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Der Master-Studiengang Raumentwicklung und Naturressourcenmanagement an der TU Dresden

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Aus FORUM der Geoökologie 20 (2), 2009
Von Juliane Schnur und Martin Stumpler, Dresden

Im Wintersemester 2008/2009 wurde an der Technischen Universität Dresden der interdisziplinäre und forschungsorientierte Master-Studiengang "Raumentwicklung und Naturressourcenmanagement" eingeführt. Der neugeschaffene Studiengang basiert einerseits auf dem Erfahrungsschatz der traditionsreichen umwelt- und raumwissenschaftlichen Lehre an der TU Dresden (u.a. im bisherigen postgradualen Aufbaustudiengang "Umweltschutz und Raumordnung") und andererseits auf der vielfältigen Kooperation natur-, ingenieur-, wirtschafts- und sozialwissenschaftlicher Fachgebiete der Universität. Über die Interdisziplinarität innerhalb der TU Dresden hinaus wird auf die Einbindung außeruniversitärer Einrichtungen mit raum- und umweltwissenschaftlicher Forschung sowie auf eine europäische und internationale Ausrichtung hoher Wert gelegt. Bereits in der Konzeptionsphase wurde der neue Studiengang vom Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) sowie von der Dresdner Niederlassung des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung mitgestaltet.

Lehre an der Schnittstelle von Raum- und Umweltwissenschaften

Das Hauptaugenmerk des Studiengangs, zugleich seine wesentliche Besonderheit, liegt in der Verknüpfung raumwissenschaftlicher und natur- bzw. umweltwissenschaftlicher Kenntnisse sowie von sozioökonomischem, ökologischem und planerischem Wissen. Aus dieser Verknüpfung ergeben sich für den Master-Studiengang "Raumentwicklung und Naturressourcenmanagement" folgende Schwerpunkte:

  • die Probleme und Lösungsansätze einer nachhaltig und ökologisch ausgerichteten Stadt- und Regionalentwicklung,
  • die Entwicklung natürlicher und gestörter Ökosysteme sowie der Schutz und die Regeneration der Umweltmedien und der genetischen Ressourcen und
  • der Erwerb methodischer Fertigkeiten, u.a. in Geoinformatik und Fernerkundung, in der Analyse von Schadstoffen, der Indikation und Bewertung von Umweltbelastungen sowie hinsichtlich von Konfliktlösungsmethoden.

Interdisziplinarität, Anwendungsbezug und Internationalität

Ziel des Studiums ist somit, Grundfragen und Probleme aus den Bereichen Raumentwicklung und Naturressourcenmanagement interdisziplinär zu analysieren und zu bewerten sowie praxisorientierte Lösungen zu erarbeiten. Wissenschaftliche und anwendungsorientierte Fragestellungen werden dabei nicht nur im nationalen, sondern auch im europäischen und internationalen Kontext betrachtet. In Projekten und Seminaren, etwa zur internationalen Raumentwicklung, wird darüber hinaus der direkte Austausch mit Universitäten im Ausland gepflegt, beispielsweise zu Fragen der nachhaltigen Entwicklung von Stadtregionen mit Universitäten in Chile und den USA.

Studienablauf und Fächerangebot

Das Studium mit einer Regelstudienzeit von vier Semestern ist modular aufgebaut. Das Lehrangebot ist auf die ersten drei Semester verteilt. Es umfasst zehn Pflichtmodule und vier Wahlpflichtmodule. Für die Bearbeitung der Master-Arbeit mit einem Kolloquium steht das vierte Semester zur Verfügung. Einzelheiten zu Studienablauf und Modulangebot können der Abbildung entnommen werden.

Studienablauf

Die Lehrveranstaltungen des ersten Semesters dienen einerseits dazu, die unterschiedlichen Fachkenntnisse der Studierenden bezüglich planerischer, sozioökonomischer und naturwissenschaftlicher Grundlagen anzugleichen und ermöglichen andererseits eine Orientierung im Hinblick auf den weiteren Studienverlauf. Nach der Orientierungsphase folgt im zweiten Semester die individuelle Schwerpunktsetzung in einer der beiden Vertiefungsrichtungen "Raumentwicklung" oder "Naturressourcenmanagement" nach Wahl der Studierenden. Eine Besonderheit stellt die Möglichkeit dar, eines der insgesamt vier zu belegenden Wahlpflichtmodule im 2. und 3. Semester aus dem Bereich der jeweils anderen Vertiefungsrichtung zu belegen.

Während des viersemestrigen Studiums sind insgesamt 120 Leistungspunkte zu erwerben. Auf den allgemeinen Pflichtbereich entfallen 55 Leistungspunkte, auf den Pflichtbereich in der jeweiligen Vertiefungsrichtung 15 und auf den Wahlpflichtbereich 20 Leistungspunkte. Für die Master-Arbeit mit einem abschließenden Kolloquium werden 30 Leistungspunkte vergeben. Das Studium schließt mit dem Hochschulgrad "Master of Science" (M.Sc.) ab.

Praktikum

Ein sechswöchiges Berufspraktikum im Laufe des Studiums ermöglicht den Studierenden, zusätzlich zu praxisorientierten Lehrveranstaltungen und Projekten eigene praktische Erfahrungen und persönliche Kontakte für den späteren Werdegang zu sammeln. Zur Durchführung dieses Praktikums können die Studierenden des Master-Studiengangs auf ein bewährtes Netzwerk von Praxispartnern bestehend aus Unternehmen, Forschungsinstituten und öffentlichen Einrichtungen zurückgreifen, das bereits im Rahmen des bis 2007 angebotenen Aufbaustudiengangs "Umweltschutz und Raumordnung" gewachsen war. Zugleich zeigen sich auch in dieser Hinsicht Vorteile aus der direkten Einbindung außeruniversitärer Forschungseinrichtungen in den neuen Master-Studiengang.

Berufsfelder

Obwohl der im letzten Wintersemester gestartete Studiengang noch keine Absolventen vorweisen kann, sind vielfältige Einsatzmöglichkeiten an Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen, in der öffentlichen Verwaltung (beispielsweise in der Stadt-, Regional- und Landesplanung), im Bereich der Fachplanungen sowie in der Umweltüberwachung zu erwarten. Im Zuge der wachsenden Bedeutung von Public-Private-Partnerships sind darüber hinaus Möglichkeiten einer Tätigkeit in privaten Planungsbüros und im Consulting-Bereich, insbesondere auch direkt in der Energie-, Rohstoff- und Bauwirtschaft sowie dem Beratungs- und Versicherungssektor denkbar. Ein mögliches Alleinstellungsmerkmal der Absolventen wird sein, dass sie mit den Besonderheiten an der Schnittstelle von räumlicher Planung und Umweltentwicklung gut vertraut sind: ein wesentlicher Unterschied zur Ausbildung in entweder eher naturwissenschaftlich oder eher sozialwissenschaftlich geprägten Studiengängen.

Zugangsvoraussetzungen und Bewerbungsfrist

Voraussetzung für die Aufnahme des Master-Studiengangs "Raumentwicklung und Naturressourcenmanagement" ist ein im Inland oder Ausland an einer Universität oder gleichgestellten Hochschule erworbener Abschluss in fachnahen Studiengängen mit mindestens sechssemestriger Regelstudienzeit. Außerdem sind Kenntnisse der deutschen und englischen Sprache obligatorisch. Die internationale Ausrichtung des Studiengangs zeigt sich nicht nur bei den behandelten Inhalten, sondern auch daran, dass einzelne Lehrveranstaltungen in englischer Sprache abgehalten werden.

Das Studium kann jeweils zum Wintersemester aufgenommen werden.Weitere Hinweise zur Bewerbung finden Studieninteressierte unter: http://tu-dresden.de/imma/bewerbung.

Die Autoren sind als studentische Hilfskräfte am Lehrstuhl Raumentwicklung der TU Dresden bzw. am Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung tätig.

Ansprechpartner und weitere Informationen:
Komm. Studiendekan und Vorsitzender des Prüfungsausschusses:
Prof. Dr. Dr. h.c. Bernhard Müller
Tel.: 0351 467 9210 (Sekretariat: Frau Bodó)
bernhard.mueller at tu-dresden.de
Studienfachberater:
Dr. Carsten Brackhage
Tel.: 035203 38 31328
carsten.brackhage at forst.tu-dresden.de
www.tu-dresden.de/renrm

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Letzte Änderung: 11.02.2010