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Bachelor- und Masterstudiengang Landschaftsökologie an der Universität Münster

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> Masterstudiengang Landschaftsökologie

Bachelorstudiengang Landschaftsökölogie

Aus FORUM der Geoökologie 19 (2), 2008
Von Sascha Buchholz, Münster

Die Landschaftsökologie befasst sich mit der physischen und biologischen Dynamik der Umwelt in der Landschaftsskala. Im Zentrum des Interesses stehen ökologische Zusammenhänge innerhalb des Systems, aber auch Beziehungen zu den unter- und übergeordneten Skalen sind von Bedeutung. Besondere Aufmerksamkeit verdienen Prozesse, die mit der menschlichen Nutzung der Umwelt direkt oder indirekt zusammenhängen.

Vor ca. 10 Jahren wurde an der Universität Münster der Studiengang Diplom-Landschaftsökologie eingeführt. Das seit dem Wintersemester 2006/2007 angebotene Studienprogramm trägt die Bezeichnung "Bachelor of Science in Landschaftsökologie" (B.Sc. LÖK) und löst (mit dem Master-Studiengang, Start WS 2009/2010) den bisherigen Diplom-Studiengang ab. Der Studiengang ist naturwissenschaftlich interdisziplinär ausgerichtet und orientiert auf Berufsfelder in der ökologischen Begutachtung und Planung. Landschaftsökologen sind in der Lage, verschiedene komplexe ökologische Zusammenhänge und Probleme zu erkennen sowie Bewertungen und Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Absolventen müssen daher fachlich und methodisch kompetent ökologische Informationen ermitteln, Trends bewerten und Prognosen mit Hilfe einfacher und komplexer Modelle erstellen können.

Studienverlauf

Der B.Sc.-Studiengang ist modular aufgebaut und umfasst drei Studienjahre (Abb. 1). Er gliedert sich in die naturwissenschaftlichen Grundlagenstudien (Basic Studies, 1. Studienjahr), die Allgemeinen Studien (General Studies, 1./2. Studienjahr), die landschaftsökologischen Studien (Landscape Studies, 2. Studienjahr), sowie die Angewandten Studien (Applied Studies, 3. Studienjahr) einschließlich Ergänzungsstudien und die Bachelor-Arbeit (3. Studienjahr).Die landschaftsökologischen Grundlagenstudien beziehen sich auf naturwissenschaftliche Fächer mit einer Verbindung zur Landschaftsökologie. Dazu gehören Geologie, Bodenkunde, Biologie, Chemie, Mathematik und Physik. Gleichzeitig werden Allgemeine Studien begonnen mit Bezug auf wichtige methodische Fertigkeiten der wissenschaftlichen Arbeit. Dazu gehören die Module Sozialkompetenz, Geoinformatik und Wissenschaftliches Arbeiten. Die landschaftsökologischen Studien beziehen sich auf die Grundgüter der Umwelt und deren nachhaltige Nutzung und Entwicklung. Dazu gehören die Module Klimatologie/Hydrologie, Boden und Vegetation, Tier- und Vegetationsökologie und Landschaftsökologie. Die Angewandten Studien beziehen sich auf die Berufsfelder der Landschaftsökologie in Forschung und Praxis. Dazu gehören die Module Planung, Angewandte Landschaftsökologie/Studienprojekt, Berufsorientiertes Praktikum, Ökosystemforschung, Ökologische Planung und Ökosystemmanagement. Das Ergänzungsmodul kann frei aus dem Angebot der Universität gewählt werden.

Die Bachelor-Arbeit sollte sich im weitesten Sinne berufsorientiert mit Themen zur nachhaltigen Landschaftsentwicklung oder dem Ressourcenschutz beschäftigen.Im Vergleich zu anderen, ähnlichen Studiengängen in Deutschland ist das Profil der Landschaftsökologie in Münster geprägt durch

  • die Skala, auf der sich die Betrachtungen konzentrieren (Landschaftsskala, im Gegensatz zur Skala der Einzelorganismen oder der globalen Skala),
  • die besondere Betrachtung der Kultur- und Kulturfolgelandschaft, z.B. Umsetzung von EU-Recht,
  • durch Schwerpunktlegung auf die Nachhaltigkeit der Entwicklung und deren Planung, z.B. in Bezug auf Wasserressourcen-Management, Lufthygiene,
  • die Bedeutung der biotischen Komponente im Lehrprogramm (Organismische Ökologie, Bodenökologie, Vegetationskunde und Tierökologie) und
  • die Anwendung von Geoinformationssystemen.

Die modernen landschaftsökologischen Themen sind nicht auf den deutschsprachigen Raum begrenzt, sondern in besonderem Maße per se international. Weder globale Umweltveränderungen noch der Transport von Nährstoffen und Schadstoffen, Ökosysteme, oder die Migration von Tieren machen an Ländergrenzen halt. Deshalb beinhaltet die Ausbildung in jeder Ebene internationale Aspekte. Die Forschung im Institut für Landschaftsökologie (ILÖK) ist ebenfalls vielfach international angelegt. Die Studierenden des B.Sc. LÖK werden an die Themen und Inhalte herangeführt. Es wird die Möglichkeit geboten, Bachelor-Arbeiten im Ausland bzw. mit Themen, die nicht auf Deutschland begrenzt sind, anzufertigen. Auch das berufsorientierende Praktikum kann im Ausland absolviert werden. Entsprechende Initiativen werden aktiv unterstützt.

Weitere Informationen:
zum Studiengang
zum Institut für Landschaftsökologie
zur Universität Münster

Studienberatung:
Dr. Andreas Vogel
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Institut für Landschaftsökologie
Robert-Koch-Str. 26
48149 Münster
Tel.: + 49 (0) 251 83-33698


Masterstudiengang Landschaftsökölogie

Aus FORUM der Geoökologie 21 (3), 2010
Von Dorothea Lemke, Münster

Seit dem Wintersemester 2009/10 wird an der Westfälischen Wilhelms-Universität der Masterstudiengang Landschaftsökologie angeboten. Mit der Einführung des Bachelor-Studienganges Landschaftsökologie im Wintersemester 2006/07 und dem darauf aufbauenden Master-Programm hat dieses Duo den Studiengang Diplom-Landschaftsökologie abgelöst.

Die Landschaftsökologie ist eine interdisziplinäre Naturwissenschaft, die sich mit dem dynamischen Zusammenspiel abiotischer (Boden, Wasser, Luft) und biotischer (Tiere, Pflanzen) Faktoren sowie menschlicher Einflüsse auf Landschaftsebene befasst. Dabei steht im Mittelpunkt des Interesses, das Zusammenwirken der Faktoren zu beobachten, zu messen, zu analysieren und zu erklären, um aus diesen Erkenntnissen geeignete Instrumentarien zu entwickeln, die den Zustand der Landschaft im Hinblick auf ihre Wertigkeit (z.B. Natürlichkeit/Naturnähe) und Nutzungsfähigkeit (z.B. ökologische Dienstleistungen) bewertbar machen. Die Stärke der Ausbildung in Münster ist geprägt durch die Vermittlung anwendungsbezogener Techniken (z.B. planerische Instrumente, Anwendung von Geoinformationssystemen, Labortechniken) und eine intensive Freilandausbildung unter biologischen und geowissenschaftlichen Aspekten.

Der Master of Science (M.Sc.) zielt dabei auf eine Vertiefung der Kenntnisse, die während der Bachelor-Ausbildung erworben wurden, ab. Die Studierenden erfahren eine Spezialisierung ihres Wissens, wobei Spezialisierung nicht im Sinne von klassischer disziplinärer Ausbildung verstanden wird, sondern "objektorientiert": Die Kompartimente der Ökosysteme oder Prozesstypen werden detailliert untersucht und bewertet und die Erarbeitung von Lösungsvorschlägen für Probleme in der Landschaftsskala wird geübt.

Zulassungsvoraussetzungen

Vorrausetzung für die Zulassung zum Masterstudium in Münster ist die erfolgreiche Absolvierung eines mindestens sechssemestrigen fachlichen einschlägigen Studiums der Landschaftsökologie oder Geoökologie im Umfang von mindestens 180 Leistungspunkten (Credit points). Abschlüsse in anderen landschaftsbezogenen, umweltwissenschaftlichen Studiengängen auf naturwissenschaftlicher Grundlage (z.B. Biologie, Agrarökologie, Forstwissenschaften, Landschaftspflege) können als fachlich entsprechend gelten, wenn nach entsprechender Prüfung mindestens 120 Leistungspunkte dem Bachelor-Studium als äquivalent angerechnet werden können. Daneben setzt das Studium des Masterstudiengangs Landschaftsökologie die besondere Eignung und Motivation für forschungsorientierte Arbeit voraus.

Studienverlauf

Der Master-Studiengang ist modular aufgebaut und umfasst zwei Studienjahre (vgl. Abbildung). Im ersten Studienjahr werden in drei von sechs frei wählbaren Fachmodulen landschaftsökologische Themen, Wissen und Methoden vertieft und erweitert. Je nach Interessenlage können sich hier die Studierenden auf den folgenden Gebieten spezialisieren: Grenzschichtklimatologie, Boden und Wasser, Biozönologie, Ökosystemforschung, Landschaftsnutzung und -management, Waldökologie, Forst- und Holzwirtschaft. Ergänzt werden die Fachmodule durch die fachlich übergreifenden/ interdisziplinären Module "Landschaftsökologie in der Forschung" und "Wissenschaftliches Versuchsdesign und Methoden". Das erste Masterjahr soll die Studierenden gezielt auf das eigenständige Forschen vorbereiten.

Das zweite Studienjahr ist der wissenschaftlichen Arbeit, weitgehend auf selbstständiger Basis, gewidmet. Aufbauend auf den sechs Fachmodulen werden im Forschungsprojekt landschaftsökologische Fragestellungen theoretisch und praktisch bearbeitet. Die Studierenden finden sich in Kleingruppen zusammen und erarbeiten ihre Schwerpunktsetzung in Eigenregie. Dabei vollziehen sie den Übergang von der betreuten Arbeit zur selbstständigen Forschung. In der forschungsorientierten Masterarbeit wird schließlich ein selbstständig organisiertes Thema mit wissenschaftlichen Methoden bearbeitet, und am Ende steht eine publikationsreife Ausarbeitung. Die beiden Ergänzungsmodule können frei aus dem Angebot der Universität Münster gewählt werden.

Besonderheiten und Berufsfelder

Die Stärke des Standortes ergibt sich aus einem engen Kontakt (Dialog) zwischen dem motivierten Lehrteam und den nur ca. 30 Master-Studierenden pro Semester. Ein weiterer Standortvorteil ergibt sich aus der thematisch breiten Aufstellung der Arbeitsgruppen. So werden alle (wichtigen) Ökosystem-Kompartimente und deren Prozesse abgebildet und erforscht. Ein besonderer Schwerpunkt ist die Untersuchung der Prozesse des Globalen Wandels. Hier werden insbesondere der anthropogene Landnutzungswandel und die Veränderung biogeochemischer Stoffkreisläufe im Hinblick auf deren Bedeutung für die Erhaltung der Biodiversität und die nachhaltige Nutzbarkeit natürlicher Ressourcen untersucht. Auch die Erforschung des globalen Wandels auf biozönotischer Ebene des Ökosystems steht im Vordergrund, hier werden gleichermaßen vegetationskundlich-strukturelle und zoozönologische Aspekte in ihrer raum-zeitlichen Dynamik auf Synusie-, Habitat- und Landschaftsebene untersucht.

Im Bereich Klimatologie liegt die Schwerpunktsetzung auf der Untersuchung der atmosphärischen Grenzschicht, der Aerosolforschung (Feinstaub, Nebel) und der turbulenten Austauschprozesse zwischen Oberfläche und Atmosphäre.

Das Institut für Landschaftsökologie ist eingebettet in eine leistungsfähige Forschungsinfrastruktur. Dazu gehört ein gut ausgestattetes Labor für Boden-Wasser-Luft-Analysen ebenso wie umfangreiche Gerätesammlungen in den einzelnen Arbeitsgruppen, die auch jedem einzelnen Studierenden zur Verfügung stehen. Ferner bietet die räumliche und fachliche Nähe zu weiteren geowissenschaftlichen Instituten des Fachbereichs (Institute für Geoinformatik, Geographie, Geologie und Paläontologie) die Grundlage für eine Ausdehnung der Forschung über die Grenzen des eigenen Forschungsgebietes auf fachlich angrenzende Gebiete. So wird beispielsweise eine Methodik zur Erkennung von Biotoptypen mit Hilfe automatisierter Fernerkundungsmethoden in Zusammenarbeit mit dem Institut für Geoinformatik und Partnern aus der Wirtschaft entwickelt.

Die Stärke der Absolventen/innen liegt in ihrer interdisziplinären Ausrichtung, ihrer Fähigkeit der transdisziplinären Kommunikation und ihrer breiten naturwissenschaftlichen Methodenkompetenz. Die Absolventen/innen des M.Sc. Landschaftsökologie haben ein hohes Anspruchsniveau im Bereich der empirischen Forschung. Mit diesem Ausbildungsprofil qualifizieren sich die Studienabgänger/innen für Berufsfelder der Wissenschaft und Forschung sowie der querschnittsorientierten Bewertung und Planung der Landschaft und Umwelt auf internationaler, nationaler, regionaler und lokaler Ebene. Flexibles Denken sowie Erfahrungen in der Kommunikation auf unterschiedlichen Ebenen und mit unterschiedlichen Disziplinen und Interessenvertretern sind weitere Pluspunkte der Studienabgänger/innen.

Weitere Informationen:
zum Studiengang
zum Institut für Landschaftsökologie
zur Universität Münster

Studienberatung der Lehreinheit 1 des Fachbereichs 14:
Dorothea Lemke
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Institut für Landschaftsökologie
Front Office
Robert-Koch-Str. 28
48147 Münster
Raum 187
Tel.: + 49 (0) 251 83-33986
frontofficegeoloek at uni-muenster.de

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Letzte Änderung: 10.01.2012