Solarthermie genutzt. Einer der wichtigsten erneuerbaren Energieträger sind nachwachsende Rohstoffe. Gegenüber den anderen alternativen Energieträgern hat die Nutzung von Biomasse den Vorteil, dass sie nicht nur energetisch, sondern auch stofflich effektiv eingesetzt werden kann. Die Produktion von beispielsweise Biokunststoffen, biologisch abbaubaren Werkstoffen oder ökologischen Dämmmaterialien gewinnt zunehmend an Bedeutung.

Wissenschaftszentrum Straubing

Das Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe in Straubing, der niederbayerischen Stadt inmitten des fruchtbaren Gäubodens, bündelt Aktivitäten rund um nachwachsende Rohstoffe in Bayern. Unter einem Dach arbeiten hier die drei Institutionen Wissenschaftszentrum Straubing (WZS), Technologie- und Förderzentrum (TFZ) und Centrales Agrar-Rohstoff-Marketing- und Entwicklungs-Netzwerk (C.A.R.M.E.N.) e.V. eng zusammen.

Im WZS vereinigen fünf bayerische Hochschulen (TU München, FH Weihenstephan, Universität Regensburg, Hochschule Deggendorf, Hochschule Regensburg) ihre Kompetenz im Bereich der Forschung und Lehre zu nachwachsenden Rohstoffen. Aufgrund des branchen- und disziplinenübergreifenden Charakters von nachwachsenden Rohstoffen arbeiten hier Vertreter der Natur-, Ingenieur-, Ökosystem- und Wirtschaftswissenschaften zusammen. Dadurch werden Fragestellungen auf Molekülebene bis hin zur Vermarktung von nachwachsenden Rohstoffen umfassend abgedeckt.

Am WZS werden grundlagen- sowie anwendungsorientierte Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zu nachwachsenden Rohstoffen durchgeführt. Die wissenschaftlichen Arbeiten konzentrieren sich gleichermaßen auf stoffliche und energetische Nutzung von spezifisch angebauten nachwachsenden Rohstoffen sowie von ohnehin anfallenden biogenen Reststoffen wie z.B. Stroh oder Biomüll.

Masterstudiengang Nachwachsende Rohstoffe

Seit Beginn des Wintersemesters 2008/09 wird am Wissenschaftszentrum der interdisziplinäre Masterstudiengang Nachwachsende Rohstoffe angeboten. Der Masterstudiengang wird gemeinsam von der TU München und der FH Weihenstephan durchgeführt und bietet die Möglichkeit einer exzellenten Ausbildung auf dem Gebiet der nachwachsenden Rohstoffe. Die enge Verbindung der grundlagenorientierten Forschung und Lehre der TU München mit der praktischen Ausbildung der FH Weihenstephan bereitet die Studierenden optimal auf die Herausforderungen dieser Zukunftsbranche vor. Die Beteiligung der Universität für Bodenkultur in Wien ermöglicht den Studierenden, das dritte Semester an der Boku Wien zu absolvieren und ein Doppel-Diplom zu erwerben. Mit Lehraufträgen beteiligt sind unter anderem die Universität Regensburg, die Hochschule Regensburg und die Hochschule Deggendorf.

Der Masterstudiengang deckt die gesamte Wertschöpfungskette der nachwachsenden Rohstoffe ab, von der Pflanzenzüchtung, dem Anbau, über die Ernte, die energetische und stoffliche Verwertung bis hin zum Marketing der Produkte. Darüber hinaus werden auch wirtschaftliche Fragen und ökologische Aspekte des Anbaus und der Nutzung nachwachsender Rohstoffe behandelt.

Studienverlauf

Das viersemestrige, jeweils 30 Leistungspunkte (ECTS) pro Semester umfassende Studium setzt sich aus Pflicht- und Wahlpflichtmodulen zusammen und ist wie folgt gegliedert:Im ersten Semester liegt der inhaltliche Schwerpunkt vor allem auf Grundlagenkenntnissen und Anbausystemen von nachwachsenden Rohstoffen. Acht Fachmodule, davon vier Pflichtmodule mit 18 ECTS sowie vier Wahlpflichtmodule mit mindestens 12 ECTS sind abzuleisten.

Das zweite Semester, welches vier Pflichtmodule mit 22 ECTS und drei Wahlpflichtmodule mit mindestens 8 ECTS umfasst, vermittelt im Schwerpunkt Kenntnisse der energetischen Nutzung und der Ökonomie nachwachsender Rohstoffe.Im dritten Semester werden vier Pflichtmodule mit 18 ECTS und vier Wahlpflichtmodule mit mindestens 12 ECTS eingebracht. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt bei der stofflichen Nutzung und der Ökologie nachwachsender Rohstoffe. Streben die Studierenden die Erlangung eines Doppel-Diploms an, wird dieses Semester an der Boku Wien absolviert.Im vierten und letzten Semester fertigen die Studierenden ihre Masterarbeit an (30 ECTS). Diese kann am WZS oder an einer der beteiligten Forschungseinrichtungen verfasst werden.Mit dem erfolgreichen Abschluss des Masterstudiengangs wird der Titel Master of Science "M.Sc." verliehen.

Mögliche Berufsfelder

Der Masterstudiengang Nachwachsende Rohstoffe bietet hervorragende Berufsaussichten.Bis zum Jahr 2020 wird im Bereich der Erzeugung und Nutzung nachwachsender Rohstoffe mit der Neuschaffung von rund einer halben Million Arbeitsplätze in Deutschland gerechnet. Die Absolventen dieses Masterstudienganges werden durch die breitgefächerte Ausbildung im Sektor der nachwachsenden Rohstoffe bestens auf diesen boomenden Markt vorbereitet.Die Kenntnisse, die die Absolventen des Studiengangs erworben haben, eröffnen ihnen ein weites Spektrum beruflicher Möglichkeiten. Beispiele möglicher Berufsfelder sind:

  • verarbeitende Industrie
  • Energieversorgungsunternehmen
  • wissenschaftliche Einrichtungen
  • Behörden, Ministerien und Agrarverwaltungen
  • landwirtschaftliche Unternehmen
  • Saatzuchtunternehmen
  • Agrarverbände
  • Beratungsfirmen
  • Versicherungen und Banken
  • internationale Organisationen.

Zulassungsvoraussetzungen

Voraussetzung für die Aufnahme in den Masterstudiengang Nachwachsende Rohstoffe ist ein qualifizierter Hochschulabschluss wie Bachelor, Diplom (FH), Diplom, Magister, Staatsexamen oder Master.

Der Studiengang richtet sich insbesondere an Absolventen mit Hochschulabschluss in den Natur- und Ingenieurwissenschaften. Beispiele hierfür sind:

  • Gartenbau
  • Landwirtschaft, Agrarmarketing und Agrarmanagement
  • Landschaftsarchitektur und -planung, Landschaftsbau und -management
  • Wald- und Forstwirtschaft, Holzwirtschaft, Holz- und Naturfasertechnologie
  • Biologie, Chemie, Verfahrenstechnik
  • Biotechnologie, Bioinformatik
  • Lebensmitteltechnologie, Ernährungs- und Versorgungsmanagement
  • Umweltsicherung und -management
  • Elektrotechnik, Energie- und Prozesstechnik
  • Informatik
  • Maschinenbau, Mechatronik
  • Ressourcenmanagement
  • Physik
  • Wirtschaftsingenieurwesen.

Ausländische Bewerber müssen für den Hochschulzugang eine deutsche Sprachprüfung oder eine vergleichbare Qualifikation vorweisen. Das Studium kann nur im Wintersemester begonnen werden. Die Bewerbungen für den Studiengang sind online über die TU München zu tätigen (für das Wintersemester 2009/2010: https://campus.tum.de/tumonline/webnav.ini).

Kontakt:
Prof. Dr. Martin Faulstich, geschäftsführender Direktor
Prof. Dr. Klaus Menrad, stellv. geschäftsführender Direktor
Dipl.-Ing. Arnold Multerer, Referent
Dipl. oec. troph. Sandra Feigl, Studienkoordinatorin
Wissenschaftszentrum Straubing
Schulgasse 16
94315 Straubing
Tel.: 09421 187 166
Fax: 09421 187 130
s.feigl at wz-straubing.de
WZ Straubing

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Letzte Änderung: 09.02.2010